Anfang März wurden in Nürnberg bei der 8. Enforce Tac und der 46. IWA OutdoorClassics neue Führungs- und Einsatzmittel für Behörden und Organisationen mit Rettungs- und Sicherheits­aufgaben präsentiert. Mit dabei waren auch zahlreiche Schweizer Anbieter.

© Jörg RothweilerRalph Wilhelm von der Waffenschmiede B&T zeigt die USW-G17.Ralph Wilhelm von der Waffenschmiede B&T zeigt die USW-G17.

Vom 6. bis 11. März 2019 stand Nürnberg wieder im Zeichen der Enforce Tac und der IWA OutdoorClassics. Beide Messen waren heuer noch grösser. Bei der Enforce Tac (6. und 7. März), in deren Rahmen auch wieder die Europäische Polizei­trainer Fachkonferenz (EPTK) sowie die U.T.sec – Summit for Drones, Unmanned Technologies & Security (siehe gesonderten Bericht in diesem Heft) stattfanden, zeigten rund 300 Aussteller Waffen und Munition, Optiken und Optroniken, Informations- und Kommunikationsmittel, Schutzausrüstung und Bekleidung sowie medizinischen Bedarf bis hin zu Fahrzeugen und Verkehrstechnik. Rund 5.000 Fachbesucher waren vor Ort – mehr als je zuvor. Zur anschliessenden IWA OutdoorClassics (8.–11. März) reisten gar mehr als 1'600 Aussteller und rund 46'000 Messegäste an. Nicht wenige von ihnen informierten sich auch an den Ständen der rund 20 Schweizer Hersteller und Importeure, welche an einer oder gar beiden Messen nacheinander ausstellten.

Zwei Weltneuheiten aus der Schweiz

Generell gab es dieses Jahr in Nürnberg weniger «echte» Neuheiten als in manch anderem Jahr. Doch bei gleich zwei Schweizer Firmen stiessen wir auf Weltpremieren. Einerseits zeigte die im Schweizer Behördenmarkt bestens verankerte Thuner B&T AG mit dem «USW-G17» ein Aluminium-­Chassis mit klappbarer Schulterstütze, Aimpoint-Reflexvisier und Lampenaufnahme, welches den Kampfwert der GLOCK- 17-Pistole deutlich steigern soll. Das an die bereits bekannte, beispielsweise von der Gemeindepolizei Flims genutzte «Universal Service Weapon» von B&T angelehnte Chassis erlaubt es, die Pistole ähnlich einer MP an der Schulter abzustützen – zugunsten erhöhter Sicherheit und Wirkung bei grösseren Einsatzdistanzen.

© Jörg RothweilerJürg Thomann, CEO von Non-lethal-weapons-Spezialist Piexon mit dem neuen lasergestützten Pepper-Jet «Piexon EOC».Jürg Thomann, CEO von Non-lethal-weapons-Spezialist Piexon mit dem neuen lasergestützten Pepper-Jet «Piexon EOC».Weitere Neuheiten bei B&T für 2019 sind die in zwei Längen sowie als Integralschalldämpferversion erhältlichen APC- PRO-Modelle mit nun beidseitigen, im Schuss feststehenden Ladehebeln. Überdies sind die Carbines APC9 und GHM9 neu auch als mit GLOCK-Magazinen kompatible «G»-Varianten erhältlich.

Die zweite Weltneuheit der Enforce Tac bescherte Piexon aus Aarwangen mit dem behördlichen Anwendern vorbehaltenen Pepper-Jet «EOC». Bei diesem misst ein Laser die Ent­fernung zum anvisierten Ziel. Ein Mikroprozessor justiert dann die Leistung der elektronischen Pumpe und die Neigung der Sprüh-Schwenkdüse automatisch, sodass jeder Pfefferstrahl garantiert trifft – aus bis zu sieben Meter Distanz. «Eine optische Distanzwarnung sorgt dabei für mehr Anwendersicherheit», erklärt Piexon-CEO Jürg Thomann. Das Reizmittel wird in wechselbaren 100-Milliliter-Tanks im Griff vorgehalten, für Grosseinsätze kann der Pepper-Jet aus einem im Rucksack getragenen Grossbehälter versorgt werden.

© HerstellerDie vom israelischen Hersteller Camero entwickelten, wanddurch­dringenden Radar-Detektoren der «Xaver»-Baureihe sind in diversen Varianten erhältlich – hierzulande bei der Red Rock AG.Die vom israelischen Hersteller Camero entwickelten, wanddurch­dringenden Radar-Detektoren der «Xaver»-Baureihe sind in diversen Varianten erhältlich – hierzulande bei der Red Rock AG.Radar-Detektoren für Sicherheit und Rettung

Nicht ganz neu, aber doch noch jung auf dem Schweizer Markt sind die wanddurchdringenden Radar-Detektoren der «Xaver»-Baureihe des israelischen Herstellers Camero. Die in verschiedenen Grössen und Leistungsstufen erhältlichen, handgeführten Geräte erlauben es, Lebenszeichen und deren Position hinter Wänden, Mauern oder unter Trümmern zu orten. Militär- und Sicherheitspersonal kann so «durch Wände schauen», drohende Gefahren vorgängig erkennen und entsprechend bessere taktische Entscheide treffen.

