Vom 7. bis 11. Oktober 2019 fanden in Frauenfeld die von der Feuer­­wehr Koordination Schweiz (FKS) organisierten Kurse «Führung Grossereignis» und «Ausbildungskurs für Übungsleiter Gross­-
­­­er­eignis» statt. 115 Angehörige verschiedener Behörden und Organi­sa­tionen für Rettung und Sicherheit (BORS) nahmen daran teil.

© FKSDer Blick aus der Vogelperspektive auf den Aussenbereich des Kurs­geländes zeigt, wie zahlreich die vertretenen Institutionen waren.Der Blick aus der Vogelperspektive auf den Aussenbereich des Kurs­geländes zeigt, wie zahlreich die vertretenen Institutionen waren.Kommt es zu einem Grossereignis, müssen Feuerwehr­leute, Polizisten, Rettungssanitäter, Angehörige von Zivilschutzorganisationen, Armee und zivilen Führungsstäben sowie Fachstellen Seite an Seite arbeiten, denn sie alle sind Partner des Bevölkerungsschutzes. Um die verschiedenen Fachbereiche übergeordnet führen zu können, sind entsprechende Führungsfähigkeiten und vor allem profundes Wissen um die Besonderheiten der Partner essenziell. Dafür braucht es adäquates Training und eine gezielte Ausbildung.

Fokus auf die Kooperation aller Beteiligten

Der von der Feuerwehr Koordination Schweiz (FKS) organisierte Fachausbildungskurs «Führung Grossereignis» wurde genau zu diesem Zweck konzipiert, erklärt Kursleiter Toni Käslin, Feuerwehrinspektor der Kantone Ob- und Nidwalden: «Zentrales Ziel des Kurses ist die Förderung der Zusammenarbeit aller im Bevölkerungsschutz kooperierenden Institutionen und Partner im Rahmen realistischer Szenarien. Daher richtet sich der Kurs nicht nur an das höhere Feuerwehrkader, die Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes und andere Partner, sondern auch an alle Personen, die im Fall eines Grossereignisses mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem bestimmten Bereich als Führungskraft mit Gesamteinsatzleiter-Funktion zum Einsatz kämen.»

Theorie und Praxis

Die Kursmethodik basiert einerseits auf in der Klasse durchgeführten Arbeiten, andererseits auf im Gelände durchgeführten Szenarien. In beiden Fällen müssen alle Teilnehmenden einen aktiven Beitrag zum Aufbau der Führung bei einem Grossereignis leisten.

Vor der Praxis steht wie immer die Theorie. Im Unterricht werden die verschiedenen Elemente des Führungsrhythmus trainiert: Die Problemerfassung, die Lagebeurteilung, die Entschlussfassung und natürlich die Einsatzplanung bis hin zur konkreten Umsetzung mittels Befehlsgebung sowie die Einsatzsteuerung und -kontrolle. Weitere Übungsinhalte sind die Absprache für eine Unterstützung der Armee, die Schadenplatzorganisation mit den sechs Absprachepunkten, das Ausarbeiten von Konzepten, welche der Gesamteinsatzleitung als Entscheidungshilfe dienen, und die Medienarbeit. Kurz: Thema ist die Arbeit innerhalb der Einsatzführung bei Grossereignissen in ihrer gesamten Komplexität.

Die Partner besser kennenlernen

Damit die Zusammenarbeit aller Fachbereiche trainiert  werden kann, sind in jeder Klasse Angehörige von Feuerwehr, Polizei, Sanität und Zivilschutz oder anderen Organisationen vertreten. Sie alle werden im Rahmen von Referaten über die Aufgaben, die Struktur und die Organisation der Partner, mit denen sie Krisensituationen bewältigen müssen, aufgeklärt. Zudem ist der bilaterale Austausch unter den Teilnehmenden essenzieller Bestandteil der Kurse.

