© The UK & Ireland DatabaseColin Pitchfork – hier zum Zeitpunkt seiner Verhaftung anno 1987 – war der erste Mörder, der aufgrund eines genetischen Fingerabdrucks überführt und verurteilt wurde.Colin Pitchfork – hier zum Zeitpunkt seiner Verhaftung anno 1987 – war der erste Mörder, der aufgrund eines genetischen Fingerabdrucks überführt und verurteilt wurde.Colin Pitchfork war der erste mittels DNA-Profiling überführte Mörder. Zum Verhängnis wurde ihm aber nicht nur die von Sir Alec Jeffreys an der University of Leicester entwickelte DNA-Analyse-Methode, sondern vor allem die Geschwätzigkeit eines Arbeitskollegen.

Der Mensch hat zwei individuelle Fingerabdrücke: den klassischen, den er mit den Kuppen seiner zehn Finger hinterlässt, und einen im Erbgut seiner Zellkerne hinterlegten genetischen Fingerabdruck, den er via Hautschuppen, Schweiss, Blut oder Körperflüssigkeiten am Tatort verteilt. Die Nutzung des genetischen Fingerabdrucks für kriminalistische Zwecke gehört heute zum Standardrepertoire der Forensik – und wurde 1984 vom Engländer Sir Alec Jeffreys erstmals beschrieben.

Zwei Morde – kein Täter

Etwa zur selben Zeit, am 21. November 1983, wurde in ­Narborough, Leicestershire, die 15-jährige Lynda Mann auf dem einsamen Fussweg überfallen, vergewaltigt und erdrosselt. Die Polizei konnte bei der Autopsie der Leiche Spermaspuren sicherstellen. Deren forensische Untersuchung ergab: Der Täter hat Blutgruppe A und ein eher seltenes Enzymprofil, das nur rund zehn Prozent aller Männer aufweisen. Mehr herauszufinden, war damals noch nicht möglich – und die Suche nach dem Täter blieb erfolglos.

Drei Jahre später, am 31. Juli 1986, wurde Dawn Ashworth getötet – und die Tat zeigte erschreckende Parallelen zum Mord an Lynda Mann. Wieder handelte es sich um ein 15-jähriges Mädchen, wieder lag der Tatort in Leicestershire, wieder schlug, vergewaltigte und erdrosselte der Täter sein Opfer – und wieder konnten Spermaproben sichergestellt werden. Sie zeigten dieselbe Blutgruppe und dasselbe Enzymprofil.

© University of LeicesterSir Alec Jeffreys von der University of Leicester entwickelte die Methode des genetischen Fingerabdrucks anno 1984. Angewandt wurde sie vom britischen Forensic Science Service.Sir Alec Jeffreys von der University of Leicester entwickelte die Methode des genetischen Fingerabdrucks anno 1984. Angewandt wurde sie vom britischen Forensic Science Service.Die revolutionäre DNA-Analyse

Die Ermittler um Detective David Baker wandten sich hilfesuchend an Alec Jeffreys. Dieser hatte, zusammen mit Peter Gill und Dave Werret vom nahe­gelegenen Forensic Science Service (FSS), nur ein Jahr zuvor die Technik zur Analyse des genetischen Fingerabdrucks eines Menschen beschrieben. Mithilfe des Abgleichs des DNA-Profils der an den beiden Opfern sichergestellten Spermaproben und des DNA-Profils des 17-jährigen Hauptverdächtigen Richard Buckland fanden die Forensikspezialisten Erstaunliches heraus: Beide Mädchen wurden von ein und demselben Mann getötet – aber nicht von Richard Buckland, der zumindest die zweite Tat doch bereits gestanden hatte!

So verhinderte die DNA-Analyse zum ersten Mal in der Kriminalgeschichte eine mehr als wahrscheinliche Fehl­verurteilung. ­Richard Buckland wurde freigelassen – und die Ermittler standen wieder ganz am Anfang.

Englands erstes DNA-Massenscreening

Im Bestreben, den Mörder doch noch aufzuspüren, lancierte die Polizei von Leicestershire in enger Kooperation mit dem FSS die erste Massen-DNA-Untersuchung der Kriminal­geschichte. Während sechs Monaten wurden die freiwillig abgegebenen Sperma- und Speichelproben von rund 5.000 Männern aus der Region der Tatorte gesammelt und untersucht – erfolglos.

Ein geschwätziger Mitwisser

Doch dann, fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Mord an Dawn Ashworth, am 1. August 1987, beging Ian Kelly, der gemeinsam mit Colin Pitchfork in einer Bäckerei arbeitete, den entscheidenden Fehler! Er plauderte im Pub aus, sein Arbeitskollege habe ihm 200 Pfund dafür bezahlt, eine Probe von sich unter Pitchforks Namen für das DNA-Screening abzugeben. Dieser habe nämlich Angst vor der Polizei, weil er vorbestraft sei. Eine Frau, die das Gespräch zufällig mit­anhörte, vertraute ihr Wissen der Polizei an – und am 19. September 1987 wurde Colin Pitchfork verhaftet. Eine von ihm entnommene Speichel­probe entlarvte ihn als den gesuchten Mörder.

© AmazonDer Fall von Colin Pichwork wurde 2015 fürs britische Fernsehen verfilmt. Das Drama «Code of a Killer» ist als Streaming-Video und auch auf DVD erhältlich.Der Fall von Colin Pichwork wurde 2015 fürs britische Fernsehen verfilmt. Das Drama «Code of a Killer» ist als Streaming-Video und auch auf DVD erhältlich.Der geständige Mörder

In den nachfolgenden Verhören und im Gerichtsprozess kristallisierte sich heraus: Colin Pitchfork entwickelte schon während seiner Jugendzeit exhibitionistische Neigungen, entblösste sich in mehr als 1.000 Fällen vor Frauen. Dafür wurde er, noch vor seiner Heirat im Jahr 1981, sogar einmal verurteilt und zu einer Therapie ins Carlton Hayes Hospital in Narborough eingewiesen. Erfolglos, wie Pitchfork zugab: Als ihm Akte der sexuellen Nötigung nicht mehr zur Triebbefriedigung genügten, wurde der Bäcker und Konditor, der selbst zwei Kinder hat, zum Vergewaltiger und Mörder.

