© EZVDie «Hortense» in Begleitung eines Hubschraubers im Einsatz auf dem Bodensee.Die «Hortense» in Begleitung eines Hubschraubers im Einsatz auf dem Bodensee.

© Jörg RothweilerDer GWK-Dienst auf dem Bodensee mag an sonnigen Tagen wie Ferien anmuten – doch er hat es in sich.Der GWK-Dienst auf dem Bodensee mag an sonnigen Tagen wie Ferien anmuten – doch er hat es in sich.

Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) ist nicht nur zu Land aktiv, sondern auch zu Wasser – etwa auf dem Bodensee. Die Bootsbesatzungen haben dabei vielfältige Aufgaben zu erfüllen und besondere Herausforderung zu meistern, wie wir auf Tour mit Bootsführer Urs Hüni erfahren.

Urs Hüni, Postenchef des GWK Thurgau, ist mit 25 Jahren Berufserfahrung ein «alter Hase», Chef von 64 Mitarbeitenden – und einer von neun Bootsführern des GWK auf dem Bodensee. Konzentriert pilotiert er die knapp 13 Meter lange, von zwei 370-PS-Dieseln angetriebene «Hortense» aus dem Hafen hinaus aufs offene Wasser. «Jetzt haben die Bootsmotorendiebe wieder Saison», sagt er. «Diese schlagen im Frühjahr, wenn die ersten Boote zu Wasser gelassen werden, die Abende aber noch dunkel sind, zu – und jetzt, im Herbst, wenn die Abende dunkel sind und oft leichter Nebel den See einhüllt.»

Laut Hüni sind die Banden gut organisiert – und gehen alles andere als zimperlich zu Werke: «Oft stehlen sie nicht nur Bootsmotoren, sondern auch noch einen Lieferwagen, um das Diebesgut wegzuschaffen. In den Häfen gehen sie zudem teils rabiat zu Werke, schneiden oder hebeln mit Schlössern gesicherte Motoren mit roher Gewalt aus den Booten raus – was zu enormen Schäden führt.»

© Jörg RothweilerUrs Hüni am Steuerstand der «Hortense», eines von zwei Booten vom Typ Targa 37+ des GWK auf dem Bodensee.Urs Hüni am Steuerstand der «Hortense», eines von zwei Booten vom Typ Targa 37+ des GWK auf dem Bodensee.Jetzt allerdings, am helllichten Tag mitten unter der Woche, ist es auf dem See und im Hafen ruhig. Ausser einer Fähre und zwei Kursschiffen ist nichts zu sehen – weder mit blossem Auge noch mittels Feldstecher und auch nicht auf dem Radar-Bildschirm. So bleibt Zeit, zu erfahren, was ein Bootsführer des GWK alles macht. «Auf einem Grenzgewässer wie dem Bodensee erfüllt das GWK vielseitige Aufgaben», erklärt Hüni. «Erstens nehmen wir – wie die Kollegen zu Land – grenzpolizeiliche und zollrechtliche Aufgaben wahr. Zweitens erfüllen wir seepolizeiliche Dienste, überwachen das Binnenschifffahrtsgesetz (BSV) und die Bodensee-Schifffahrtsordnung (BSO). Drittens unterstützen wir die Fischereiaufsicht – und viertens dienen wir als Blaulichtorganisation auch der See- und Lebensrettung.»

So vielseitig die Tätigkeiten sind, so umfassend ist die Ausbildung der Bootsführer. Diese erfolgt nach den Richtlinien des Militärs, umfasst Theorie und Praxisausbildung sowie natürlich die gründliche Einführung auf den jeweiligen Boots­typ. «Hier am Bodensee, in Arbon und Gottlieben, sind zwei Targa-37+-Boote des GWK stationiert. Zudem haben wir – auch für Einsätze auf dem Rhein – ein Festrumpfschlauchboot vom Typ Ribcraft 7.8», erklärt Hüni, der sich zugunsten der angehenden Bootsführer schon mal «ordentlich aus dem Fenster lehnt»: Um optimales Ausbildung­smaterial über den mit Felsen, Sandbänken und Untiefen gespickten Rheinverlauf von Eschenz über Stein am Rhein bis Schaffhausen zusammenstellen zu können, flog er einst im Januar, als das Wasser glasklar war, als Passagier mit dem Helikopter den Rhein ab, schoss Hunderte Fotos aus dem offenen Fenster. «Hinterher war ich zwar übel durchgefroren, hatte aber perfektes Schulungsmaterial im Kasten», schmunzelt er.

Die aktuelle Transformation der EZV und damit auch des GWK begrüsst er. «Wir arbeiten bereits jetzt mit verschiedenen Behörden aus dem In- und Ausland zusammen. Da ist es wichtig, up to date zu sein und Synergien nutzen zu können», weiss er. «Mit der Verschmelzung von GWK und zivilem Zoll entsteht die grösste zivile Sicherheitsbehörde des Bundes. Sie kann als Vorbild dienen, wie durch eine Vereinheitlichung von Mitteln und Methoden sowie Technologien Synergien entstehen, welche Kosten senken und Einsatzkräfte schneller, flexibler und wirksamer machen.» Seinen obersten Chef, EZV-Direktor Christian Bock, wird es freuen, das zu lesen. Und dieser hätte sicher auch Freude gehabt, mitzuerleben, wie sicher Hüni die bis zu 70 km/h schnelle «Hortense» bei Gleitfahrt steuert und wie geschmeidig er sie unter Schleichfahrt in den ultraengen Holzhangar hineinmanövriert.

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