Führungstätigkeit praktisch üben

© Byline: FKSDie Führung bei Grossereignissen bedingt eine enge Kooperation unterschiedlichster Blaulicht­organisationen und ziviler Kräfte. Genau das wurde bei den FKS-Kursen gelernt und praktisch geübt.Die Führung bei Grossereignissen bedingt eine enge Kooperation unterschiedlichster Blaulicht­organisationen und ziviler Kräfte. Genau das wurde bei den FKS-Kursen gelernt und praktisch geübt.Das in den ersten beiden Tagen erworbene oder aufgefrischte Wissen wurde an den darauffolgenden Tagen bei Praxisübungen in der Stadt Frauenfeld und der Umgebung trainiert. In verschiedenen Übungen konnten die Teilnehmenden die Aufgaben der gemeinsamen Führung und der Stabsarbeit konkret anwenden.

Das Szenario «MURGO» beinhaltete einen Unfall, in den ein Betonmischer und ein Tanklastwagen involviert waren. Der Unfall hatte nicht nur Verletzte zur Folge, sondern auch ein sich ausbreitendes Feuer sowie Verschmutzungen durch aus dem Tanklastwagen auslaufenden Treibstoff. «CITTA VECCHIA» simulierte einen Brand in einem Altstadtgebäude, der sich rasend schnell auf verschiedene umliegende Gebäude ausbreitete. «FERROVIA» simulierte die Kollision eines Personenzugs mit einem Güterzug im Bahnhof – inklusive Feuer in einem mit verschiedenen Chemikalien, darunter Ammoniak, beladenen Zisternenwagen. Und bei «VENTO» wurde ein Unwetterszenario mit besonders vielen Verletzten trainiert: Plötzliche heftige Winde brachten die Hauptbühne und eine Videowand am Open Air Frauenfeld zum Einsturz, wobei zahlreiche Personen von Trümmern verletzt oder unter diesen begraben wurden. Zudem verursachte das Unwetter zahlreiche Brände im Bereich des Campingplatzes sowie des Parkplatzes, durch welche die Einsatzkräfte zusätzlich gefordert wurden.

Separater Kurs für «Übungsleiter für Grossereignisse»

Feuerwehr-Instruktoren, welche die Instruktoren-Ausbildungen «Einsatzführung» und «Führung Grossereignis» erfolgreich abgeschlossen haben, können ihre Fachkenntnisse komplettieren, indem sie am FKS-Fachausbildungskurs für Übungsleiter von Übungen des Kursstabs und an Übungen für das Kursstab-Kader für die Führung von Gross­ereignissen teilnehmen.

Dies war das Ziel des zweiten Kurses, der in Frauenfeld parallel zum Kurs «Führung Grossereignis» durchgeführt wurde. Diese Ausbildung ermöglichte es den sieben Teilnehmenden, die diversen Komponenten einer auf die Handhabung eines Grossereignisses ausgerichteten Übung zu verstehen, Szenarien moderner Übungen zu interpretieren, anzupassen und anzuwenden. Zudem lernten sie, Übungen für die Schulung der Stabsarbeit sowie die Gesamteinsatzleitung bei einem Grossereignisse zu erarbeiten und umzusetzen und im Abschluss an die Übung die richtigen Lehren zu ziehen.

In diesem Zusammenhang entwickelten die Teilnehmenden die komplette Übung «OSPEDIALE», welche am Freitag durch die deutschsprachigen Klassen des Ausbildungskurses «Führung Grossereignis» durchgespielt wurde.

Von den involvierten Partnern profitieren

Beide Kurse in Frauenfeld profitierten von der Unterstützung durch Fachberater von Polizei, Rettungsdiensten und Zivilschutz, welche während der gesamten Woche zusätzliches Wissen aus ihren jeweiligen Spezialgebieten einbrachten. Sie beteiligten sich zudem gemeinsam mit den Kursteilnehmenden an der Entwicklung und Präsentation von für ihre jeweilige Ausrichtung spezifischen Konzepten.

Am letzten Kurstag konnten die Teilnehmenden mit 17 von diversen Feuerwehr- und Kantonspolizeikorps zur Verfügung gestellten Einsatzleitfahrzeugen sowie einem mobilen Führungsstandort der Schweizer Armee arbeiten. Ergänzend erhielten sie durch die eigens dafür aufgestellte Sanitätshilfsstelle (SanHist) des Sicherheitsverbundes Region Wil einen Überblick über die Einsatzmittel der Sanität.

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