Am 22. Januar 1988 – ja, damals arbeiteten Gerichte noch deutlich zügiger als heute – wurde Colin Pitchfork zu lebenslanger Haft respektive mindestens 30 Jahren Gefängnis verurteilt. In einem Berufungsprozess anno 2009 wurde die Mindeststrafe auf 28 Jahre reduziert – und 2016, nach Ablauf dieser Frist, stellte der Doppelmörder einen Antrag auf Haftentlassung. Doch der damals zuständige Lord Chief Justice of England namens Igro Judge lehnte das Ersuchen ab. Seine Begründung: Die Sicherheit der Öffentlichkeit können nicht als garantiert betrachtet werden. Da half es auch nicht, dass Pitchfork zwischenzeitlich einen Hochschulabschluss erlangt und sich zum Experten in der Abschrift von gedruckter Musik in Brailleschrift (Blindenschrift) entwickelt hatte, «mit dem Ziel, eines Tages blinden Menschen helfen zu können», wie seine Verteidiger dem Richter versicherten.

Kommt der Mörder bald frei?

2018 wurde Colin Pitchforks zweiter Antrag auf Haftentlassung erneut abgelehnt. Immerhin aber erhielt der zweifache Mörder Hafterleichterung, durfte das Gefängnis einige Male für einige Stunden verlassen. Im Dezember 2020 nun stellte Pitchfork sein drittes Haftentlassungsgesuch. Wie die britischen Richter dieses Mal urteilten, stand zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest.

Wer in die Welt der Forensik in den 1980er-Jahren eintauchen und «erleben» will, wie Detective Chief Superintendent David ­Baker mit der Hilfe von DNA-Analytiker Alec Jeffreys den zweifachen Mörder Colin Pitchfork mittels DNA-Profiling überführen konnte, sollte die dreiteilige britische Polizeidrama-Fernsehserie «Code of a Killer» anschauen – wahlweise als Stream oder auf DVD, aber in beiden Fällen nur in englischer Sprache.

© HerstellerIn einer 15-minütigen Analyse werden Basiswerte erfasst. Auf deren Grundlage wird aus knapp 1.000 Übungen ein individuelles Trainingsprogramm zusammengestellt.In einer 15-minütigen Analyse werden Basiswerte erfasst. Auf deren Grundlage wird aus knapp 1.000 Übungen ein individuelles Trainingsprogramm zusammengestellt.Regelmässiges Training sichert die körper­liche Fitness – und ist für Angehörige von Blaulichtkräften entsprechend wichtig. Doch in Zeiten geschlossener Fitness­center fällt das nicht leicht. Abhilfe soll ein neues digitales Trainingsgerät bringen.

Angehörige von Blaulichtkräften müssen topfit sein – körper­lich und geistig. Entsprechend ist regelmässiges Training unabdingbar, denn es sichert allgemeine Fitness, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. In Deutschland beispielsweise müssen Angehörige der Bundespolizei mindestens 84 Stunden Dienstsport pro Jahr absolvieren.

Corona erschwert das Trainieren

Das Problem: Personalknappheit, immer mehr Ad-hoc-Einsätze und die aufgrund der Corona-Pandemie verhängten Kontaktbeschränkungen, infolge derer zahlreiche Sportanlagen geschlossen werden mussten, erschweren die Durchführung der behördlich organisierten, verbindlichen Trainings. Einziger Ausweg für die Einsatzkräfte: individuelles Training, im Freien, allein und auf eigene Initiative. Das aber ist die Ausnahme – und so schwindet die generelle Fitness bei vielen Einsatzkräften kontinuierlich, mit negativen Auswirkungen auf die grundsätzliche Einsatzfähigkeit ganzer Korps und Einheiten.

Allein trainieren mit dem digitalen Coach

Einen Ausweg will nun die deutsche Gesund4You GmbH mit dem Trainingsgerät VELIO aufzeigen: Das Trainingsgerät kann in Dienststellen oder Kasernen aufgebaut werden und ermöglicht dort den individuellen Dienstsport im Rahmen der geltenden Corona-Regelungen. Ausgerüstet mit 3D- und Infrarot-Kamerasystem analysiert es innert weniger Minuten die fünf zentralen motorischen Fähigkeiten Koordination, Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit der Trainierenden. Dabei werden Abweichungen und Haltungsfehler von Wirbelsäule und Gelenken detektiert und dann aus einem Fundus von knapp 1.000 Übungen (ohne oder mit Geräten wie Balancepad, Stepper oder Medizinball) individuell passende Trainingspläne angeboten. Laut Rodja Joachim Krückmeyer, Berater Vertrieb der Gesund­4You GmbH, Bewegungsbotschafter und ehemaliger Leistungssportler, genügen schon kurze Trainingseinheiten von drei Mal fünf Minuten pro Woche, um die eigenen Fähigkeiten gezielt zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen.

