Verkehrspolizisten der niederländischen Reichs­polizei (Rijkspolitie) waren einst flott unterwegs: Zwischen 1962 und 1996 fuhren sie Porsche – und zwar auf Dienst­anweisung meist mit offenem Dach.

© Porsche NewsroomPorsche 964 CabrioletPorsche 964 CabrioletIm schicken, offenen Zuffenhauser Sportwagen auf Gangster­jagd gehen. Davon träumt jeder mit etwas Benzin im Blut gesegnete Polizist. In den Niederlanden war dies lange Zeit kein Traum, sondern Realität. In den Jahren 1962 bis 1996 nämlich setzte die Sektion «Surveillancegroep Autosnelwegen» der «Rijkspolitie» (SAS), also die Auto­bahnpolizei, Porsche ein –
und zwar nur Modelle mit offenem Dach. Der nüchterne Grund: Die Polizisten sollten im Auto aufstehen und aus
erhöhter Position heraus den Verkehr regeln können.

Dienstanweisung: Verdeck auf!

Anno 1962 erhielt die Zentrale der SAS in Driebergen bei Utrecht die ersten zwölf Porsche 356 B Cabriolets. Rasch wurde die Flotte auf 40 Fahrzeuge aufgestockt – und deren Fahrer verschafften sich schnell Respekt bei den Automobilisten. Die Fahrer der schneeweissen Porsche, die im Volksmund als «weisse Mäuse» zu Berühmtheit gelangten, hatten dabei sicher ihren Spass – denn lange Zeit galt auf niederländischen Autobahnen das Motto «Freie Fahrt für freie Bürger». Doch sie mussten auch hart im Nehmen sein: Laut Reglement wurde bei Temperaturen von mehr als zwei Grad Celsius mit offenem Verdeck patrouilliert. Für etwas Wärme und Trockenheit sorgten ein weisser (Regen-)/ Mantel sowie weisse Handschuhe, für die Sicherheit ein weiss-oranger Helm.

Die mit luftgekühltem Heckmotor ausgerüsteten Porsche wurden ab Werk mit Sirene, Blaulicht, nach hinten gerichtetem Megafon, wasserabweisender Innenraumausstattung, geändertem Armaturenbrett, Feuerlöscher, GT-Tank für grössere Reichweite sowie voluminöserem Handschuhfach zur Aufnahme des Polizeifunkgeräts ausgerüstet. Am Heck prangte ein «HALT»-Schild. Ihr Anschaffungspreis lag bei rund 8000 Euro. Im Jahr 2014 wurde einer von noch drei existierenden 356 B der Reichspolizei bei einer Bonhams-Auktion für 235’750 Euro versteigert.

Ehefrau und Kinder als Kriterien

Wer in der «Eliteeinheit» der SAS Dienst tun wollte, musste klare Kriterien erfüllen: beste körperliche Verfassung, mindestens 25 Jahre alt, verheiratet und vorzugsweise eigene Kinder. Dies sollte dafür sorgen, dass die Fahrer verantwortungsvoll und mit gebremster Risikobereitschaft auf Streife gehen.

In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre wurden die Porsche 356 B sukzessive durch 911er-Targa- und Cabrio-Modelle ersetzt. Die hatten anfänglich 2,0 Liter, ab 1974 sogar 2,7 und ab 1984 3,2 Liter Hubraum. 1992 rollte dann der erste 964 Carrera 2 mit 3,6-Liter-Boxer zur Polizei – traditionell mit offenem Dach. Erst 1996 gab der letzte niederländische Porsche-Polizist sein Dienstfahrzeug ab.

Insgesamt bezog die niederländische Polizei in der 34 Jahre währenden Polizei-Porsche-Ära verbriefte 507 Fahrzeuge aus Zuffenhausen. Damit gilt sie als Besitzerin der bis heute weltweit grössten Porsche-Flotte. Selbst im Porsche-Mutterland Deutschland, aber auch in Österreich, wo die Polizeien einst ebenfalls Porsche 356 und 911 einsetzte, wurden deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert.

