Hunde sind die besten Freunde des Menschen – und ein Leben ohne Hund ist möglich, aber nicht erstrebenswert. Wer’s nicht glaubt, kennt folgende sieben Geschichten der mutigsten vierbeinigen Helden nicht.

© Sigrid Seppala Hanks Collection, Carrie M. McLain Memorial MuseumDer Schlittenhund Togo lief anno 1925 mehr als 260 Meilen, um ein Diphtherie-Serum zu transportieren – im Alter von zwölf Jahren.Der Schlittenhund Togo lief anno 1925 mehr als 260 Meilen, um ein Diphtherie-Serum zu transportieren – im Alter von zwölf Jahren.Togo – der Langstreckenläufer

Im Winter 1925 brach in der abgelegenen Hafenstadt Nome, Alaska, die Diphtherie aus – und bedrohte das Leben von rund 10’000 Menschen. Zwar existierte ein Serum – doch ein Blizzard verhinderte den Lufttransport und der nächstgelegene Bahnhof, in Nenana, lag 674 Meilen entfernt. In der Not wurde eine Schlittenhundestaffel aus 20 Teams zusammengestellt – und diese transportierte das lebensrettende Serum in nur fünfeinhalb Tagen nach Nome. Lange Zeit galt Leithund Balto, der die 53 Meilen lange Schlussetappe lief, als Held der Stunde. Doch später fanden Historiker heraus: Der Musher Leonhard Seppala und sein Siberian-Husky-Rüde Togo legten gesamthaft unglaubliche 264 Meilen zurück! Heute erinnert eine Statue im Seward Park in New York an Togo und 2019 wurde seine Geschichte im Disney+-Streifen Togo verfilmt – mit Togos direktem Nachfahren Diesel und ­Willem Dafoe als Leonhard Sep­pala in den Hauptrollen.

Todd – der lebende Schutzschild

Der Golden-Retriever-Rüde Todd stellte sich im Juli 2018 zwischen seine Besitzerin Paula Godwin und eine Klap­perschlange. Anstatt ins Bein von Paula biss diese in das Gesicht des Hundes. Tierärzte behandelten den mutigen Vierbeiner mit einem Gegengift – und nach zwölf Stunden konnte Todd die Tierklinik wieder verlassen – mit dick geschwollenem Gesicht. Ende 2018 wurde sein Mut mit dem «Milk-Bone Dog of the Year»-Preis ausgezeichnet.

© American Kennel ClubDie hochdekorierte Kriegsheldin Summer arbeitet heute an der Seite von Sergeant Micah Jones bei der Transportpolizei in Washington.Die hochdekorierte Kriegsheldin Summer arbeitet heute an der Seite von Sergeant Micah Jones bei der Transportpolizei in Washington.Summer – die Kriegsheldin

Summer, eine neunjährige Labrador-Retriever-Hündin, arbeitet an der Seite von Sergeant Micah Jones als Bombenspürhund bei der Transportation Security Administration (TSA) des Amtrak Police Departments in Washington,
D.C. – und «erholt» sich dort von ihrem früheren Dienst als Armeehund des Marine Corps in Afghanistan. Im Fronteinsatz, anno 2012, setzte Summer mehrfach ihr Leben aufs Spiel, klärte Routen für die Truppen, spürte unzählige Waffenverstecke und improvisierte Sprengkörper auf und überlebte diverse Feuergefechte – unverletzt.

© thisislovepodcast.comBlindenführhündin Roselle brachte ihren Besitzer Michael Hingson beim 9/11-Terroranschlag in Sicherheit – aus dem 78. Stock von Turm 1 der Twin Towers.Blindenführhündin Roselle brachte ihren Besitzer Michael Hingson beim 9/11-Terroranschlag in Sicherheit – aus dem 78. Stock von Turm 1 der Twin Towers.Roselle – die Evakuationsspezialistin

Am 11. September 2001 um 8.45 Uhr donnerte ein Flugzeug in den ersten Turm des World Trade Centers. In dessen 78. Stockwerk sass der von Geburt an blinde Verkaufsdirektor Michael ­Hingson an seinem Schreibtisch. Bei ihm seine Blindenhündin Roselle. Nach dem Einschlag des Flugzeugs schnappte die damals vierjährige Labra­dor-­Retriever-Dame ihren «Schutz­befohlenen» und führte diesen über die Nottreppe abwärts, quer durch Rauch, Schutt und Menschenhorden. «Just als wir die Lobby verliessen und auf den Bürgersteig traten, raste das zweite Flugzeug in Turm 2.

Es klang wie ein Wasserfall aus Metall und Beton», erinnert sich Hingson. Roselle rannte los, in einen U-Bahn-Eingang und dann weiter – bis zur etwa 40 Blocks (!) entfernten Wohnung eines Freundes von Hingson. Nach 9/11 kehrte Hingson in seine Heimat Kalifornien zurück. Dort engagierte er sich für die Blindenführhunde-Organisation, die Roselle ausgebildet hat. Die Hündin wurde 2002 mit dem «Award für Canine Excellence» geehrt und starb im Juni 2011 im stolzen Alter von 14 Jahren. Michael Hingson widmete ihr zwei Bücher: «Thunder Dog» und «Running with ­Roselle».

© American Kennel ClubRottweiler Gunther tröstet zusammen mit Herrchen John Hunt und anderen Freiwilligen die Opfer von Amokläufen und Attentaten.Rottweiler Gunther tröstet zusammen mit Herrchen John Hunt und anderen Freiwilligen die Opfer von Amokläufen und Attentaten.Gunther – der Trostspender

Der sechsjährige Rottweiler-Rüde Gunther ist ein von der Alliance of Therapy Dogs zertifizierter Therapiehund – und kümmert sich gemeinsam mit seinem Besitzer John Hunt um Opfer von Amokläufen und Massentötungen, darunter die Schiessereien im Pulse Nightclub in Orlando (2016; 49 Tote), die Amoktaten beim Harvest Festival in Las Vegas (2017; 58 Tote) und in der First Baptist Church in Sutherland Springs (2017; 26 Tote), das Schulmassaker von Parkland (2018; 17 Tote), das Attentat in der Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh (2018; 11 Tote), der Amoklauf in Virginia Beach (2019; 12 Tote) und der Walmart-Amok in El Paso (2019; 22 Tote). Ausserhalb solcher Einsätze, bei denen auch die Rettungssanitäter, Polizisten, Feuerwehrleute und andere Hilfskräfte die Dienste der Notfall-Trostspender gerne annehmen, schenken Gunther und John den Patienten ihres regionalen Krankenhauses Liebe und ein Lächeln. 2018 gründete John Hunt die gemeinnützige Gruppe «Crisis Res­ponse Canines» für die Ausbildung und den landesweiten Einsatz von Krisenreaktionshunden.