Auf dem grossen Screen werden der persönliche Trainings­plan und die eigenen Fortschritte dargestellt. So haben die Anwender Kontrolle über das eigene Training.Auf dem grossen Screen werden der persönliche Trainings­plan und die eigenen Fortschritte dargestellt. So haben die Anwender Kontrolle über das eigene Training.Individuelle Trainingspläne

Für die Auswertung der Analysen dient ein Punktesystem zur Kalkulation sportlicher Fortschritte sowie des biologischen Alters anhand einer «Gebrechlichkeitsformel». Dabei werden nicht nur die motorischen Fähigkeiten des Nutzers trainiert. Auch die geistige Fitness und die Konzentrationsfähigkeit sollen vom Training profitieren. Dazu müssen die Nutzer zunächst über das Touch-Bedienfeld ein Konto mit wenigen persönlichen Daten wie Alter und Geschlecht anlegen und eine erste 15-minütigen Analyse absolvieren. Danach erhalten sie Übungsvorschläge und bei Bedarf einen individuellen Trainingsplan für verschiedene Szenarien per E-Mail zugesandt. Während das Gerät nur den Namen und eine persönliche ID-Nummer speichert, werden die Gesundheitsdaten in einer Cloud auf deutschen Servern abgelegt, wodurch die Datenschutz-Konformität sichergestellt sei, erklärt der Hersteller.

Geringer Platzbedarf

Pro Gerät sind fünf Quadratmeter Trainingsraum ausreichend und das Gerät ist wartungsfrei; Updates werden automatisch aufgespielt und bei Problemen kann direkt über das Gerät der Support kontaktiert werden, der dann via Fernwartung zugreifen und Störungen beheben kann. Der Preis für so viel Luxus: 14.800 Euro pro Gerät (Leasing möglich).


Infos und Kontakt:
Gesund4You GmbH
DE-35630 Ehringshausen
Tel.: +49 175 1056400
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.veliosports.de

Wer mit der Kettensäge arbeitet, ist verpflichtet, geeignete Schutzausrüstung zu tragen.Wer mit der Kettensäge arbeitet, ist verpflichtet, geeignete Schutzausrüstung zu tragen.Schlaue Köpfe schützen sich – vor allem, wenn sie im Rettungseinsatz mit scharfem Gerät hantieren, namentlich mit einer Motor- oder Rettungssäge. Schnittfeste Kleidung, Sicherheitsstiefel, Handschuhe sowie Helm und Gehörschutz sind Pflicht.

Kein Mitglied eines Sondereinsatzkommandos würde ohne Schutzweste zu einem Einsatz eilen, kein Feuerwehrmann sich getrauen, eine Glasscheibe mit blossen Fäusten einzuschlagen, und keine Rettungssanitäterin einen stark blutenden Patienten versorgen, ohne Einweghandschuhe zu tragen.

Eigenschutz ist für alle Blaulichtkräfte oberstes Gebot – das wissen alle. ­Allerdings wird just im Umgang mit besonders gefährlichem Gerät wie Ketten­sägen dieses Gebot oft leicht­fertig ignoriert. Meist geht alles glatt. Doch was, wenn nicht? Dann drohen schwerste Verletzungen, lebenslange Narben und Behinderung – und schlimmstenfalls der eigene Tod.

Daher ist es eminent und gemäss Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) sowie Art. 8 der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV) gesetzlich vorgeschrieben, dass Personen, die im Rettungseinsatz scharfes Gerät wie eine Motorsäge führen, geeignete Schutzkleidung tragen müssen. Diese hat ihnen der Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen (VUV, Art. 5).

Die obligatorische persönliche Schutz­ausrüstung für Motorsägeführer (Wald­arbeit) umfasst laut den Richt­linien der SUVA Helm, Gehörschutz, Gesichtsschutz/Augenschutz, signalfarbenes Oberteil (mit Schnittschutz), Arbeitshandschuhe (schnittsicher), Arbeitshose mit Schnittschutz sowie Sicherheitsschuhe oder -stiefel mit Stahlkappe, Schnittschutz und rutschhemmenden Sohlen. Wichtig: Die Kleidung soll – ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken – möglichst eng anliegen, damit sie beim Sägen nicht stört. Ideal sind zudem Signalfarben, um jederzeit schnell gesehen zu werden, insbesondere bei Dunkelheit, Rauch- oder Staubentwicklung.

Was gute Schutzausrüstung auszeichnet und worauf Sie achten sollten, zeigen wir am Beispiel von Produkten aus dem Hause Stihl, seit 1926 anerkannte Spezialistin für Kettensägen und entsprechendes Zubehör.

Komfortabel und sicher: das Helmset «ADVANCE X-Vent» mit integrierten Ge­hör­schützern und Visier.Komfortabel und sicher: das Helmset «ADVANCE X-Vent» mit integrierten Ge­hör­schützern und Visier.Schutz für Kopf, Gesicht und Augen

Beim Einsatz einer Motorsäge wird so einiges aufgewirbelt – vor allem Späne und Fragmente des zersägten Materials. Daher müssen Kopf, Gesicht und Augen geschützt werden. Idealerweise wird ein Helmset wie das Stihl ­«ADVANCE X-Vent», bestehend aus Helmschale, Gesichtsschutzgitter und Gehörschutz, getragen. Entwickelt für den professionellen Einsatz kann dieses Helmset, das 120 Franken kostet, per Drehverschluss optimal an die persönliche Kopfgrösse angepasst werden – auch während des Tragens. Lüftungsöffnungen sorgen für Komfort, der stabile Schirm und das Federmetallvisier mit elastischer Visierdichtung für besten Schutz sowie jederzeit beste Sicht. Die integrierten Gehörschutzkapseln können individuell eingestellt und einfach ab- oder weggeklappt werden. Wichtig: Achten Sie darauf, dass der Helm für den Einsatz mit Motorsägen zertifiziert ist, das Visier das Sichtfeld nicht einschränkt und hoch lichtdurchlässig ist. Der Gehörschutz sollte einen Dämmwert (SNR) von mindestens 27 bis 30 dB aufweisen. Denn Ketten­sägen sind laut. Richtig laut! Die Profi-Kettensäge Stihl MS 462 C-M beispielsweise erzeugt einen Schalldruckpegel von 108 dB(A) und einen Schallleistungspegel von 119 dB(A). Die Schallintensität liegt damit knapp unterhalb der Schmerzgrenze (120 dB[A]) und übertrifft den laut SUVA maximal zulässigen chronischen Schallwert von 85 dB(A) um das bis zu 1000-Fache. Nur mit einem Gehörschutz, der 27 bis 30 dB Dämmleistung aufweist, werden die maximal erlaubten 85 dB(A) eingehalten.

