In Thun befindet sich eines von fünf landes­weiten Armeelogistikcentern (ALC). Einge­bet­tet in die Logistikbasis der Armee (LBA) ist auch die Be­triebs­feuerwehr VBS, die auf rund 130 Jahre Geschichte zurückblicken kann.

© Jörg RothweilerPeter Mani mit einem frühen Kreislaufatemschutzgerät der Eidg. Feuerwehr (links) und dem aktuellen Modell Dräger MSA  G16.Peter Mani mit einem frühen Kreislaufatemschutzgerät der Eidg. Feuerwehr (links) und dem aktuellen Modell Dräger MSA G16.Zur Logistikbasis der Armee (LBA) gehören landesweit fünf Armeelogistikcenter (ALC) in Thun, Hinwil, Grolley, Othmar­singen und Monteceneri. Die fünf ALC betreiben zum Schutz der militärischen Objekte an verschiedenen Standorten Betriebsfeuerwehren VBS (BF VBS) mit schweizweit rund 800 Feuerwehrangehörigen. 52 von ihnen gehören zur BF VBS Thun. Diese wurde 1885 als Eidgenössische Feuerwehr für die Militärbetriebe Thun gegründet (siehe Box) und ist dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerung und Sport (VBS) unterstellt. Sie ist punkto Brandschutz, Unfall­hilfe und Gefahrenabwehr für alle Objekte der Armee im Raum Thun zuständig.

Neben der BF VBS Thun verfügt das Armeelogistikcenter Thun über fünf weitere Betriebsfeuerwehren respektive Detachemente an den Standorten Meiringen, Wangen a/A, Grünen­matt, Kandersteg und im Obersimmental mit total rund 200 Feuerwehrangehörigen. Die Aufgaben aller Betriebsfeuerwehren VBS des ALC Thun werden vom Standort Thun aus koordiniert. Zudem ist im ALC Thun die nationale Alarmzentrale VBS eingegliedert.

Peter Mani ist seit 1987 bei der BF VBS aktiv und seit vielen
Jahren deren Kommandant. Zusammen mit seinen 52 Feuer­­wehrkameraden der BF VBS Thun, allesamt Mitarbeitende von LBA, Armasuisse oder Ruag, ist er für den Schutz von mehr als 1'000 Objekten im Raum Thun verantwortlich. «Wir stellen mit Tages- und Wochenendpikett sowie 25 Erst­einsatzkräften jederzeitige Interventionsbereitschaft für die militärischen Objekte am Standort Thun sicher», erklärt er. «Für den Schutz vieler weiterer Objekte im restlichen Kanton Bern sowie im Grenzbereich des Kantons Solothurn sind die BF VBS in Meiringen und Wangen a/A sowie die Detachemente in Grünenmatt, Kandersteg und im Obersimmental zuständig.»

Die schiere Grösse des Einsatzraums sowie die Besonderheiten der Armee sind dabei eine Herausforderung. «Einerseits müssen wir uns mit teils komplexen militärischen Materialien auskennen. Andererseits betreuen wir zahlreiche unterirdische Objekte sowie Höhenanlagen. Und natürlich muss alles truppenkompatibel sein, weshalb die Beschaffung speziellen Regularien gehorcht», erklärt Mani.
So verfügt die BF VBS einerseits seit Jahrzehnten über Kreislaufatemgeräte (seit rund drei Jahren Typ Dräger MSA KG16), welche schon bei mehr als einem Einsatz (auch der Eidg. Feuerwehr, siehe Box) wertvolle Dienste leisteten. Andererseits aber hinkt die BF VBS aufgrund der Beschaffungsprozesse zivilen Entwicklungen oft hinterher. «Erst jetzt aktuell sind wir dabei, in Thun ein modernes Führungsleitsystem zu integrieren», erklärt Mani. «Ich hoffe, dass ich bis zu meiner Pensionierung auch die unter meiner Leitung stehenden BF VBS in Meiringen und Wangen a/A daran anschliessen kann.»

