Vor 50 Jahren als Familienunternehmen gegründet, hat die Swissphone Wireless AG längst den «Sprung über die Grenze» geschafft und ist heute global aktiv. Wir haben mit Peter Gähwiler, Geschäftsbereichsleiter Schweiz, über Technologien, Swissness und Zukunftsideen gesprochen.

© zVgPeter GähwilerPeter GähwilerHerr Gähwiler: Swissphone wurde 1969 von Erika und Helmut Köchler gegründet, die den Bedarf für kleine, tragbare Alarmempfänger erkannten. Heute zählt die Firma 200 Mitarbeitende, ist multinational unterwegs, bis Grönland und Alaska. Welche Rolle spielt dabei die Swissness?

Wir bekennen uns seit Jahren klar zum Standort Schweiz, wo wir seit 1979 in Samstagern unseren Hauptsitz haben. Natürlich ist es nicht immer einfach, auch wir stehen unter Preisdruck. Doch dank unseres guten Services, zu dem auch massgeschneiderte Lösungen gehören, macht es Sinn. Kunden wollen verstärkt wieder «alles aus einer Hand», bevorzugen Lösungen statt einzelner Komponenten. Bei uns sind Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb weitgehend in Samstagern zentralisiert und entsprechend gut aufeinander abgestimmt.

Teilweise produzieren wir auch marktspezifische Lösungen vor Ort in den Zielmärkten, etwa in Deutschland. Und wir kennen und respektieren länderspezifische Gegebenheiten, decken wichtige Regionen durch eigene Gesellschaften oder Mitarbeitende ab, leben ganz bewusst die partnerschaftliche Nähe zu den Märkten und Kunden.

Welche Märkte sind derzeit besonders aktiv respektive attraktiv?

Der zentral- und nordeuropäische Markt steht im Vordergrund. Dabei ist zu beachten, dass wir längst nicht mehr nur im Blaulichtbereich tätig sind, sondern mit Alarmierungs- und Prozesslösungen in den letzten Jahren zunehmend auch im Industrie- und Service­umfeld erfolgreich sind.

Heisst das, der Behördenmarkt ver­liert für Sie an Bedeutung?

© Jörg RothweilerZugunsten hoher Anwendersicherheit betreibt Swissphone grossen Aufwand bei der Qualitätskontrolle – Röntgenbilder inklusive.Zugunsten hoher Anwendersicherheit betreibt Swissphone grossen Aufwand bei der Qualitätskontrolle – Röntgenbilder inklusive.Keinesfalls. Ungeachtet länderspezifischer Unterschiede macht dieser rund zwei Drittel unseres Business aus. Aber wir stossen dort teils an nicht beeinflussbare Grenzen. Der Verkaufsprozess dauert lang, zwei Jahre und mehr sind keine Seltenheit. Dennoch ist das Geschäft mit Blaulichtorganisationen, Behörden und Verwaltungen für uns überaus attraktiv und wichtig. Das restliche Drittel unseres Umsatzes entfällt auf Bereiche wie Bildung, Gesundheitswesen, IT- und Finanzbranche sowie Arbeitssicherheit. Tendenz steigend.

Ein weiterer Aspekt ist unsere zunehmende Etablierung in anderen Anwendungsbereichen. Betriebs- und Störungs-Management, die Sicherheit von Alleinarbeitern und generell von Personen sowie das Ressourcenmanagement gewinnen an Bedeu­tung – und haben ganz andere Verkaufszyklen.

Mit welchen Technologien hat Swissphone selbst wichtige Grenzen überwunden – und welche Grenzen wurden für die Kunden überwunden?