Bietet guten Grip und guten Schutz: der Schnittschutzhandschuh «DYNAMIC Protect MS»Bietet guten Grip und guten Schutz: der Schnittschutzhandschuh «DYNAMIC Protect MS»Schutz für die Gliedmassen

Beim Hantieren mit der Motorsäge sind auch die Hände gefährdet. Hand­schuhe sind daher ein Muss. Perfekt sind sie, wenn sie einen sicheren Griff bieten – auch bei Nässe oder Kälte – und schnitt­­sicher ausgerüstet sind. Wie ein guter Schnittschutzhandschuh aufgebaut ist, zeigt der Stihl «DYNAMIC ­Protect MS» mit Schutzniveau Klas­se 1, der vor Schnitten einer bis zu 20 m/s schnell laufenden Motorsägenkette schützt. Der Handschuh bietet dank er­go­nomischer Vorformung und Rinds­­­leder-Innenhand optimalen Grip, wobei elastisches Textilmaterial am Handrücken und an den Finger­seiten für Bewegungsfreiheit sorgt. Der Knöchelbereich ist gepolstert, ein elastischer Bund stützt das Hand­gelenk und verhindert, dass Schmutz oder Späne in den Handschuh gelangen. Zudem erleichtert ein Klettverschluss das
An- und Ausziehen. Der Preis ist klein: 77 Franken.

Sicherheitsschuhe wie der «DYNAMIC S3» sorgen für sicheren Stand und schützen vor Verletzungen.Sicherheitsschuhe wie der «DYNAMIC S3» sorgen für sicheren Stand und schützen vor Verletzungen.Ebenfalls geschützt werden müssen die Füsse. Immerhin lauern am Ein­satz­ort oft spitze Gegenstände und auch der versierteste Retter kann einmal mit der Säge abrutschen. Gegen beide Risiken schützen Sicherheitsschuhe mit Schnittschutz wie der Stihl «DYNAMIC S3» (CHF 290,–).

Der aus wasserabweisendem Nubuk-Leder gefertigte Stiefel ist widerstandsfähig, aber bequem, lässt sich mit seinen Leichtlaufösen und Tiefzieh­haken perfekt schnüren und schützt rundum. Eine Stahlzwischensohle sorgt für Durchtrittschutz und indirekten Schnittschutz. Überdies verfügt der Stiefel über einen integrierten Schnittschutz über den gesamten Vorderfuss einschliesslich der Zunge, einen verschleiss- und abriebfesten Spitzenschutz sowie eine dämpfende PU-Zwischensohle und eine rutsch­feste Profilsohle.

Gut zu wissen für Feuerwehrleute ist, dass es auch schnittfeste Gummistiefel gibt. Beispielsweise den Stihl-Motorsägen-Gummistiefel «Special» mit grobstolliger, selbst reinigender Gummiprofilsohle (Spikes-tauglich), Gummischaft mit Schnürung, Reflex­streifen und komplettem, hochwertigem Vorderfuss-Schnittschutz auf Schutzniveau 3 (Kettengeschwindigkeit 28m/s). Dieser Stiefel kostet 135 Franken.

Die Jacke und die Hose «DYNAMIC» sind körperbetont geschnitten und kombi­nieren Schnittschutz mit hohem Trage­komfort.Die Jacke und die Hose «DYNAMIC» sind körperbetont geschnitten und kombi­nieren Schnittschutz mit hohem Trage­komfort.

Schutz für den Körper

Normalerweise tragen Einsatzkräfte Uniform. Doch ist diese schnittfest? Falls nicht, sind mindestens schnittsichere Überzieh-Beinschützer Pflicht. Besser freilich ist schnittsichere Spezia­lklei-
dung. Stihl bietet einer­seits die Warnschutzkleidung «Protect MS» an, in Warnorange und mit integriertem ADVANCE-Schnitt­schutz­ (Schutz­­niveau 1; bis 20 m/s) im Brust-, Schulter-, Arm- und Bauch­bereich sowie für die Beine. Zudem bietet Stihl für besondere Einsatzzwecke, namentlich bei der Feuerwehr oder beim Zivildienst, spezielle Schnittschutzjacken und -hosen an.

Fazit

Ein Satz hochfunktionale, für den professionellen Einsatz entwickelte persönliche Schutzausrüstung für Einsatzkräfte, die Motorsägen bedienen müssen, kostet deutlich unter 1.000 Franken. Das ist weniger, als ein eintägiger Arbeitsausfall den Arbeitgeber kostet – und ein Klacks im Vergleich zu den Kosten, die nur schon eine geringfügige Schnittverletzung mit einer ­Motorsäge verursacht.

Zudem sollten Arbeitgeber, da selbst die beste persönliche Schutzausrüstung keinen absoluten Schutz vor Verletzungen garantiert, die Einsatzkräfte hinsichtlich der sicheren Arbeitstechnik mit der Motorsäge schulen und dafür Sorge tragen, dass die im Einsatz verwendeten Geräte jederzeit im tadellosen technischen Zustand sind.

