© Universal Feuerlöschgeräte AGBeim IoT-Feuerlöscher von Universal werden Manipulationen am Griff detektiert und dem Hersteller gemeldet.Beim IoT-Feuerlöscher von Universal werden Manipulationen am Griff detektiert und dem Hersteller gemeldet.Feuerwehren rücken nicht nur aus, wenn Gebäude brennen. Auch Wald- und Flurbrände oder in Flammen stehende Fahrzeuge gehören zum Einsatzspektrum. Genau dafür gibt es pfiffige neue Hilfsmittel.

Vor genau einem Jahr, in Blaulicht 03/2020, stellten wir den Müller Safety Trailer vor, einen multifunktionalen Anhänger, den Feuerwehren als Wasserbecken für die Bergung havarierter Elektrofahrzeuge, als Transportanhänger und sogar als Löschwasser-Zwischenspeicher bei Vegetationsbränden nutzen können. Nun hat die Entwicklerin, die Paul Müller GmbH aus Nordrhein-Westfalen (www.paulmueller.de), das Schweizer Sackmesser unter den Feuerwehranhängern noch vielseitiger gemacht – und einen wahlweise 7’000 oder 14’000 Liter fassenden Wassersack für den Safety Trailer konstruiert.

© Paul Müller GmbHAbmarschbereit zum Vegetationsbrand: der gefüllte 7’000-Liter-Wassersack auf dem Müller Safety Trailer.Abmarschbereit zum Vegetationsbrand: der gefüllte 7’000-Liter-Wassersack auf dem Müller Safety Trailer.Gigantischer Wassersack

Der stabile Kunststoffsack wird im Anhänger platziert und gefüllt. So kann die Feuerwehr im Fall eines Wald- oder Flurbrandes direkt beim ersten Anmarsch bis zu 14’000 Liter Löschwasser zur Einsatzstelle bringen. Ist der Sack leer, wird er abgelastet und neben dem Anhänger platziert. In Kombination mit dem etwa 17’000 Liter fassenden, wasserdichten Anhänger stehen dann – versorgt über einen Pendelverkehr mit Tankwagen oder landwirtschaftlichen Fassfahrzeugen –
bis zu 30’000 Liter Zwischenspeicher zur Verfügung. In Regionen ohne Löschwasserspeicher, Teiche, Seen oder fliessende Gewässer ist das eine grosse Erleichterung.

Das gebunkerte Löschwasser kann direkt über Schlauchleitungen entnommen werden und für den Wasserzulauf im Pendelverkehr verfügt der Trailer über Storz-A- und Storz-B-Festkupplungen. Abhängig von der zulässigen Anhängelast des Zugfahrzeugs (der Anhänger wird mittels Schwenkzugöse, wahlweise mit 40er- oder 50er-Zugöse, betrieben) wird der Sack mit 7’000 oder 14’000 Liter Inhalt verwendet.

Optional kann der Müller Safety Trailer mit einer fernbe­dienbaren Seilwinde an der Stirnwand bestückt werden. Über diese können Lasten mit bis zu acht Tonnen Zugkraft ins Innere des Anhängers gezogen werden. Zudem sind Schwerlastroller, Umlenkrollen, eine Anlegeleiter und diverse ­Signaleinrichtungen erhältlich.

© Paul Müller GmbHDie Havariebehälter von Paul Müller erlauben die sichere Entsorgung respektive kontrollierte Abreaktion von Stromspeichern in kritischem Zustand.Die Havariebehälter von Paul Müller erlauben die sichere Entsorgung respektive kontrollierte Abreaktion von Stromspeichern in kritischem Zustand.Feuerfeste Havariebehälter

Ebenfalls von der Paul Müller GmbH entwickelt wurden die wasserdichten Havariebehälter, mit denen Feuerwehr­kräfte selbst grössere Stromspeicher, namentlich Lithium-Ionen-Akkus, sicher bergen respektive kontrolliert im kühlenden Wasserbad abreagieren lassen können.