© doggies.comSchult Kinder zum Thema Brandsicherheit: Dalmatiner-Dame Molly.Schult Kinder zum Thema Brandsicherheit: Dalmatiner-Dame Molly.Molly – die Feuerwehrhündin

Molly, eine siebenjährige Dalmatinerin, ist das Maskottchen der «Keep Kids Fire Safe Foundation» (KKFSF), einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich dafür einsetzt, die Zahl der brandbedingten Todesfälle und Verletzungen bei Kindern und ihren Familien zu verringern. Molly ist gemeinsam mit Frauchen Dayna Hilton, die selbst 18 Jahre bei der Feuerwehr diente, von Welpenpfoten an dabei – und der Star von Präsentationen zum Thema Brandschutz. Jährlich reist sie rund 25’000 Meilen quer durch die USA, um vorzuführen, wie man einen Rauchmelder mit der Nase «testet» und im Brandfall unter dem Rauch hindurchkriechen sollte.

© US Dep. of Defence/United States NavyWill Chesney und sein Hund Cairo waren bei den Navy Seals aktiv – und auch nach ihrer Militärkarriere unzertrennlich. Ihre Memoiren sind eine eindrückliche Lektüre, nicht nur für Hundeliebhaber.Will Chesney und sein Hund Cairo waren bei den Navy Seals aktiv – und auch nach ihrer Militärkarriere unzertrennlich. Ihre Memoiren sind eine eindrückliche Lektüre, nicht nur für Hundeliebhaber.Cairo – der vierbeinige Navy Seal

Der Malinois-Rüde Cairo ist der wohl berühmteste Armeehund der Welt, denn er war an der Seite seines Hundeführers Will Chesney am 2. Mai 2011 in die «Operation Neptune Spear» involviert, als 20 Navy Seals in Abbottabad, Pakistan, Terrorführer Osama bin Laden töteten. Fast auf den Tag genau neun Jahre nach dem Einsatz, am 21. April 2020, erschienen Will Chesneys Memoiren unter dem Titel «No Ordinary Dog: My Partner from the Seal Teams to the Bin Laden Raid». In dem knapp 340 Seiten dicken Buch blickt Chesney auf seine 13 Jahre währende Karriere im Dienst der Navy Seals zurück und erzählt, was er dort ab 2008 mit seinem treuen Begleiter Cairo erlebte. Wie er um dessen Leben bangte, als Cairo 2009 in Afghanistan bei einem Feuergefecht lebensbedrohliche Verletzungen an Brust und Bein erlitt – und nur überlebte, weil er noch vor Ort von einem in taktischer Einsatz-Medizin versierten Kameraden behandelt wurde, ehe er nach Bagram, dem nächstgelegenen Militärstützpunkt mit Veterinärstab, geflogen wurde. Wie Cairo nochmals Chesneys «ziviles» Leben rettete, als dieser 2013 infolge einer Granatenexplosion, bei der er eine Hirnverletzung erlitt, eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelte und an Suizidgedanken litt. Und wie Chesney rund ein Jahr später Cairo beistand, als dieser ihn am meisten brauchte ... Wer gerne englischsprachige Bücher liest, findet in diesem Buch eine lesenswerte Lektüre für die kommenden langen Winterabende. Mitreissend, wahr und berührend – nicht nur für Hundefreunde.

© U.S. Department of Defence/ U.S. Air Force/ Master Sgt. Barry LooBrandon Tseng, COO von Shield AI, präsentierte auf der «ThunderDrone Tech Expo» in Tampa, Florida, im Jahr 2017 den ersten Prototypen der Kampfdrohne «Nova».Brandon Tseng, COO von Shield AI, präsentierte auf der «ThunderDrone Tech Expo» in Tampa, Florida, im Jahr 2017 den ersten Prototypen der Kampfdrohne «Nova».Drohnen spalten die Gesellschaft. Die einen prognostizieren ihnen eine gigantische Zukunft, andere verunglimpfen sie als «fliegende Kameras». Sicher ist: Bei Militär, Polizei sowie Schutz- und Rettungsdiensten leisten Drohnen wertvolle Arbeit. Und mit künstlicher Intelligenz an Bord werden sie zu wahren Überfliegern.

Im April 2019 stellte die Schweizerische Rettungsflugwacht die «Rega-Drohne» vor. Diese soll die Luftrettungskräfte bei der Suche nach Vermissten unterstützen und ohne Sichtverbindung zum Piloten vordefinierte Gebiete autonom absuchen. Dazu verfügt der rund 17 Kilogramm schwere Mini-Helikopter über Satellitennavigation mit zwei hochpräzisen, redundanten GNSS-Empfängern, ein Antikollisionssystem (FLARM und ADS-B-Empfänger) und bordeigene Geländemodelle sowie Hindernisdatenbanken.

Erkennen, wie Menschen aussehen

Bei der Suche nutzt die Drohne diverse Sensoren, darunter eine neuartige Mobiltelefon-Ortung sowie je eine Wärme- und Tagbildkamera. Deren Signale werden in Echtzeit kategorisiert – mithilfe einer vom «Autonomous Systems Lab» der ETH Zürich entwickelten Software. Der lernfähige KI-Algorithmus erkennt Personen in diversen Positionen und aus verschiedenen Perspektiven – und agiert mit jedem Bild, das er auswertet, zuverlässiger und schneller. Detektiert die Software bei der Bildauswertung einen «Treffer», übermittelt sie Koordinaten und Live-Bilder an den Operator. Bestätigt dieser den Sucherfolg, wird der Rettungstrupp losgeschickt. Das bedeutet: Ungeachtet der KI-Software sind Operator und Pilot unverzichtbar. Sie koordinieren die Suche mit anderen Einsatzkräften, geben der Drohne das Suchgebiet vor und verifizieren die von der Drohne vermeldeten Sucherfolge. Aber die KI an Bord der Drohne gestaltet die Suche schneller und sicherer.