Mehr Informationen und individuelle Beratung erhalten Blaulichtkräfte beim STIHL Fachhandel sowie im Internet auf www.stihl.ch

© HerstellerDie OurAir-Luftfilter von MANN+HUMMEL halten laut Hersteller die Luft in bis zu 200 Quadratmeter grossen Räumen frei von Viren, Bakterien, Pilzsporen und anderen Mikroverunreinigungen.Die OurAir-Luftfilter von MANN+HUMMEL halten laut Hersteller die Luft in bis zu 200 Quadratmeter grossen Räumen frei von Viren, Bakterien, Pilzsporen und anderen Mikroverunreinigungen.Homeoffice ist für Einsatzkräfte nicht mehr als ein Traum. Häufig sind sie gezwungen, stundenlang in geschlossenen Räumen zuzubringen. Sind diese mit modernen Luft­reinigern ausgerüstet, ist das nicht nur in Zeiten von Corona gut für die Gesundheitsvorsorge.

Der Ludwigsburger Filtrationsspezialist MANN+HUMMEL stellte im Dezember 2020 die mit Hepa-H14-Hochleistungsfiltern bestückten «antiviralen Luftreiniger» OurAir SQ 2500 und TK 850 vor. Beide Geräte filtern laut Hersteller mehr als 99,995 Prozent aller Viren, Bakterien, Pilzsporen und ­anderer ­Mikroorganismen aus der Raumluft – und sollen entsprechend auch eine hohe Sicherheit vor der Übertragung von Covid-19-Viren bieten.

Effizient und wirksam

Die in den Geräten verbauten Hepa-H14-Filter (Hepa = High Efficiency Particulate Air) wurden im Vorfeld der Lancierung gemäss den Normen ISO 29463 und EN 1822 individuell getestet. Zudem arbeiten die Geräte dank eines innovativen ePTFE-Membranmediums trotz hoher Leistungsstärke besonders geräuscharm und energieeffizient. Der Grund: Die ePTFE-Membrantechnologie (PTFE = Polytetrafluorethylen), die bisher modernsten, technologisch hochwertigsten Reinräumen vorbehalten war, ermöglicht einen markant niedrigeren Druckverlust als herkömmliche HEPA-Filter aus Mikroglasfaser-Medien, was die Energiebilanz und die Geräuschentwicklung entsprechender Geräte entscheidend verbessert.

Für bis zu 200 Quadratmeter grosse Räume

Der stationäre Raumluftreiniger OurAir SQ 2500 ist für Räume mit bis zu 200 Quadratmeter Fläche geeignet. Der kleinere und mobile Raumluftreiniger OurAir TK 850 reinigt die Luft in bis zu 70 Quadratmeter grossen Räumen. Beide Geräte tauschen die Luft bei den angegebenen Raumgrössen mindestens fünf Mal pro Stunde komplett aus. Dadurch werde die Aerosolkonzentration in Räumlichkeiten schnell und effektiv deutlich abgesenkt und auf einem konstant niedrigen Niveau gehalten, versichert der Hersteller. Dank der hohen Energie­effizienz der Geräte sei deren dauerhafter Betrieb ener­getisch günstiger als häufiges, wiederholtes Lüften der Räume – gerade in der kalten Jahreszeit, in der gründliches Lüften mit einer markanten Auskühlung der Räumlichkeiten einhergeht, welche durch verstärktes ­Heizen wieder ausgeglichen werden muss.

Im Leasing erhältlich

Damit die nötigen Investitionen potenzielle Anwender nicht abschrecken, werden die Geräte nicht nur im Kaufmodell, sondern auch im Leasing angeboten, erklärte Jan-Eric Raschke, Director & CPO Public Air Solutions, anlässlich der Vorstellung der Geräte Mitte Dezember 2020. Seiner Ansicht nach sind Luftreiniger eine langfristig sinnvolle Investition: «Unsere Luftreiniger filtern nicht nur Bakterien und Viren aus der Raumluft, sondern auch Schimmelsporen und freie Allergene, namentlich Blütenpollen, Hausstaub und Tierhaare. Damit können sie einen entscheidenden ­Beitrag zur Verringerung krankheits- oder allergiebedingter Fehlzeiten leisten.»

Auch für Klimaanlagen nachrüstbar

In mit Klima- oder Lüftungsanlagen ausgerüsteten Immobilien bietet MANN+HUMMEL als Alternative zu den neuen Luftreinigern auch die Um- und Aufrüstung mit neuen ­ePTFE-HEPA-Filtern der Klasse H14 an. Auch mit diesen würden nach EN 1822 mehr als 99,995 Prozent aller Viren, Bakterien, Mikroorganismen, Pilzsporen und Allergene aus der Raumluft entfernt – bei nahezu identischen Betriebskosten der Klima- und Lüftungsanlage. Da der Filter die Anforderungen des Brandschutzes der Klasse E gemäss EN 13501 erfüllt, ist er auch für sensible Umgebungen geeignet.

Ergänzend zu den Luftreinigern und den Spezialfiltern für Klima- und Lüftungsanlagen bietet MANN+HUMMEL auch ein kabelloses Tool für die Temperaturmessung von Personen an. Der vom Wiener Unternehmen Buildtelligent ent­wickelte «Safe Entry» erfasst die Wärmestrahlung, die vom menschlichen Körper ausgesendet wird. So können an ­Fieber leidende, potenziell infizierte Personen rasch und sicher erkannt werden, noch ehe sie ein Gebäude betreten.

Weitere Infos gibt s unter der Schweizer Hotline 0800 705 010 oder beim Hersteller, MANN+HUMMEL, 71636 Ludwigsburg, Tel.: +49 7141 98-0, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.mann-hummel.com.

Vor 37 Jahren revolutionierte die Genanalyse die Kriminaltechnik, seit 2005 regelt in der Schweiz das DNA-Profil-Gesetz ihren Einsatz. Geht es nach dem Bundesrat, soll die DNA-Analyse mittels Zulassung der DNA-Phänotypisierung künftig eine weitaus potentere Rolle spielen. Wir beantworten die zehn wichtigsten Fragen.