Swissphone hat sich als Innovationsführer in der Alarmierung etabliert. Wir geben insbesondere über unsere Geräte­plattformen sowie über unsere Netztypologie und -funktionalitäten überwiegend in Europa den Ton an. Dazu gehören etwa Zweiband-Pager (über zwei POCSAG-Netze), Kleinstpager, Text-to-Speech-Lösungen, Multifunktionsgeräte und seit 2015 natürlich das Modell «s.QUAD» mit seinen hervorragenden Eigenschaften in Bezug auf Empfang im Gebäudeinneren, Batterielaufzeiten und Robustheit sowie seiner Schnittstelle zum Smartphone.

Für die Kunden haben wir in den 1990er-Jahren als Netzbetreiber eine erwünschte Konkurrenz zum nationalen Netzanbieter geschaffen und 2003 mit der Übernahme der All Wireless AG und des nationalen TELEPAGE-Netzes eine robuste, zuverlässige Alarmierungslösung etabliert. Vor zehn Jahren haben wir die Effizienz in der Alarmierung mit dem Mobilfunk-Rückkanal nochmals deutlich gesteigert.

Welche Grenzen visiert Swissphone für die absehbare Zukunft an? Welche Neuerungen stecken in der Pipeline?

© Jörg RothweilerSwissness wird grossgeschrieben: Die Fertigungstiefe – im Bild die Bestückung – ist hoch und massgeschneiderte Lösungen sind eine Spezialität von Swissphone.Swissness wird grossgeschrieben: Die Fertigungstiefe – im Bild die Bestückung – ist hoch und massgeschneiderte Lösungen sind eine Spezialität von Swissphone.Unsere primär verwendete POCSAG-Technologie für die Alarmierung ist nach wie vor top, zunehmend auch in Ergänzung zu kommerziellen LTE-Lösungen. Sie wird aber mittelfristig, also bis etwa 2030, sicher von dedizierten Public-Safety-LTE-Lösungen konkurrenziert. Wir arbeiten in verschiedener Hinsicht auf diesen Moment hin, denn wir wollen weiterhin – technologieunabhängig – der führende Anbieter von Alarmierungslösungen für die Blaulichtorgani­sa­tionen bleiben.

Kurzfristigere Projekte sind die weitere Steigerung der Geschwindigkeit, der Effizienz und der Unabhängigkeit der Alarmierung von Endgeräten. Mit «s.ONE» lancieren wir eine Platt­form mit vielen Möglichkeiten, insbesondere zusammen mit der kürzlich eingeführten Fernprogrammierungslösung für Pager. Überdies bauen wir die «s.QUAD»-Plattform mit weiteren Optionen wie etwa der App und BLE aus und ergänzen unsere SOS-Lösung für den Alleinarbeitern und generell von Personen laufend, etwa bezüglich Anwesen­heits­management bei Evakuationen oder für den Einsatz in Grossfirmen mit mehreren Standorten.

Gibt es regulatorische Grenzen oder andere Hemmnisse, auch seitens der Anwender, die Swissphone gerne über­winden würde?

Wir haben uns in den letzten Jahren sehr stark mit dem Thema Blackout beschäftigt. Dabei wurde klar, dass wir Schweizer uns beim Thema Bevölkerungsschutz, das ja den Kantonen obliegt, selbst behindern. Der Bund, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS), kann sich nur bedingt durchsetzen. Dadurch werden viele positive Initiativen – von uns wie von Dritten – extrem abgeschwächt.

Anwenderseitig arbeiten wir darauf hin, dass die Akzeptanz, einen Pager zu tragen, steigt. Wichtige Argumente dafür gibt es mehrere. Erstens stösst das POCSAG-Netz anders als zellbasierte Funktechnologien kaum je an seine Belastungsgrenze. Zweitens strahlt ein Pager im Gegensatz zum Handy oder Smartphone nicht. Drittens gibt es kein Handover, viertens ist die Gebäudepenetration herausragend und last, but not least halten die Batterien bis zu drei Monaten. Kurz: Es gibt nichts Effizienteres für eine sichere Alarmierung als einen Pager. Diese Erkenntnis sollte sich verstärkt durchsetzen.

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