© RegaDie neue Rettungsdrohne der Schweizerischen Luft­rettungsgesellschaft Rega kann definierte Suchgebiete autonom absuchen und verfügt über einen lernfähigen Algorithmus zur Detektion menschlicher Körper.Die neue Rettungsdrohne der Schweizerischen Luft­rettungsgesellschaft Rega kann definierte Suchgebiete autonom absuchen und verfügt über einen lernfähigen Algorithmus zur Detektion menschlicher Körper.Ahnen, was Menschen in Not tun

Ebenfalls der optimierten Suche nach Vermissten dient ein Projekt des Polytechnikums der Universität Virginia. Dort wollen Forscher Drohnen befähigen, die Lehren aus früheren Einsätzen für eine effizientere Suche zu nutzen. Dazu entwickelten sie aus den Daten von rund 50’000 Vermisstenfällen knapp drei Dutzend «Opferprofile». Kennt nun die Suchdrohne wesentliche «Eckdaten» aktuell Vermisster wie deren Alter, Fitness-Level und mitgeführte Ausrüstung, ermittelt die KI-Software, wie sich die Gesuchten verhalten werden. Denn die Erfahrung zeigt: Jüngere, sportliche Personen und grundsätzlich alle, die ein Smartphone mitführen, versuchen oft, aufzusteigen, in der Hoffnung auf Netzverbindung. Ältere, geschwächte und unerfahrene Berggänger indes streben talwärts – oder verharren an Ort und Stelle. Je besser die Drohne also «ihre Kundschaft» kennt, desto wahrscheinlicher wird ein schneller Sucherfolg – hoffen die Forscher.

© Westpac Little RipperDie in Australien entwickelte West­pac-Little-Ripper-Drohne «Croc­Spotter» erkennt Kroko­dile an deren typischem Bewegungs­muster.Die in Australien entwickelte West­pac-Little-Ripper-Drohne «Croc­Spotter» erkennt Kroko­dile an deren typischem Bewegungs­muster.Wissen, wie Haie schwimmen

Kein Rätsel ist «ihre Kundschaft» für die Entwickler der australischen Westpac-Little-Ripper-Lifesaver-Drohnen vom Typ «Sharkspotter» und «Crocspotter», mit deren Hilfe Haie und Krokodile in Küstengewässern und entlang von Wasserstrassen aufgespürt werden. Kernstück der Drohnen ist eine von der Technischen Universität Sydney entwickelte KI-Lösung, welche die Schwimm- und Körperbewegungen von mit Hochleistungskameras gefilmten Objekten auswertet.

Der Algorithmus erkennt – in Echtzeit und mit gut 90 Prozent Zuverlässigkeit – sofort, was im Wasser schwimmt: Rochen, Wal, Delfin, Surfer, Schwimmer – oder eben ein Hai oder ein Krokodil. Im Fall eines Treffers warnt die Drohne anwesende Personen mit bis zu 700 Dezibel (!) lauten Warntönen. Zudem kann der Drohnenpilot, der die Bilder live auf dem Monitor sieht, via Lautsprecher eine Durchsage absetzen und Rettungsmittel abwerfen.

© Charles A. and Anne Morrow Lindbergh FoundationJohn Petersen von der Charles A. and Anne Morrow Lindbergh Foundation zeigt eine der nachtflugfähigen Drohnen, mit denen Ranger in Afrika Wilderer aufspüren.John Petersen von der Charles A. and Anne Morrow Lindbergh Foundation zeigt eine der nachtflugfähigen Drohnen, mit denen Ranger in Afrika Wilderer aufspüren.Fliegen, um Straftaten zu vermeiden

Aus Boston kommt «Neurala Brain,» ein lernfähiges neurales Netzwerk, mit dessen Hilfe Drohnen vordefinierte Ziele wie Personen oder Fahrzeuge besonders schnell und sicher aufspüren können – selbst in Menschenmengen oder im dichten Verkehr. Das gestaltet Such- und Fahndungseinsätze effizienter, kann aber auch helfen, Straftaten zu verhindern. So nutzen afrikanische Ranger im von der Charles A. and Anne Morrow Lindbergh Foundation unterstützten «Air Shepherd»-Programm nachtflugfähige, autonom agierende Drohnen, um Wilderer zu detektieren, zu stören und zu verhaften, noch ehe diese Elefanten oder Nashörner erlegen können. Dank der KI-Lösung wurde ihre Suche effektiver –
und wo die Drohnen fliegen, trauen sich die Wilderer schon gar nicht mehr in den Busch.

Zeigen, was sonst niemand sehen kann

Die aktuell vermutlich leistungsstärkste KI-Drohne ist der Quadrocopter «Nova2» des US-amerikanischen Unternehmens «Shield AI». Das auf KI spezialisierte Unternehmen wurde 2015 von Brandon Tseng, Ex-Navy-Offizier und Afghanistan-Veteran, und dessen Bruder Ryan gegründet – und hat bis heute rund 48 Mio. Dollar von acht Investoren erhalten, darunter Schwergewichte wie Andreessen Horowitz, Breyer Capital, SVB Capital und Bloomberg Beta.

Das zentrale Vorzeigeobjekt von Shield AI ist der 2017 erstmals präsentierte fliegende Kampfroboter «Nova». Mittlerweile in der zweiten Generation am Start soll die Drohne, die optional auch kleinere Nutzlasten transportieren (und abwerfen) kann, Bodentruppen wirkungsvoll unterstützen. Der Grund: Bodentruppen stellen in modernen Kriegen kaum fünf Prozent der Truppe, beklagen aber 90 Prozent der Opfer. Diese fallen vor allem auf der berüchtigten «letzten Meile», im Nahkampf in den Städten, an. «Nova2» soll diese Truppen unterstützen – indem er für diese alle für die Satelliten- und Luftaufklärung unzugängliche Gebiete wie Innenräume, Keller, Höhlen, Stollen und Tunnels selbstständig oder von einem Piloten gesteuert ausspioniert.

«Nova2» kann vom Boden gestartet, aber auch aus Flugzeugen abgesetzt werden. Dabei sorgen die bordeigene Flugsteuerung sowie eine hochentwickelte elektronische Stabilisierung für den sicheren Übergang vom freien Fall in den gesteuerten Flug.

Im Einsatzgebiet klärt die Drohne das Umfeld auf – mit 21 Sensoren, darunter vier 8-Megapixel-Tag-/Wärmebild-Kameras mit nahezu 360-Grad-Sichtfeld, fünf Stereo-Tiefensensoren, redundante inertiale Messeinheiten (IMUs), Barometer, Dualband-GPS, Sonar und Kompass. Die KI-Software scannt die Echtzeit-Videos auf gegnerische Kämpfer und weitere Gefahrenherde und zeigt diese in der Lagekarte an – dank App auf jedem verbundenen Android-Smartphone.

Dazu verfügt die Drohne über mächtig Rechenleistung: 30 TOPs, 512 GPU- und acht CPU-Kerne sowie spezialisierte ASICS (anwendungsspezifische integrierte Schaltungen) verarbeiten die von den Sensoren gelieferten Daten mit 30 GBit pro Sekunde.