© Science Museum, LondonDiese Autoradiografie des ersten, von Sir Alec Jeffreys von der University of Leicester angefertigten genetischen Finger­abdrucks markierte 1984 einen Quantensprung für die kriminalistische Forensik.Diese Autoradiografie des ersten, von Sir Alec Jeffreys von der University of Leicester angefertigten genetischen Finger­abdrucks markierte 1984 einen Quantensprung für die kriminalistische Forensik.Der Bundesrat gibt Gas beim Thema DNA-Phänotypisierung: Strafverfolgungsbehörden sollen künftig weit mehr Informationen aus DNA-Spuren extrahieren und für Ermittlungszwecke nutzen dürfen als bisher. Die Botschaft zur Änderung des DNA-Profil-Gesetzes, die der Bundesrat als Antwort auf die Motion 15.4150 «Kein Täterschutz für Mörder und Vergewaltiger» von Altnationalrat Albert Vitali (FDP/LU) ­erarbeitete (siehe Box Seite 47), wurde am 4. Dezember 2020 zuhanden des Parlaments verabschiedet.

Das Gesetz würde der Schweiz nicht weniger als einen ­Paradigmenwechsel in der polizeilichen Ermittlungsarbeit bescheren – und der Genanalyse käme eine neue Rolle zu. Statt wie bisher nur dazu zu dienen, Verdächtige mittels DNA-Abgleich zu identifizieren oder auszuschliessen, würde der genetische Fingerabdruck zum potenten Ermittlungswerkzeug, mit dem äusserliche Merkmale unbekannter Personen abgeschätzt und die Herkunft nicht identifizierbarer Opfer eingegrenzt werden könnte. Das wäre der ­zweite Quantensprung der genetischen Forensik – nach der Entwicklung der Genanalyse durch den Briten Sir Alec ­Jeffreys anno 1984.

1. Welche Änderungen sind geplant?

Insgesamt sind drei wesentliche Änderungen vorgesehen. Am wenigsten revolutionär – auch wenn die administrativen Aufwände markant sinken werden – ist die Vereinfachung der Löschregelung von DNA-Personenprofilen. Deren Aufbewahrungsdauer in der DNA-Datenbank soll künftig einmalig im Urteil festgelegt werden und einzig noch bei Verwahrungen und therapeutischen Massnahmen vom Vollzug der Sanktion abhängig bleiben.

Die zweite Änderung ist eher technischer Natur: Gestützt auf die Rechtsprechung des Bundesstrafgerichts soll die Suche nach Verwandtschaftsbezug explizit im Gesetz verankert werden. Finden Ermittler beim Abgleich einer DNA-Spur in der DNA-Datenbank keinen Treffer und sind alle weiteren bisherigen Ermittlungen ergebnislos verlaufen, soll ein erweiterter Suchlauf klären helfen, ob in CODIS Personen vermerkt sind, die mit der Person, von der Spuren gefunden wurden, verwandt sein könnten. So wird die ­Chance eröffnet, die gesuchte Person unter diesen Verwandten zu identifizieren. Ein solcher zusätzlicher Suchlauf soll nur für die Aufklärung von Verbrechen (Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren; etwa Vergewaltigung, Mord oder Raub) zulässig sein und müsste durch die Staatsanwaltschaft angeordnet werden.

Die dritte Änderung ist die wichtigste: Ebenfalls nur im Fall von Verbrechen sowie auf Anordnung der Staatsanwaltschaft soll die DNA-Phänotypisierung, die Rückschlüsse auf Aussehen, Alter und biogeografische Herkunft eines Menschen zulässt, erlaubt werden. Damit will der Bundesrat, so seine Botschaft, «eine ermittlungstechnische Lücke schliessen, damit die Strafverfolgungsbehörden ihre Ermittlungsarbeit besser und rascher fokussieren können».

© Parabon NaoLabs Inc.Wie gut DNA-Phänotypisierung heute schon funktionieren kann, zeigt dieses Muster des US-amerikanischen Unternehmens Parabon NanoLabs Inc.Wie gut DNA-Phänotypisierung heute schon funktionieren kann, zeigt dieses Muster des US-amerikanischen Unternehmens Parabon NanoLabs Inc.2. Was darf die DNA-Analyse heute?

Bis dato ist das Erstellen eines DNA-Profils zur Aufklärung von Vergehen (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe) und Verbrechen zulässig. Angeordnet wird sie durch die Staatsanwaltschaft (Erstellen des DNA-Profils einer bestimmten Person) oder durch die Polizei (Erstellen eines Profils aus einer Spur). Dabei werden nur «nicht-codierende» Bereiche der DNA, die mit keinen persönlichen Eigenschaften verknüpft werden können, untersucht. Überdies dürfen DNA-Profile nur zu zwei Zwecken verwendet werden: für einen Abgleich mit der DNA-Datenbank CODIS und zur Ermittlung des Geschlechts der spurengebenden Person.

3. Was soll die DNA-Analyse künftig dürfen?

Künftig sollen Ermittler auch «codierende» Bereiche der DNA analysieren und daraus äusserlich sichtbare Merkmale einer Person ableiten dürfen. Welche Merkmale dies betrifft, soll im Gesetz abschliessend festgelegt werden, wobei der Bundesrat spätere Ergänzungen nicht ausschliesst, falls in Zukunft weitere äusserliche Merkmale zuverlässig aus DNA-Proben herausgelesen werden können.

