© Kapo ZHDieser mit Wasserstoff betriebene Hyundai Nexo mit Brennstoffzellentechnologie absolviert seit Mai 2020 bei der Verkehrsabteilung der Kantonspolizei Zürich einen Langstreckentest.Dieser mit Wasserstoff betriebene Hyundai Nexo mit Brennstoffzellentechnologie absolviert seit Mai 2020 bei der Verkehrsabteilung der Kantonspolizei Zürich einen Langstreckentest.Die Kantonspolizeien Zürich und St.Gallen testen aktuell den Mittelklasse-SUV Hyundai Nexo. Dessen E-Motor wird nicht via Akku, sondern über eine Brennstoffzelle mit Strom versorgt. Die Folge: Das Auto verschmutzt die Luft beim Fahren nicht – es reinigt sie sogar!

Der Hyundai Nexo ist weder das erste noch das einzige Brennstoffzellenfahrzeug der Welt – aber das aktuell alltagstauglichste. Dank seiner Konzeption als Mittelklasse-SUV erfüllt der Koreaner die grundlegenden Anforderungen sowohl der Kapo ZH als auch der Kapo SG an deren Fahrzeuge für die Verkehrsabteilung. Und weil die Zürcher mit der Empa in Dübendorf und die St. Galler mit der brandneuen H2-Tankstelle der Osterwalder St.Gallen AG jeweils direkt vor der Haustüre Wasserstoff nachtanken können, entschlossen sich beide Korps, den Nexo zu testen. Der Entscheid dazu fiel nahezu gleichzeitig – allerdings hatten die Zürcher den Vorteil, dass «ihre» H2-Tanke in Dübendorf bereits existierte, während in St.Gallen noch gebaut wurde. So steht der Nexo der Kapo Zürich schon seit Mai, jener der Kapo SG erst seit August im regulären Alltagsdienst.

Testalltag bei der Verkehrspolizei

Interessanterweise setzen beide Korps ihre Brennstoff­zellenfahrzeuge bei der Verkehrspolizei ein. Der Grund: Zwar kann der 4,67 Meter lange Fünfsitzer laut Werksangabe bis zu 666 km abspulen, ehe seine drei Wasserstofftanks neu befüllt werden müssen – was für eine durchschnittlichen Patrouillentag durchaus genügen würde. Allerdings ist der SUV weder ein Sprint-  noch ein Kurvenwunder. Sein E-Motor, der nur die Vorderräder antreibt, leistet für E-Auto-Verhältnisse eher magere 120 kW (163 PS). So dauert es gut neun Sekunden, ehe der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h bewältigt ist, und bereits bei 179 km/h ist Schluss mit weiterem Vorschub. Auch ansonsten ist der Nexo eher Gleiter denn Sportler. Das Fahrwerk des knapp zwei Tonnen schweren Fahrzeugs ist sehr soft abgestimmt und die Lenkung agiert ziemlich indifferent.

© Kapo ZHIm Innenraum weist ausser den Tipptasten anstelle eines Schalt- respektive Automatik­wählhebels nichts auf die revolutionäre Technik des Hyundai Nexo hin.Im Innenraum weist ausser den Tipptasten anstelle eines Schalt- respektive Automatik­wählhebels nichts auf die revolutionäre Technik des Hyundai Nexo hin.Rein äusserlich aber schinden die Hyundai Nexo ebenso viel Eindruck wie jedes andere Polizeifahrzeug – dank typischer orange-weisser Farbgebung und Sondersignalanlage auf dem Dach. Beim Fahrzeug der Kapo SG sind Funk, WLAN, Router und Blackbox an Bord, bei den Zürchern wurden zusätzlich auch Nachfahrmessgerät, Unfallspeicher, Ortungssystem mit direkter Anbindung an die Einsatzzentrale sowie Signalisations-, Absperr-, Rettungs-, Foto- und Personenschutzmaterial ins Fahrzeug implementiert.