Natürlich kann «Nova2» auch in absoluter Dunkelheit (Black-out-Bedingungen) eingesetzt werden – dank mehrerer In­frarot-Blitzer. Diese sind so platziert, dass Rückstreuungen durch Staub und Luftpartikel vermieden werden. Zudem stellen spezielle Algorithmen sicher, dass die IR-Blitze die Sicht des mit Nachtsichtgerät arbeitenden Operators nicht beeinträchtigen.

Für 2021 hat Shield AI überdies ein Software-Update angekündigt, welches den Einsatz von «Nova2» im intelligenten Schwarmverband ermöglichen soll. Spätestens dann werden selbst die hartnäckigsten Drohnenkritiker einsehen müssen: Drohnen mit KI sind weit mehr als «fliegende Kameras».

© SwissphoneExperten warnen eindringlich: Ein Black­­­out in den kommenden fünf Jahren ist sehr wahrscheinlich – und trifft er die Schweiz, wird es böse enden. Doch das Risiko wird unterschätzt. So wie die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie ignoriert wurde. Bis Corona kam. Die Schweiz sollte daher die richtigen Lehren ziehen – und zwar jetzt!

Herbert Saurugg ist ein europaweit gefragter und viel zitierter Experte rund ums Thema Blackout. Der Major a. D. und Master of Science für Business Development mit Spezialisierung in Sicherheitsforschung, kritische Infrastruktur sowie systemisches Risiko- und Krisenmanagement ist Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV), Lektor an diversen (Fach-)Hochschulen und Betreiber der Website www.saurugg.net. Auf dieser warnt er: «Ein europaweiter Strom- und Infrastrukturausfall (Blackout) ist binnen der kommenden fünf Jahre sehr realistisch!»

Direkt daneben findet man den Link zum Film «Schweiz im Dunkeln», den das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) im Nachgang zur Sicherheitsverbundsübung (SVU) 2014 publizierte. Der Streifen zeigt, was ein Blackout auslösen würde: Die Versorgung der Bevölkerung bräche ebenso zusammen wie die Kommunikation. Panik würde ausbrechen, gefolgt von Plünderungen, Unruhen und Gewaltexzessen. Denn die Geschichte zeigt: In der existenziellen Krise greift der Mensch zum Faustrecht – und der Staat verliert die Kontrolle und das Machtmonopol.

Laut Saurugg stellt aber nicht die Möglichkeit eines Blackouts die grösste Gefahr dar, sondern die weitverbreitete, völlig weltfremde Hoffnung, so etwas werde schon nicht passieren.

Corona beweist: Risikoszenarien treten ein!

Aktuell erleben wir, wie irrational diese Annahme, die von der Politik gern gelebte Ignoranz des garantierten Risikos ist: Wir leben inmitten eines Pandemieszenarios. An dessen tatsächliches Eintreten glaubte kaum jemand – weder vor Jahresfrist noch vor sechs Jahren, als eine «Influenza-Pandemie» das zentrale Szenario der Sicherheitsverbundsübung (SVU) 2014 bildete – flankiert um Szenario 2, einen «Stromausfall mit anschliessender, längerer Strommangelversorgung», also einen Blackout.

Nun führt uns die Coronakrise nicht nur vor Augen, wie schnell das theoretisch Denkbare zur bitteren Realität wird, sondern auch, dass viele der Schlussfolgerungen aus der SVU 14 zu wenig weit griffen und die Realität eben doch meist eine andere ist als die Theorie der Übung. Seit Monaten nimmt das strukturelle und handlungsbezogene Durcheinander in puncto Corona zu, vieles wirkt unbeholfen, ja teils komplett kopf- und konzeptlos. Die Folge: Das Vertrauen der Bevölkerung in die Fähigkeiten der Führung und die Sinnhaftigkeit der Massnahmen schwindet zusehends.

Corona ist lästig, der Blackout gefährlich

Verglichen mit der Coronakrise freilich hat ein Blackout weit grössere Brisanz. Zwar lähmt Corona die Wirtschaft, der Bund verliert Milliarden und viele Menschen ihren Job. Zwar muss sich die wohlstandsverwöhnte Bevölkerung längerfristig mit gewissen Restriktionen arrangieren. Doch die Grundversorgung hat Corona bis dato nie tangiert. Nicht einmal ansatzweise. Dennoch keimte im Frühjahr rasch Panik auf. Nur schon die Angst ums Klopapier trieb manche Leute dazu, die Fäuste auszupacken – völlig bar jedweder tatsächlichen Not.

Kaum vorstellbar daher, was beim Blackout geschähe. Wenn die Menschen frieren, hungern, dürsten und stinken würden. Wenn Seuchen ausbrächen, weil Müllentsorgung, Toiletten und Kläranlagen nicht mehr funktionierten. Wenn keiner fliehen könnte – mangels Treibstoff und angesichts stillstehender Busse, Züge und Flugzeuge. Wenn die Behörden stumm blieben und die Menschen nicht wüssten, was gerade passiert und wo Gefahren drohen – weil die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) tot wäre und alle Kanäle schweigen würden.

Es geschähe Folgendes: erst Panik, dann Chaos, dann Gewalt – zuerst in den Städten, wo die Abhängigkeit der Menschen von der infrastrukturellen Versorgung grösser ist, dann auch auf dem Land. Die Blaulichtkräfte (BORS) wären stark gefordert – und auf eine funktionierende IKT angewiesen.

Wer nicht kommuniziert, stirbt …

Doch ihre Kommunikationsfähigkeit wäre stark beeinträchtigt. Der Abschlussbericht der SVU 14 hält glasklar fest: «Bei einem Stromausfall von mehr als vier Stunden wäre seitens der BORS die übliche Alarmierung via Telefon und Internet nicht mehr zu garantieren.» Zudem zeigte die SVU 14, dass «von den untersuchten IKT nur jene den Anforderungen genügten, welche für den Stromausfall ausgelegt sind: Bernradio, FIS Heer, Notfunk EDA, Polycom und das (analoge) Festnetz für Telefonie.» Letzteres freilich wurde zwischenzeitlich – mit dem Segen von Bundesrat und BABS notabene – abgeschaltet!