4. Welche Grenzen sollen gelten?

Das neue Gesetz definiert drei Leitplanken: Die DNA-Phäno­typisierung soll nur im Fall von Verbrechen zugelassen sein. Sie muss durch die Staatsanwaltschaft angeordnet werden. Das Analyseergebnis darf nur für die Ermittlungen in einem konkreten, aktuellen Fall verwendet werden. Es dürfte daher nur in den Ermittlungsakten des konkreten Falls vermerkt und nicht in der DNA-Datenbank CODIS gespeichert werden.

5. Welchen Nutzen erhoffen die Befürworter?

Aus DNA-Spuren gewonnene Informationen zu äusseren Merkmalen einer Person können wertvolle Hinweise für die Ermittlungsarbeit liefern. Es entsteht ein präziseres Bild der Zielperson, der potenzielle Täterkreis (z. B. Asiate, ca. 50 Jahre alt) wird eingegrenzt, die Fahndungsarbeit fokussiert.

6. Welche Risiken befürchten die Kritiker?

Laut der 2020 von der Stiftung für Technologiefolgen­ab­schätzung TA-Swiss publizierten Studie «Neue Anwendungen der DNA-Analyse: Chancen und Risiken» (Gesamtausgabe und Kurzversion auf www.ta-swiss.ch als PDF downloadbar) besteht das Risiko «uneindeutiger» Ergebnisse. Aktuell sei es «unrealistisch», zu erwarten, man könne aus einer DNA-Analyse ein Phantombild erstellen. Andererseits könnten Unschuldige lediglich aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Herkunft ins Visier von Ermittlungen geraten. Stichworte dazu sind Racial Profiling und Rassismus. ­TA-Swiss empfiehlt daher, «die Vorteile und Risiken der DNA-Phänotypisierung gesellschaftlich zu diskutieren und –­ im Sinn einer verhältnismässigen Nutzung – auszuhandeln» Überdies gelte es, «die Anwendungsfälle und Merkmale, für welche die Methode genutzt werden darf, genau fest­­zulegen».

7. Wo wird die Methode bereits genutzt?

Als erste Nation der Welt schufen die Niederlande 2003 eine Rechtsgrundlage für die DNA-Phänotypisierung. In Deutschland trat am 12. Dezember 2019 der aktualisierte Art. 81e Strafprozessordnung (StPO), Absatz 2, Satz 2 in Kraft: «Ist unbekannt, von welcher Person das Spurenmaterial stammt, dürfen zusätzlich Feststellungen über die Augen-, Haar- und Hautfarbe sowie das Alter der Person getroffen werden.» Im Freistaat Bayern darf die DNA-Phänotypisierung seit der Novelle des bayerischen Polizeiaufgabengesetzes 2018 angewendet werden. Zwar nur zur Gefahrenabwehr (vorbeugend) und zu Zwecken des Personenschutzes, dafür aber inklusive der Ermittlung der biogeografischen Herkunft. Die StPO klammert diese explizit aus. In der Slowakei dürfen seit Mai 2018 äusserliche Merkmale zur Klärung besonders schwerer Delikte gegen Leib und Leben, die Freiheit und die menschliche Würde sowie zur Identifizierung einer Leiche oder abgetrennter Körperteile ausgewertet werden. In Grossbritannien und den USA, aber auch in Frankreich, Schweden, Polen, Spanien, der Tschechischen Republik und Ungarn wird das Verfahren angewendet, weil das Gesetz die DNA-Analyse nicht ausdrücklich auf «nicht-codierende» DNA-Abschnitte begrenzt oder anderweitigen Auslegungsspielraum lässt. In Österreich ist die Phänotypisierung bislang unzulässig. Dennoch engagiert sich der renommierte Innsbrucker Molekularbiologe Walther Parson an vorderster Front im 2017 lancierten EU-Projekt «Visage» (Visible Attributes Through Genomics). In diesem arbeiten noch bis Ende dieses Jahres 13 europäische Forschungseinrichtungen an der Vision, die DNA-Analyse so weit zu entwickeln, dass die Erstellung von Phantombildern aus DNA-Proben «standardisiert» eingesetzt werden kann.

8. Wie zuverlässig ist die Methode?

Die Genauigkeit, mit der aus einer DNA-Probe äussere Merkmale, Alter oder Herkunft eines Menschen bestimmt werden können, ist eine Frage der zugrunde gelegten Statistiken­ (siehe Box). Sie beträgt je nach Merkmal zwischen knapp 70 und nahezu 100 Prozent. Das statistische Modell für die Augenfarbe «IrisPlex» beispielsweise liefert für blaue oder braune Augen Resultate mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit. Die Zuverlässigkeit für korrekte Aussagen hinsichtlich der Pigmentierung von Haut und Haaren erstreckt sich von 67 Prozent (blonde Haare) über rund 75 Prozent (braune Haare; helle Haut) bis zu 93 Prozent (rote Haare) oder gar 99 Prozent (dunkle Haut). Zudem verraten die Gene recht genau, ob ein Mensch eher Europa, Afrika, Ostasien, Südasien, Südwest­asien oder der indigenen Bevölkerung Ozeaniens oder ­Amerikas zugehörig ist – egal wo er letztlich geboren wurde. Beim Alter ist die Bestimmung auf vier bis fünf Jahre genau möglich. Allerdings nur für Personen im Alter von 20 bis 60 Jahren. Bei sehr jungen oder alten Menschen nimmt die Zuverlässigkeit ab.

9. Wo werden hierzulande DNA-Proben analysiert?

Die Auftraggeber von forensischem DNA-Material (Polizei, Strafuntersuchungsbehörden, Strafgerichte) können bei sieben vom Bund anerkannten DNA-Analyselabors die ­Typisierung von DNA-Proben respektive -Spuren in Auftrag geben: Bei den Instituten für Rechtsmedizin Aarau, Basel, Bern, St. Gallen und Zürich, am Universitätszentrum für Rechtsmedizin Lausanne und Genf sowie im Labor für ­Molekulardiagnostik in Gentilino TI.

