© Jörg RothweilerStephan Ley zeigte auf, wie Fahrassistenzsysteme Blaulichtkräfte im Einsatz behindern können – heute und vor allem in Zukunft.Stephan Ley zeigte auf, wie Fahrassistenzsysteme Blaulichtkräfte im Einsatz behindern können – heute und vor allem in Zukunft.Beim Workshop «Einsatzfahrzeuge» von BMW Schweiz in Dielsdorf zeigte Stephan Ley, Produkt­manager Einsatz- und Behördenfahrzeuge der BMW Group, auf, wie Fahrassistenzsysteme (FAS) Einsatzkräfte ausbremsen – und weshalb die Politik gefordert ist.

Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Ampelwarnung, intelligenter Tempoassistent und – aufgepasst – Rettungsgassenassistent. Das sind nur fünf jener 35 Fahrassistenzsysteme (FAS) der aktuellen 3er-Baureihe von BMW. Geht es nach dem Willen der EU, ist damit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. So sollen auf Basis der am 5. Januar 2020 in Kraft gesetzten «General Safety Regulations» (allg. Sicherheitsvorschriften) noch mehr Systeme, von Wegfahrsperren bei Alkoholkonsum über erweiterte Notbremssysteme bis zu intelligenten Tempolimitassistenten, vorgeschrieben werden – ab Juli 2022 für neue Fahrzeugtypen und ab Juli 2024 für alle Inverkehrsetzungen von Fahrzeugen!

Kritiker monieren, damit gehe eine schleichende Entmündigung der Automobilistinnen und Automobilisten einher. Befürworter argumentieren mit weniger Verkehrstoten. Stephan Ley, Produktmanager Einsatz- und Behördenfahrzeuge der BMW Group, hält fest: «In einer Studie mit einer Million Fahrzeugen in den USA, in denen die seit 2014 in verstärktem Umfang in unseren Fahrzeugen integrierten FAS verbaut sind, konnten wir eine Reduktion der Unfälle um 30 Prozent feststellen. Also sind solche Systeme sinnvoll für den Otto-Normalverbraucher. Für Blaulichtkräfte im Einsatz können einige dieser Systeme aber unerfreuliche Folgen provozieren.»

© HerstellerFür normale Automobilistinnen und Automobilisten eine gute Sache, für BORS im Einsatz eher hinderlich: der Rettungsgassenassistent von BMW.Für normale Automobilistinnen und Automobilisten eine gute Sache, für BORS im Einsatz eher hinderlich: der Rettungsgassenassistent von BMW.Recht hat er. Natürlich ist es gut, wenn ein Rettungsgassen­assistent dazu mahnt, eine Rettungsgasse zu bilden oder das Fahrzeug zur Seite lenkt, wenn der Verkehr auf einer mehrspurigen Strasse stockt. Für den Notarzt, Feuerwehrkommandanten oder Polizisten, der durch ebend diese Rettungsgasse zum Unfallort eilen will, ist es aber höchst kontra­produktiv, wenn sein Fahrzeug am Strassenrand ausrollt – und er partout nicht in die eigens für ihn gebildete Rettungsgasse einfahren kann. «Was, wenn Sie aufgrund des Anti-Kollisions-Systems ein zu stoppendes Fahrzeug im äussersten Fall nicht mehr rammen können? Was, wenn Sie über keine rote Ampel mehr fahren können? Und was, wenn der Intelligent Speed Assist es vereitelt, dass Sie bei einer Verfolgungsjagd das signalisierte Tempolimit überschreiten können?», fragte Ley die anwesenden Gäste.

Um diese Fragen zu klären, wurden auf dem Flugfeld von Maisach (DE) entsprechende Tests durchgeführt. Das ernüchternde Resultat: Viele der bereits heute verbauten FAS bremsen BORS unnötig ein und vereiteln im schlimmsten Fall gar deren Einsatz.

© HerstellerHeute können BORS die Fahrassistenten im Bedarfsfall manuell de­aktivieren – mithilfe der «Sarah»-Taste (grün umkreistes Fahr­zeug­symbol).Heute können BORS die Fahrassistenten im Bedarfsfall manuell de­aktivieren – mithilfe der «Sarah»-Taste (grün umkreistes Fahr­zeug­symbol).Damit genau dies nicht geschieht, können Einsatzkräfte, die BMW-Fahrzeuge einsetzen, bis dato durch langes Drücken der «Sarah»-Taste im Fahrzeug alle FAS ausschalten. «Das wird aber, wenn es nach dem Willen der EU-Bürokraten geht, nicht mehr lange der Fall sein», warnte Stephan Ley. Denn Brüssel will die betont einfache Option zum Abschalten der FAS verbieten.

Daher, so Stephan Ley, führe BMW bereits heute intensive Diskussionen mit Politikern – denen die Problematik inzwischen auch bewusst ist. «Ausnahmeregelungen für Blaulichtkräfte sind eminent. Auf Einsatzfahrt müssen BORS alle oder zumindest gewisse FAS betont einfach abschalten können – wahlweise automatisch, etwa sobald Blaulicht und Sirene aktiviert werden, oder manuell über eine Taste, beispielsweise bei verdeckten Aktionen», betonte Stephan Ley. Konkret schlägt BMW vor, dass Blaulichtkräfte jene FAS, die Einsatzfahrten behindern können, deaktivieren können. Ausgewählte Komfortfunktionen wie beispielsweise der aktive Tempomat (ACC) indes sollen dabei aktivierbar bleiben (etwa im Fall einer Kolonnenfahrt).

Die von Stephan Ley mit stichhaltigen Argumenten untermauerten Ausführungen und die daraus resultierenden Forderungen gelten natürlich auch für die Schweiz – die im Bereich Fahrzeughomologationen EU-Recht in aller Regel zu 100 Prozent übernimmt.

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