Masterarbeit «Blackout in der Schweiz»

Eine vertiefte Betrachtung der «Alarmierung und Notkommunikation durch Behörden und BORS in der Schweiz bei einem europaweiten Stromausfall» liefert die Masterthesis «Blackout in der Schweiz». Diese hat Lucien Nicolas Schibli aus Muttenz 2019 unter Betreuung durch Herbert Saurugg an der Donau-Universität Krems erarbeitet (PDF abrufbar auf www.saurugg.net unter «Studien»). Deren Fazit lautet: «Hinsichtlich der Notkommunikation sind zentrale Anlaufstellen auf kommunaler Ebene (Notfalltreffpunkte) für die Bevölkerung vielversprechend. Sie müssen jedoch zuerst noch fertig konzipiert und umgesetzt werden. Die organisationsinterne und -übergreifende Notkommunikation basiert sehr stark auf dem Polycom-System. Da dieses aber unterschiedlich gut gehärtet ist, wären eine Überprüfung/Ausbau der Härtung sinnvoll, bis neue Systeme im Einsatz stehen».
Damit bestätigt die Masterarbeit, was im Abschlussbericht zur SVU 14 steht: Im Blackout-Fall bestehen markante Defizite in den Bereichen Kommunikation, Informationsaustausch und Alarmierung der Bevölkerung. Das ist fatal, denn der Abschlussbericht zur SVU 14 konstatiert auch, dass «sichere und stabile Verbindungen für die Führung und das Managen in der Krise unabdingbar sind, wobei die untersuchten IKT-Systeme den Ansprüchen der Lage aber mehrheitlich nicht genügen würden.» Entsprechend lautete Empfehlung 11 der SVU 14: «Es muss ein sicheres Datenverbundnetz geschaffen werden, das Stellen des Bundes, der Kantone und Dritter umfasst, welche für die Sicherheit und Versorgung des Landes essenziell sind».

Viele Kantone zögern zu lange

Die Umsetzung dieser Empfehlung aber verläuft bisher mehr als schleppend. Vorbildlich agierte einzig der Kanton Basel-Landschaft. Er rüstete bereits 2016 alle sechs Feuerwachen mit dem autarken Paging der Swissphone Wireless AG aus (siehe Blaulicht 1/2018). Dieses autarke Funknetz nutzt die gleiche Funkfrequenz wie das TELEPAGE-Funkrufsystem und dient als autonome und ständig verfügbare Rückfall­ebene zu diesem. Das TELEPAGE-Funkrufsystem selbst ist dank mehrfacher Redundanzen und ständiger Überwachung nachgewiesen zuverlässig, deckt 99 Prozent der bewohnten Gebiete der Schweiz ab und ist im Gegensatz zu IP-basierten Alarmierungssystemen nicht anfällig für Cyberangriffe. Zudem es ist es beliebig skalierbar, denn die Zahl der adressierten Funk-Pager ist unbegrenzt.

Zwischenzeitlich setzen weitere Institutionen und Gemeinden, etwa im Kanton Schwyz, auf das autarke Swissphone-Paging – kombiniert mit Notfalltreffpunkten für die Bevölkerung (siehe Blaulicht 2/2020). Doch insgesamt sind es klar zu wenige. Obwohl alle wissen: Ohne funktionierende (Not-)Kommunikation zwischen den BORS und der Bevölkerung sowie den BORS untereinander ist man in einer Krise chancenlos.

Das Bewusstsein wächst – langsam

Immerhin gibt folgende Meldung Anlass zur Hoffnung: Ende Juni 2020 nahmen Vertreter von Blaulichtorganisationen aus elf Kantonen sowie des Bundes an einem Swissphone-Workshop zum autarken Paging teil – trotz strikten Corona-Konzepts. Das zeigt: Die Erkenntnis, dass Blackout-resistente IKT-Systeme wichtig sind, wächst – und mit ihr die Bereitschaft, sich über die nötige Technik zu informieren, diese zu beschaffen und zu installieren.

Allerdings offenbarte der Workshop auch noch Erschwernisse, die es zu beseitigen gilt. Neben Herausforderungen bezüglich politischer Strukturen, Zuständigkeiten und gesetzlichen Auftrags führen auch unterschiedliche Anforderungen zu Unsicherheiten hinsichtlich der grundlegenden Organisation einer IKT für den Krisenfall. Hierzu wäre zu sagen: Da ein Blackout immer überregional ist, müssen die IKT-Systeme der BORS gemeinde-, regions- und kantons­übergreifend kompatibel sein. Die autarken Sender von Swissphone erfüllen diese Anforderungen – und sollen künftig auch die Möglichkeit zur Integration eines Notfallknopfs an der Sendestation eines Notfalltreffpunkts beinhalten. Diese Optimierung an der Schnittstelle Bevölkerung/Leitstelle wird von den Entwicklern der Swissphone Wireless AG aktuell erarbeitet – als direkte Reaktion auf Inputs aus Kundenkreisen sowie aus dem Workshop im Juni 2020.

Eine scharfe und zuverlässige Rettungsschere ist ein für Spezialisten der taktischen Einsatz-Medizin (TEM), Notfallsanitäter, First Responder, Notärzte, aber auch Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte unverzichtbares Hilfsmittel. Wir haben fünf Modelle unter die Lupe genommen.

Eine gute Rettungsschere muss zahlreiche Anforderungen erfüllen: Sie muss scharf sein, um selbst dicke und stabile Gewebe oder gar dünne Metalle (Fingerringe, Reissverschlüsse) durchtrennen zu können. Zudem muss sie robust, rostfrei, möglichst im Autoklaven desinfizierbar, auch mit Handschuhen bedienbar, dennoch kompakt und sicher transportierbar sein. Wie gut erfüllen fünf weltweit beliebte und erhältliche Modelle diese Anforderungen?

© HerstellerLeatherman Raptor: Die Kombination aus Rettungsschere und Multitool hat weltweit viele Fans. Sie ist aber leider nicht autoklavierbar und sehr schwer zu reinigen.Leatherman Raptor: Die Kombination aus Rettungsschere und Multitool hat weltweit viele Fans. Sie ist aber leider nicht autoklavierbar und sehr schwer zu reinigen.Leatherman Raptor: das Multitalent

Die Leatherman Raptor ist das Schweizer Sackmesser unter den Rettungsscheren. Sie ist zusammenklappbar, kann mit einem Clip an der Kleidung befestigt, an einer Öse gesichert oder in einem Molesystem-tauglichen Holster mitgeführt werden. Neben der Scherenfunktion bietet die Leatherman Raptor Zusatzfunktionen wie Glasbrecher, Gurtschneider, Fingerring-Cutter, Massstab und Sauerstofftank-Schlüssel (nur US-Norm). Die rund 3 mm starken Klingen aus 420-HC-Stahl (untere mit Zahnung) rasten beim Ausklappen sicher in ihre Arretierung und sind sehr scharf. Ausgeklappt ist die Raptor stolze 20,5 cm lang, eingeklappt misst sie 13 cm. Ihr Gewicht: 165 Gramm. Ihr Preis: ab knapp 100 Franken.