10. Wie funktioniert die DNA-Datenbank CODIS?

Der Abgleich der von diesen Labors erstellten DNA-Profile mit der DNA-Datenbank CODIS sowie die Analyse der Ergebnisse erfolgen im Auftrag des Bundes am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich. Die Auswertungs­resultate werden von diesem via gesicherte Datenleitung an die fedpol-Abteilung «Biometrische Identifikation» über­mittelt. Diese wiederum unterhält CODIS, ergänzt die pseudonymisierten Auswertungsresultate mit den entsprechenden Personen- und Falldaten und übermittelt die so vervollständigte Meldung dem Auftraggeber.

Per Ende 2019 umfasste die DNA-Datenbank CODIS 193.494 Personenprofile und 90.696 Tatortspuren. Im Jahresverlauf 2019 wurden bei Abgleichen zwischen Personenprofilen und einer Spur von einem Tatort rund 5.000 Treffer (Hits) verzeichnet. Die häufigsten betrafen Einbruchdiebstähle (2.327) und Diebstähle (825), Betäubungsmitteldelikte (640), Sachbeschädigung (321), Körperverletzung (117), Sexual­delikte (89), Mord/Tötung (73) sowie Identitätsfeststellung (50), Brandstiftung (49) und Raufhandel (48).

Colin Pitchfork war der erste mittels DNA-Profiling überführte Mörder. Zum Verhängnis wurde ihm aber nicht nur die von Sir Alec Jeffreys an der University of Leicester entwickelte DNA-Analyse-Methode, sondern vor allem die Geschwätzigkeit eines Arbeitskollegen. Der Mensch hat zwei individuelle Fingerabdrücke: den klassischen, den er mit den Kuppen seiner zehn Finger hinterlässt, und einen im...
Regelmässiges Training sichert die körper­liche Fitness – und ist für Angehörige von Blaulichtkräften entsprechend wichtig. Doch in Zeiten geschlossener Fitness­center fällt das nicht leicht. Abhilfe soll ein neues digitales Trainingsgerät bringen. Angehörige von Blaulichtkräften müssen topfit sein – körper­lich und geistig. Entsprechend ist regelmässiges Training unabdingbar, denn es sichert...
Homeoffice ist für Einsatzkräfte nicht mehr als ein Traum. Häufig sind sie gezwungen, stundenlang in geschlossenen Räumen zuzubringen. Sind diese mit modernen Luft­reinigern ausgerüstet, ist das nicht nur in Zeiten von Corona gut für die Gesundheitsvorsorge. Der Ludwigsburger Filtrationsspezialist MANN+HUMMEL stellte im Dezember 2020 die mit Hepa-H14-Hochleistungsfiltern bestückten «antiviralen...
Vor 37 Jahren revolutionierte die Genanalyse die Kriminaltechnik, seit 2005 regelt in der Schweiz das DNA-Profil-Gesetz ihren Einsatz. Geht es nach dem Bundesrat, soll die DNA-Analyse mittels Zulassung der DNA-Phänotypisierung künftig eine weitaus potentere Rolle spielen. Wir beantworten die zehn wichtigsten Fragen. Der Bundesrat gibt Gas beim Thema DNA-Phänotypisierung: Strafverfolgungsbehörden...
Schlaue Köpfe schützen sich – vor allem, wenn sie im Rettungseinsatz mit scharfem Gerät hantieren, namentlich mit einer Motor- oder Rettungssäge. Schnittfeste Kleidung, Sicherheitsstiefel, Handschuhe sowie Helm und Gehörschutz sind Pflicht. Kein Mitglied eines Sondereinsatzkommandos würde ohne Schutzweste zu einem Einsatz eilen, kein Feuerwehrmann sich getrauen, eine Glasscheibe mit blossen...
Seit der Respekt für Blaulichtkräfte schwindet, steigt die Zahl der «dynamischen Risiko-Einsätze» bei denen Einsatzkräfte unvorhergesehen in bedrohliche Lagen geraten. Schutzwesten sind dann mehr als nützlich. Zahlreiche BORS-Institutionen vertrauen dabei auf Produkte des belgischen Herstellers Seyntex N.V. Wäre der Anlass nicht derart negativ behaftet, Armin ­Landolt, Gründer und Inhaber der...
Mit der Kampagne «Rettungsgasse Schweiz» wurde der vom Basler Pascal Rey gegründete Verein «helfen helfen® Schweiz» bekannt. 2021, vier Jahre nach der Gründung, startet der Verein die Kampagne «#IMMERDA». Im Fokus: die Blaulichtkräfte und deren Leistungen für die Gesellschaft. Seit 1. Januar 2021 ist es gesetzliche Pflicht, bei Stau auf Autobahnen und Autostrassen mit mindestens zwei...
Hunde sind die besten Freunde des Menschen – und ein Leben ohne Hund ist möglich, aber nicht erstrebenswert. Wer’s nicht glaubt, kennt folgende sieben Geschichten der mutigsten vierbeinigen Helden nicht. Togo – der Langstreckenläufer Im Winter 1925 brach in der abgelegenen Hafenstadt Nome, Alaska, die Diphtherie aus – und bedrohte das Leben von rund 10’000 Menschen. Zwar existierte ein Serum –...
Drohnen spalten die Gesellschaft. Die einen prognostizieren ihnen eine gigantische Zukunft, andere verunglimpfen sie als «fliegende Kameras». Sicher ist: Bei Militär, Polizei sowie Schutz- und Rettungsdiensten leisten Drohnen wertvolle Arbeit. Und mit künstlicher Intelligenz an Bord werden sie zu wahren Überfliegern. Im April 2019 stellte die Schweizerische Rettungsflugwacht die «Rega-Drohne»...
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