Gerät ein grösserer Energiespeicher, wie sie heute in ­E-Bikes, E-Autos, E-Motorrädern, aber auch in Wohn­mobilen und Schiffen zum Einsatz kommen, in Brand oder zeigt ein Akku kritische Auffälligkeiten, kann er schnell und einfach über den geöffneten Domdeckel oder via Front­öffnung in den Havariebehälter verfrachtet werden. Dieser wird sodann verschlossen und – da wasserdicht konstruiert – bei Bedarf über einen fest installierten Storz-Anschluss mit Wasser geflutet. Im kalten Wasser kann dann die kritische Reaktion bis zum Abklingen kontrolliert werden. Das gegebenenfalls kontaminierte Wasser kann über einen Ablauf abgeleitet, gesammelt und fachgerecht entsorgt werden.

Die in der Automobilindustrie bereits seit vielen Jahren eingesetzten Container werden in vier Standardgrössen und je zwei Höhen (ca. 1’100 oder 1’550 mm) mit einem Nutz­volumen zwischen rund 1’500 und 9’000 Litern produziert. Auf Kundenwunsch werden sie aber auch in Sondermassen gebaut und mit individuell platzierten Zu- und Abläufen bestückt. Infos unter www.paulmueller.de.

© DöngesDönges verwandelt mit einem Patschen-Kondom jede herkömmliche Schaufel in eine vollwertige Brandpatsche.Dönges verwandelt mit einem Patschen-Kondom jede herkömmliche Schaufel in eine vollwertige Brandpatsche.Feuerpatsche zum Überstülpen

Wie der Müller Safety Trailer für die Bekämpfung von Wald- und Flurbränden konzipiert, allerdings deutlich kleiner und leichter, ist die von Dönges in Kooperation mit @fire entwickelte Schaufelpatsche. Diese baut auf einer handelsüblichen eckigen Schaufel auf, wie sie typischerweise auf den meisten Feuerwehrfahrzeugen zu finden ist. Wird diese mit dem aus robustem, flammhemmendem Material gefertigten Patschenaufsatz bestückt, der einfach über das Schaufelblatt gezogen und mittels Klettbändern befestigt wird, entsteht eine vollwertig nutzbare Brandpatsche. In Zeiten, in denen die Brandpatsche nicht benötigt wird, wird der Aufsatz zusammengerollt oder gefaltet – und kann so sehr platzsparend verstaut werden.
Dank des innovativen Tools gewinnen Feuerwehren wertvollen Platz auf den Einsatzfahrzeugen – für schlanke 34,95 Euro (ca. 40 Franken) im Fachhandel oder im Onlineshop der Dönges GmbH & Co KG (www.shop.doenges-rs.de).

Smarter IoT-Feuerlöscher

Die Universal Feuerlöschgeräte AG aus Bern hat einen mit dem «Internet der Dinge» (Internet of Things, IoT) verbundenen Feuerlöscher zur Marktreife entwickelt. Dieser «erkennt», wenn ein Feuerlöscher aus seiner Halterung genommen, vom Standort entfernt, manipuliert oder aktiviert wurde – und schlägt Alarm. Dazu überwacht eine speziell entwickelte IoT-Sensorik im Griff des Handlöschgerätes, wenn der Sicherungssplint am Griff manipuliert oder entfernt wird oder wenn der Feuerlöscher aus seiner Halterung genommen wird. In beiden Fällen geht sofort via LoRaWAN-Netz der Swisscom ein Alarm ans CRM-System des Herstellers, der dann den Besitzer des Löschgerätes informiert und nötigenfalls einen Servicetechniker entsendet, welcher den Feuerlöscher aufspürt, überprüft, nötigenfalls instand setzt und wieder am Standort platziert.

Firmenchef Marcel Wyss ist sicher, dass dieses System Zukunft haben wird: «Dank des IoT-Griffs können unsere Kunden sicher sein, dass ihre Feuerlöscher immer am Platz und auch einsatzbereit sind. Zudem eröffnen sich noch weitere Möglichkeiten. Beispielsweise könnten wir über das System auch eine Direktmeldung an die Feuerwehr schicken. Etwa dann, wenn gleich mehrere Feuerlöscher in einem kleinen Umkreis – beispielsweise einem Einkaufszentrum, Hotel oder einer Tiefgarage – kurz nacheinander aus ihren Halterungen entfernt werden. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass effektiv ein Brand ausgebrochen ist. Dank des automatischen Alarms wäre die Feuerwehr dann sicher noch schneller vor Ort.»

Das System, das vor allem für Feuerlöscher im öffentlichen Raum entwickelt wurde, kann auf bisherigen Modellen der Universal-Schaum-, -Pulver und -CO2-Löscher nachgerüstet werden.

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