Unser Fazit: ein vielseitiges Nothilfewerkzeug, vor allem für den Ausseneinsatz. Leider schwer zu reinigen und nicht autoklavierbar. Zudem bietet die Raptor punkto Haupteinsatzzweck keinen entscheidenden Vorteil.

© HerstellerDie ParaShears von SOG kombiniert diverse Tools mit einer Rettungsschere. Wie die Raptor ist sie vielseitig, schwer zu reinigen, aber immerhin autoklavierbar.Die ParaShears von SOG kombiniert diverse Tools mit einer Rettungsschere. Wie die Raptor ist sie vielseitig, schwer zu reinigen, aber immerhin autoklavierbar.SOG «ParaShears»

Die SOG «ParaShears» wurde zusammen mit Notärzten und Sanitätern entwickelt und kombiniert eine Rettungsschere mit 3Cr13-Stahlklingen mit Glasbrecher, Leinen- und Gurtschneider, Seilschneider, Zentimeter- und Millimetermass, Pinzette, Wellenschliffklinge, Ahle, Sauerstoffflaschenschlüssel, Kreuz- und Schlitzschraubendreher sowie Flaschenöffner. Wie die Leatherman Raptor kann die Schere zusammengeklappt werden. Allerdings ist sie noch komplizierter zu reinigen als ihr Vorbild. Immerhin aber kann die knapp 19 cm lange und 135 Gramm schwere Vielzweckschere zur Desinfektion autoklaviert werden. Ein Nylonetui gehört zum Lieferumfang. Die Preise starten bei knapp 100 Franken.

Unser Fazit: Noch vielseitiger als die Raptor, noch schwerer zu reinigen, wenngleich autoklavierbar ist die Para­Shears besonders vielseitig. Bezüglich ihres Haupteinsatzzwecks aber ist sie einer konventionellen Rettungsschere nicht überlegen.

© HerstellerDie Rettungsschere Robin «Safety boy» von Kretzer ist schwer, massiv und robust. Sie eignet sich aber nicht für das tägliche Mittragen.Die Rettungsschere Robin «Safety boy» von Kretzer ist schwer, massiv und robust. Sie eignet sich aber nicht für das tägliche Mittragen.Kretzer Robin «Safety boy»: schwere Kost

Die Rettungsschere Robin «Safety boy» ist ein Monster: 24 cm lang und 465 Gramm schwer schneidet sie wirklich alles – selbst dickstes Leder, Seile und sogar dünne Drähte. Zwar ist sie, anders als die meisten Rettungsscheren, nicht abgewinkelt. Doch ein breiter, abgerundeter Kunststoffschutz verhindert Schnittwunden. Praktisch sind der Glaszertrümmerer sowie die Halterung, mit der die Schere im Einsatzfahrzeug verschraubt werden kann. Das alles hat seinen Preis: Die Robin «Safety boy» kostet annähernd 100 Franken.

Unser Fazit: zu schwer für den mobilen Einsatz «am Mann» und eher unhandlich. Ansonsten ein unverwüstliches Ersthelfergerät, das notfalls auch zur Selbstverteidigung geschwungen werden kann.

Mit dem angebauten «Ripper» der Ripshears «Tactical» können Kleidung und andere Textilien aufgeschlitzt statt aufgeschnitten werden.Mit dem angebauten «Ripper» der Ripshears «Tactical» können Kleidung und andere Textilien aufgeschlitzt statt aufgeschnitten werden.Ripshears «Ripper»: der Schlitzer unter den Scheren

Die von den taktischen Medizinern der US Navy Seals entwickelte und getestete Ripshears «Tactical» trägt am Griff den «Ripper», eine superscharfe V-Doppelklinge, um dünnere Kleidung einfach aufzuschlitzen, statt aufzuschneiden. Die nicht reflektierenden Klingen der Schere sind aus rostfreiem, spezialbeschichtetem 440A-Stahl gefertigt und können ausgetauscht werden, so sie einmal stumpf werden sollten. Bis dieser Fall eintritt, ziehen aber viele Einsätze ins Land, denn die Klingen haben eine Härte von 56 HRC. Die Schere kann bei bis zu 143 Grad Celsius autoklaviert ­­werden – mitsamt dem angeschraubten «Ripper». Pfiffig: Als Modell «Firefly» verfügt die Schere (für den Zivileinsatz) über im Dunkeln nachleuchtende Kunststoffteile. Für hoch mobile Einsatzkräfte gibt es zudem das kleinere und leichtere Modell «RS-4 Mini» mit fest am Griff angegossenem Ripper. Die Scheren von Ripshears sind zu Preisen ab 25 Franken erhältlich.

Unser Fazit: Wenn’s um Tempo geht, ist der Schlitzer unschlagbar. Der Rest ist konventionell. Tipp: Der «Ripper» ist auch separat erhältlich und kann an die Griffe zahlreicher Rettungsscherenmodelle angeschraubt werden.

© HerstellerKeine Multifunktionalität, keine Spielereien, einfach nur eine Rettungsschere: xShear fokussiert sich aufs Wesentliche.Keine Multifunktionalität, keine Spielereien, einfach nur eine Rettungsschere: xShear fokussiert sich aufs Wesentliche.xShear: Reduced to the max

Der US-Hersteller xShear verzichtet bei seiner in diversen Farben und Beschichtungen erhältlichen Rettungsschere auf Multifunktionalität. Stattdessen zählen Qualität, gute Ergonomie und die Konzentration auf den grundlegenden Einsatzzweck. Das Resultat: eine leicht zu reinigende, im Autoklaven desinfizierbare Rettungsschere, die schneidet wie Gift und dank nur 119 g Gewicht überall hin mitgeführt werden kann – sicher verstaut im Kunststoffholster mit Entriegelungstaste. Die gehärteten Stahlklingen der 19 cm langen Schere sind rostfrei und auch mit Titaniumbeschichtung erhältlich. Die Spitzen der Klingen, von denen die untere mit feiner Zahnung aufwartet, sind sauber abgerundet. Der leicht s-förmige Schwung der Schere ist ergonomisch perfekt und die Griffe verfügen über so grosse Öffnungen, dass die Rettungsschere auch mit Handschuhen bedient werden kann. Die Preise starten bei moderaten 40 Franken.

Unser Fazit: eine Rettungsschere, die konsequent auf jeden Schnickschnack verzichtet, auf hochwertige Materialien setzt sowie sauber verarbeitet und perfekt geformt ist. Die xShear 7.5’’ Heavy Duty kann alles, was eine Rettungsschere können muss. Zudem ist sie erfreulich preiswert.