Das seit Mitte Mai in Dübendorf stationierte Fahrzeug im Dienst der Verkehrspolizei des Kantons Zürich soll im Praxisalltag mindestens 300‘000 Kilometer abspulen. Alle Daten werden dabei akribisch erfasst, denn die Kapo ZH will die exakten Gesamtbetriebskosten ermitteln und nicht nur die effektive Einsatztauglichkeit des Technologieneulings überprüfen. Die Kapo St.Gallen indes will nach eigenen Aussagen insbesondere die Frage klären, ob Brennstoff­zellenfahrzeuge die grundsätzlichen Anforderungen an Polizeifahrzeuge erfüllen können – und wo die Grenzen des Konzepts liegen.

Kontrollierte Knallgasreaktionstatt Akkupaketen

Mindestens so interessant wie diese Fragen ist die Technologie des Hyundai Nexo. Der ist zwar grundsätzlich ein typisches E-Auto, verzichtet aber auf Hunderte Kilogramm schwere Akkus und produziert seinen Strom selbst – aus Wasserstoff. Dieser kann schnell nachgetankt werden und wird nicht, wie oft vermutet, flüssig, sondern unter enormem Druck von bis zu 700 bar in drei Tanks mit 45 mm Wandstärke gebunkert. In der Brennstoffzelle reagiert der Wasserstoff kontrolliert mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft, wobei Strom produziert und die Umgebungsluft gereinigt wird! Der Grund: Brennstoffzellen reagieren empfindlich auf kleinste Verschmutzungen und feinste Stäube. Daher wird die angesaugte Umgebungsluft penibel gereinigt, ehe sie in die Brennstoffzelle geleitet wird. So «saugt» der Hyundai Nexo mit jedem gefahrenen Kilometer Feinstäube und feste Schadstoffe aus der Luft, während an seinem hinteren Ende reines Wasser entfleucht.

Wenig Stauraum und Schwächen im Detail

© Kapo ZHDer Hyundai Nexo bei einem Tankstopp an der H2-Tankstelle auf dem Gelände der Empa in Dübendorf. Eine Betankung dauert keine fünf Minuten.Der Hyundai Nexo bei einem Tankstopp an der H2-Tankstelle auf dem Gelände der Empa in Dübendorf. Eine Betankung dauert keine fünf Minuten.Ganz ohne Speicherbatterie kommt der Nexo übrigens nicht aus. Ein kleiner Akku speichert die beim Bremsen zurückgewonnene Energie (Rekuperation) und gibt diese beim Beschleunigen wieder an den Elektromotor ab. So leistet dieser kurzzeitig etwas mehr, als die Brennstoffzelle im Dauerbetrieb herzugeben imstande ist. Pro 100 km saugt diese laut Hersteller durchschnittlich 0,84 kg Wasserstoff aus den Tanks. Das entspricht einem Benzinäquivalent von 3,2 l/100 km. Bei einem durchschnittlichen Preis von 10 Franken pro kg Wasserstoff liegen die Treibstoffkosten des Nexo dennoch auf dem Niveau eines sparsamen Benzin- oder Dieselfahrzeugs.

Zwei Mankos des Hyundai Nexo sind die für diese Fahrzeugkategorie kleine maximale Nutzlast von nur 392 kg und der mit 461 Liter Fassungsvermögen eher knapp bemessene Kofferraum. Der Preis indes liegt mit rund 85‘000 Franken auf eher normalem Niveau, zumal der Hyundai Nexo schon «ab Stange» top ausgestattet ist.

Testpiloten diverser internationaler Fachmagazine kritisieren, dass sich die Tanks des Nexo an gewissen H2-Tankstellen nur bis zu 85 Prozent befüllen liessen, da die Zapfsäulen die anvisierten 700 bar Maximaldruck nicht leisten. Dadurch schrumpft die Praxisreichweite. In der Schweiz sollte das kein Problem sein. «Wir bevorraten den Wasserstoff bei etwa 950 bar, sodass eine 100-Prozent-Füllung sichergestellt ist», erklärt etwa die Avia Osterwalder AG St.Gallen.

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