 

Der Waffenplatz in Thun ist wichtig für das Schweizer Militär. Er ist aber auch ein bedeutsames Naturschutzgebiet, die «grüne Lunge» der Stadt Thun und Ort zahlreicher Grossanlässe. Zudem bietet er Geschichte zum Anfassen. Der Waffenplatz als Naturpark Seit 15 Jahren (2004) ist der Waffenplatz Thun ein zertifi­zierter Naturpark. Zwar hinterlässt der Ausbildungs- und Übungsbetrieb unvermeidbare...
Das Mechanisierte Ausbildungszentrum (MAZ) in Thun ist Teil des Kommandos Waffenplatz Thun und eines der europaweit modernsten militärischen Ausbildungszentren. Ein Überblick. Das Mechanisierte Ausbildungs­zen­trum (MAZ) in Thun gehört zu den europa­weit modernsten Zentren für simulationsgestützte militärische Ausbildung. Es vereint alle für die umfassende Ausbildung von Truppen und Stäben...
1500 PS stark, gut 56 Tonnen schwer, 3,74 Meter breit und mit vorwärtsgerichteter Kanone fast 10 Meter lang. Der Panzer 87 Leopard WE ist ein Gigant. Doch wie reagiert das Monster auf ungeübte Dompteure? Gibt es sich handzahm oder zeigt es seine Krallen? Ein Selbstversuch. «Könnte ein Laie einen Panzer entführen?» Diese Frage stellte ich Stabsadjutant Markus Werren, Chef Fahrausbildung FASPA Leo...
Früher war man im Krisenfall auf sich allein gestellt. Heute gibt es Hilfe – zivil, im Beruf, im Militär sowie im Dienst der Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS). Wie wichtig dies ist, zeigte sich bei der 5. Internationalen Fachtagung Psychosoziale Notfallversorgung in Sursee. Im Mittelpunkt: Der Vierfachmord von Rupperswil. Georg Metger verlor am 21. Dezember 2015 seine...
In Thun befindet sich eines von fünf landes­weiten Armeelogistikcentern (ALC). Einge­bet­tet in die Logistikbasis der Armee (LBA) ist auch die Be­triebs­feuerwehr VBS, die auf rund 130 Jahre Geschichte zurückblicken kann. Zur Logistikbasis der Armee (LBA) gehören landesweit fünf Armeelogistikcenter (ALC) in Thun, Hinwil, Grolley, Othmar­singen und Monteceneri. Die fünf ALC betreiben zum Schutz...
Der Kanderdurchstich von 1713 war eigentlich ein Desaster. Dennoch hat er dazu geführt, dass die Aare in Thun zwei Arme bildet, dass das Bälliz eine Insel ist und dass auf den einst sumpfigen Kander-­Allmenden der Waffenplatz Thun ent­stehen konnte. Der vor 306 Jahren vollzogene Kanderdurchstich war die erste Gewässerkorrektur grösseren Umfangs – und ver­änderte Land und Leben der Region...
Guillaume Henri Dufour ist eine der berühmtesten Figuren der Schweizer Geschichte. Er machte sich als Kartograf eben­so einen Namen wie als Buch­autor und – natürlich – als erster General der Armee des Schweizer Bundes­staats sowie als Gründer und erster Präsident des Schweizerischen Roten Kreuzes. Guillaume Henri Dufour wurde am 15. September 1787 in Konstanz geboren. Wenig später übersiedelten...
Zur Zeit der Gründung der Zentral-Militärschule Thun waren Pferde das wichtigste und leistungs­stärkste Transportmittel. Entsprechend bedeutsam waren Pferde auf dem Waffenplatz Thun. Nach der Gründung der Zentral-Mili­tär­­­schule kamen rasch immer mehr Pferde nach Thun. Anfangs wurden diese eher unstrukturiert untergebracht. Erst 1841 errichtete die Bürgergemeinde Thun im Auftrag der...
Von 1915 bis 1943 wurden in Thun von der «Abteilung Flug» der Eidgenössischen Werkstätten K+W Flugzeuge gebaut und auf dem Werksflugfeld getestet. Lange vertraute die Schweiz punkto «Luftwaffe» einzig auf die in Bern stationierten Ballontruppen. Erst 1914 wurde auf Beschluss des damaligen Bundesrats Motta in Thun mit dem Bau eines Flugfeldes begonnen und die «Abteilung Flug» von K+W ins Leben...
Diese Webseite nutzt Cookies & Analytics. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen zu.
Weitere Informationen Ok