© zVgDie Organisation und Durchführung realitätsnaher Trainings für TEM-Einsatzkräfte sind die Spezialität des Verein SMET.Die Organisation und Durchführung realitätsnaher Trainings für TEM-Einsatzkräfte sind die Spezialität des Verein SMET.Der noch junge, auf einer Privat­initiative basierende Verein «SMET – Simulation, Moulage und Einsatz­training» widmet sich dem realitäts­­nahen Training im Bereich taktische Einsatz­medizin (TEM) – für entsprechende Fachkräfte
und für Figuranten.

Hyperrealistische Trainingsszenarien, bei denen selbst ­erfahrene TEM-Kräfte an ihre psychischen und physischen Grenzen stossen – und sich gerade dadurch optimal, nachhaltig und wirkungsvoll auf den Ernstfall vorbereiten
­kön­nen –, sind das oberste Leitziel des Vereins «SMET – Simulation, Moulage und Einsatztraining». Wer hier ein TEM-Training absolviert, bekommt es mit Profis zu tun. Die gestellten Szenarien sind so realistisch wie die «Verletzungen» der im Vorfeld intensiv geschulten und trainierten Figuranten. Menschen schreien und winden sich vor Schmerzen, es fliesst Blut, Blaulichter zucken durch die Nacht, es herrscht hektisches Treiben – und die Übungsleiter achten auf jedes noch so kleine Detail. Sind alle Verletzten versorgt und die Situation ist «unter Kontrolle», sieht man schwitzende Gesichter, die eine oder andere zitternde Hand, erschöpfte Blicke – und bisweilen Tränen. Dann weiss Jörg Röhler, Instruktor Sicherheitspolizei bei der Abteilung Führung & Einsatz der Kantonspolizei Aargau (Kapo AG) und Initiant des Vereins SMET: Wir haben alles richtig gemacht.
Was die Trainierenden wiederum gut oder weniger gut gemacht haben, wird in der Nachbesprechung analysiert. Dann fallen Sätze wie «Medizinisch top – alle haben das Bestmögliche gemacht. Aber taktisch echt suboptimal. Zwar habt ihr den Täter schnell korrekt gefesselt und auch auf gröbere Verletzungen untersucht. Aber ihr habt nicht geprüft, ob er gefährliche Gegenstände auf sich trägt, und nicht alle Räume kontrolliert. Was, wenn dort ein zweiter Angreifer gelauert hätte? Vergesst nie: Taktik vor Medizin, Selbstschutz vor Ersthilfe! Schafft immer zuerst eine sichere oder zumindest gelbe respektive warme Zone, bevor ihr mit einer Behandlung beginnt.» Und als der Übungsleiter auf die «Opfer» des Szenarios zu sprechen kommt («Die Frau hat dank eurer Massnahmen überlebt, doch das Kleinkind konnte nicht gerettet werden.»), herrscht bedrückte Ruhe im Raum und irgendwo ertönt ein leises Schluchzen … Das Warum und auch die Gefühle der Anwesenden werden analysiert, es wird erklärt, besprochen, zugehört, wobei der Übungsleiter tröstende, fast väterliche Worte findet. Am Ende gehen alle gestärkt aus dem Training – mit wichtigen neuen Erkenntnissen.

Die fünf Säulen von SMET

© zVgWenn das (Kunst)Blut so wie hier aus einer Wunde spritzt ist rasches, korrektes Handeln gefragt. Zeit für Ekel, Nachdenken oder gar Nachfragen bleibt da keine.Wenn das (Kunst)Blut so wie hier aus einer Wunde spritzt ist rasches, korrektes Handeln gefragt. Zeit für Ekel, Nachdenken oder gar Nachfragen bleibt da keine.Genau dieses «Lernen in der realen Situation» hat sich der nicht gewinnorientierte gemeinnützige Verein SMET, der gezielt Blaulichtkräfte (Polizei und Rettungsdienste, aus­gewählte Personen von Feuerwehr, GWK und Armee/Zivilschutz) anspricht, zum Ziel gesetzt. Die Basis dafür schaffen fünf Säulen. «PROFI+» für das gezielte Training von TEM-Fertigkeiten sowie Schnittstellen zu anderen Kräften. «FIGU+» für die Schulung von Figuranten. «SIMOULAGE» für die Entwicklung, Herstellung und den Test von Simulations- und Moulagematerial. «SMET Social» für das soziale Engagement des Vereins – und «SUPPORT» für die Versorgung von Behörden und Partnern mit Trainingsmitteln, insbesondere Silikonmoulagen.

Das Engagement ist landesweit angedacht – auch wenn SMET im Aargau regional verankert und ein Abbild der föderalistischen Polizei- und Rettungsdienstlandschaft ist. Jörg Röhler: «Wir wollen TEM im schweizerischen Polizei- und Blaulicht-Umfeld (BORS) fördern, den Mehrwert, ja die Notwendigkeit von TEM aufzeigen. Denn wir wissen: Die Zahl der bei den Notrufzentralen eingehenden Meldungen über Gewalttaten – von häuslicher Gewalt über Massen-Messerstechereien bis zu gewalttätigen Krawallen – steigt. Zudem sind TEM-Kräfte enorm nützlich nach Verkehrs- und Arbeitsunfällen oder Suizidversuchen an Bahnstrecken. Ganz zu schweigen von einem grösseren Amoklauf oder gar einem Terroranschlag. Wir wissen: Solche Dinge geschehen – und wir müssen dafür gewappnet sein.»

Wenn die Rettungskette bricht

Dabei fehle, sagt Röhler, den zivilen Rettungsdiensten oftmals die Handlungsfreiheit: «Ist die Gewalttat noch im Gang oder eine potenzielle Gefahr noch akut, können und dürfen Rettungskräfte nicht helfen – oft während Stunden nicht. Während dieser Zeit können aber speziell geschulte und ausgerüstete, taktisch versierte TEM-Kräfte die Opfer – und verletzte Einsatzkräfte – versorgen. Sie wissen sich taktisch klug zu verhalten, können sich notfalls adäquat zur Wehr setzen, Angreifer in Schach halten und Verwundeten wirkungsvoll helfen.» Zur Verdeutlichung erwähnt Röhler, wie viele Menschenleben allein im Kanton Aargau seit 2011 durch beherztes Zupackens von TEM-trainierten Kräften der Kapo AG und der diversen Stadt- und Regionalpolizeien gerettet wurden: rund drei Dutzend!