Besonderen Wert legt Mani auf eine enge und gute Zusam­men­arbeit mit den zivilen Blaulichtkräften. Erst kürzlich organisierte das Kommando Waffenplatz Thun gemeinsam mit dem Spital Thun, der Feuerwehr Thun, der BF VBS in Thun sowie mit Militär-, Kantonspolizei und Sanität eine Gross­übung zur Vorbereitung auf das 200-Jahr-Jubi­läum des Waffenplatzes Thun. «Die Kooperation funktionierte wie immer bestens», erklärt Mani im Rück­blick.

Ebenfalls positiv bewertet er die vor einigen Jahren erfolgte Zentralisierung des zuvor auf acht Magazine verteilten Materials. Diese Vereinfachung sowie der technische Fortschritt beim Brandschutz ermöglichen es, dass Mani mit nur rund 50 Mann auskommen kann. «Das ist wichtig, denn anders als früher ist der Dienst in der BF VBS heute freiwillig. Das heisst: Wir sind stark auf den Goodwill der Betriebe angewiesen», sagt Mani – und verweist darauf, dass die Betriebsfeuerwehr auf gute Leute angewiesen ist. Umso mehr, als die Einsatzerfahrung – wie in vielen Betriebsfeuerwehren – eher gering ist. «Sicherheit wird beim Militär grossgeschrieben. Ernsteinsätze sind daher selten. Das Gros der Fälle betrifft Öl- und Diesellecks, Wassereinbrüche oder Wespennester. Einer der letzten grösseren Einsätze betraf eine Verpuffung im Schredder der Kehrichtverbrennungsanlage», erläutert Mani.

Grosse Bedeutung kommt daher betont praxisnahen Übungen zu. Diese umfassen laut Mani jährlich sechs zweistündige Einsatzübungen sowie Alarm-, Schluss- und Spezial­übungen, insbesondere für die Atemschutztruppe, aber auch für Maschinisten und Elektriker. Grossübungen im Verbund mit zivilen Kräften wie unlängst zur Vorbereitung auf die 200-Jahr-Feier des Waffenplatzes Thun runden das Einsatz­training ab. «Dank dieses intensiven Trainings ist die Betriebsfeuerwehr VBS immer bestens gerüstet», ist Mani überzeugt.

 

© Eidg. Feuerwehr ThunDas älteste Archivbild der Eidg. Feuerwehr zeigt die Leiterguppe mit der 12-Meter-Fahrleiter anno 1894.Das älteste Archivbild der Eidg. Feuerwehr zeigt die Leiterguppe mit der 12-Meter-Fahrleiter anno 1894.Die Geschichte der Betriebsfeuerwehr VBS Thun

Im Dezember 1884 erliess das Schweizerische Militärdepartement ein Reglement für die Neugründung einer Feuerwehr für die eidgenössischen Militäranstalten auf dem Waffenplatz Thun, welches der Berner Regierungsrat am 10. Januar 1885 genehmigte. Im Anschluss wurde eine rund 60 Mann zählende Feuertruppe installiert, ausgerüstet mit einem Hydrantenwagen, acht Leitern, drei Feuerhaken und 100 Meter Transportschläuchen. Im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges wurde die Eidg. Feuer­wehr in die Schutztruppe der Eidg. Militäranstalten eingegliedert. Nach dem Krieg verfügte die Kriegs­technische Abteilung, dass die Militärwerk­stätten wieder Betriebsfeuerwehren aufzustellen haben, mit einer Sollstärke von 243 Mann. 1959 wurde die Eidg. Feuerwehr zu Hilfe gerufen, nachdem ein mit Chemikalien beladener belgischer Güterzug in einem Tunnel der Lötschbergbahnen entgleist war. Mit Kreislauf­atemschutzgeräten bargen die Feuerwehrleute in einem zwei Tage und eine Nacht dauernden Einsatz unzählige Fässer voller Karbid und anderer Gefahrstoffe aus dem Tunnel. 1953 erhielt die Eidg. Feuerwehr die ersten Hitzeschutzanzüge, 1969 ging die erste Thuner Telefonalarmanlage in Betrieb. Zum 100-Jahr-Jubiläum 1985 zählte die Eidg. Feuerwehr rund 240 Mann. Im Zuge der neuen Militärorganisation entstand aus ihr die rund 50 Mann starke Betriebsfeuerwehr VBS Thun.

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