Stärke in der Gemeinsamkeit

Da wir allein schwach und gemeinsam stark sind, setzt SMET auf Vernetzung und Kooperation. «Wir unterstützen die Ziele, agieren nach den Doktrinen und setzen die Philosophie der nationalen Dachorganisation SVTM praktisch und regional um», betont Röhler. Das Mittel von SMET sind dabei hocheffiziente TEM-Trainings für Blaulichtorganisationen. «Die grundlegende TEM-Ausbildung erfolgt in Verantwortung der jeweiligen BORS-Institution, vorzugsweise in den Kursen der SVTM. Wir kommen danach zum Zug, mit unseren realitätsnahen Trainings», sagt Röhler. Diese seien zwar auch kompatibel mit den «CABCDE»-Guidelines der TREMA (Deutschland/Europa) sowie für das praktische Training des MARCH-Algorithmus der NAEMT, der von Teilen der Armee verwendet wird, geeignet. Der Fokus liege aber klar auf dem Training von Blaulichtkräften.

Alles für die Realitätsnähe

© zVgDie lebensechte Puppe eines Kleinkindes gehört auch zum Figuranten-Team des Verein SMET – und bringt nicht wenige der Trainierenden sehr nahe an die Belastungsgrenzen.Die lebensechte Puppe eines Kleinkindes gehört auch zum Figuranten-Team des Verein SMET – und bringt nicht wenige der Trainierenden sehr nahe an die Belastungsgrenzen.In seinen Trainings setzt SMET auf einsatzrelevante Szenarien, realistische Übungsorte, gezielt geschulte Figuranten (siehe Box) und erstklassige Moulagen von Pascale «Bones» Gautschi aus Brugg AG (siehe Box). Jörg Röhler: «Realistisches Training bedingt betont echt wirkende Moulagen. Bei abgetrennten Extremitäten geht es um das Schreckmoment und die Überwindung von Ekel und Furcht. «Bei unseren Moulagen spritzt das Kunstblut, <Knochenfragmente> sind spürbar und die Figuranten schreien, winden und wehren sich. Es braucht Überwindung für das nötige beherzte <Hands on Red> und Sachkenntnis für die korrekte Wundtamponade und den Verband», weiss Röhler. «Einen ruhig liegenden Silikonklotz austamponieren ist ein Kinderspiel dagegen – aber völlig realitätsfern.»

Messerstiche indes werden gerade durch ihre oftmalige Unauffälligkeit brandgefährlich. «Meine Einsatzerfahrung hat mich gelehrt: Verletzungen durch kleine Stichwaffen wie Taschen-, Rüstmesser oder angeschliffene Fahrradspeichen werden im Stress und bei schlechten Lichtverhältnissen oft übersehen, verstecken sich häufig unter Blut- und Schmutzanhaftungen oder liegen an verdeckter Stelle (Brustfalte, unter einem BH-Bügel)», verrät Röhler. «Sie werden nur erkannt, wenn das Opfer entkleidet und jeder Quadratzentimeter Haut mit der Hand abgestreift, mit den Fingern <abgekämmt und abgekrallt> wird. Bei unseren Moulagen wird die Verletzung visuell und taktil erst erkennbar, wenn sie wirklich auch bewusst gesucht wird.»

SMET Social – eine Herzensangelegenheit

© zVgDie speziell geschulten Figuranten werden mit Silikonmoulagen ausgestattet, spielen Verletzungen realistisch und reagieren adäquat auf die angewandten Notfallmassnahmen der Trainierenden.Die speziell geschulten Figuranten werden mit Silikonmoulagen ausgestattet, spielen Verletzungen realistisch und reagieren adäquat auf die angewandten Notfallmassnahmen der Trainierenden.Neben den Kursen für TEM-Kräfte und Figuranten organisiert SMET auch «Street-Medic»-Trainings ohne kommerzielle Interessen. Bei diesen ist kein Zertifikat, sondern der Weg für die Teilnehmer das Ziel. Jörg Röhler: «Wenn ein jugendlicher <Schlägertyp> lernt, mit blossen Händen einen anderen Menschen aus der Gefahrenzone zu ziehen, mittels Heimlich-Manöver vor dem Ersticken zu retten oder notfalls eine schwere Blutung zu stillen, erkennt er, dass er mit den Händen Wertvolleres leisten kann, als Leid zu stiften, zuzuschlagen oder zu zerstören.» SMET organisiert daher Angebote für benachteiligte Menschen. «2021 wollen wir eine Bergwanderung mit einer Gruppe körperbehinderter Menschen machen. Dabei gewinnen alle. Für die Gäste wird Unmögliches möglich, unser Team wird geerdet – und absolviert ein Top-Evakuationstraining», erklärt Röhler.

So plant SMET die Zukunft

Auch sonst plant der junge Verein mit einer aktiven Zukunft. Im Zentrum stehen die Konventionen der Blaulichtbehörden – und der Schutz der Persönlichkeiten des Vereins, die oft Mitglied einer SE oder IE sind. «Neben weiteren Kooperationen mit Polizeikorps, wie bereits 2019 und 2020, werden wir auch 2021 wieder die Abschlussübungen der SVTM unterstützen. Zudem winkt eine Einladung nach Wien, wo wir eine Grossübung der Polizei unterstützen dürfen», freut sich Röhler.

Parallel such SMET selbst auch noch Unterstützung. «Im PROFI+-Team sind noch einige wenige Plätze für Schlüsselpositionen offen, im FIGU+-Team sind engagierte Leute mit speziellen Skills (Medizin, Maskenbildnerei, Schauspielerei) stets willkommen. Voraussetzung ist neben einer aktiven oder ehemaligen Funktion bei der Polizei ein ausgewiesener Status als Medic, vorzugsweise durch Besuch des dreitägigen TEM-Grundkurses der SVTM. Überdies freut sich der Verein über materielle Zuwendungen in Form von Altkleidern und Trainingsmaterial. Der grösste Traum ist ein eigenes Einsatzfahrzeug, um Mensch und Material zu transportieren», sagt Röhler. Wer mehr Informationen zu SMET wünscht, den Verein unterstützen oder diesem beitreten möchte, erreicht das Team per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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Der noch junge, auf einer Privat­initiative basierende Verein «SMET – Simulation, Moulage und Einsatz­training» widmet sich dem realitäts­­nahen Training im Bereich taktische Einsatz­medizin (TEM) – für entsprechende Fachkräfte und für Figuranten. Hyperrealistische Trainingsszenarien, bei denen selbst ­erfahrene TEM-Kräfte an ihre psychischen und physischen Grenzen stossen – und sich gerade...
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Elon Musk weiss es – und alle anderen auch: Die Attraktivität der E-Mobilität steht und fällt mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Eine solche ist entlang unserer Nationalstrassen aber quasi nicht vorhanden. Das soll sich ändern – bis 2030. Drei Dinge sind für den Markterfolg und die breite Akzeptanz von Elektrofahrzeugen entscheidend: eine möglichst hohe realistische Praxisreichweite....
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