Rettungskräften erlaubt das System, Verschüttete oder Verletzte aufzuspüren. Wie gut dies funktioniert, demonstrierte das mexikanische Militär, als es nach dem Erdbeben im Herbst 2017 mithilfe von Xaver-Detektoren mehrere unter Trümmern verborgene Opfer entdecken und lebend retten konnte. In Frankreich, aber auch bei der Kapo ZH, der Kapo Bern und dem Schweizer Militär werden die Radar-Detektoren bei der Suche nach untergetauchten Personen oder sich in Gebäuden, Containern oder Lkw-Aufliegern versteckenden Straftätern oder illegalen Migranten eingesetzt.

© Jörg RothweilerDie Wyssen Defence AG hat ihr Portfolio an Schalldämpfern für unterschiedlichste Systeme und Kaliber nochmals erweitert.Die Wyssen Defence AG hat ihr Portfolio an Schalldämpfern für unterschiedlichste Systeme und Kaliber nochmals erweitert.Schalldämpfer von Wyssen Defence

Die in Reichenbach-Wipsch domizilierte Wyssen Defence AG zeigte neben ihren in den Kalibern 9 x 19 mm, .223 Rem. sowie neu auch in .308 Win sowie als integralgedämpfte Varianten erhältlichen AR-15- respektive AR-10-Klonen an der Enforce Tac diverse neue Schalldämpfer. Die komplett in der Schweiz und nach eigenen Plänen gefertigten Dämpfer sind sehr leicht und verfügen zudem über clever konstruierte Schnittstellen, sodass sie nicht nur schnell montiert, sondern auch leicht wieder abgenommen werden können – selbst von stark verschmutzten Waffen.

© Jörg RothweilerDer neue, von Schuberth in Kooperation mit der Stadtpolizei Zürich entwickelte Helm mit Atemmaske und Laserschutzvisier.Der neue, von Schuberth in Kooperation mit der Stadtpolizei Zürich entwickelte Helm mit Atemmaske und Laserschutzvisier.Neue Einsatzhelme für die Stadtpolizei Zürich

Schuberth zeigte in Nürnberg erstmals den neuen Schutzhelm, den die Stadtpolizei Zürich 2020 erhalten wird. Eigentlich hätten die neuen Helme schon letztes Jahr eingeführt werden sollen. Doch auf die im März 2017 erfolgte Ausschreibung meldete sich niemand. So gelangte die Stapo Zürich an ihren bisherigen Ausrüster Schuberth. Dieser erweiterte den bewährten, nach TR2011 zertifizierten Helm P100N um eine modulare Laserschutzkomponente. «Dabei flossen die von der Stapo Zürich mit der bisherigen Laserschutzbrille gemachten Einsatzerfahrungen direkt ein», erklärt Kristóf Nagy von Schuberth. «Die Laserschutzbrillen boten zu wenig Flexibilität und Schutz, weil sie nur bei geöffnetem Visier aufgesetzt, nicht mit Atemschutz kombiniert und nur schwer mit Einsatzhandschuhen bedient werden konnten. Der neue Helm bietet diesbezüglich klare Vorteile.»

© Jörg RothweilerNeue Uhren mit selbstleuchtenden Ziffernblättern von Traser.Neue Uhren mit selbstleuchtenden Ziffernblättern von Traser.Leuchtendes Tritium für Uhren und Visierungen

Weniger martialisch gestylt als der schwarze Helm, sondern vielmehr sportlich-schick präsentieren sich die 2019er-Uhren­modelle von Traser aus Niederwangen mit dauerhaft leuchtenden Tritium-Inserts von mb-microtec. Die Schwestermarke Trigalight präsentierte zudem nochmals optimierte «Tactical Pro»-Inserts mit mattierten Saphirglasoberflächen für Visiere und «Fisheye»-Effektschliff für das Waffenkorn. «Die neuen Inserts ermöglichen eine noch schnellere Zielerfassung – und zwar auch am helllichten Tag. Das haben uns Testschützen einer Schweizer Spezialeinheit bestätigt», sagt Senior Sales Manager Gavin Palmer.

«9 x 19 mm Action SE SXF» der Ruag AG«9 x 19 mm Action SE SXF» der Ruag AGNeue 9-Millimeter-Munition für Behörden

Als Ergänzung zu den bekannten Behörden-Munitionen «Action 4» und «Seca» bietet die Ruag Ammotec AG nun auch die «9 x 19 mm Action SE SXF» an. Diese kann dank nochmals gesteigerter Penetrationswirkung SK1-Westen durchdringen. Dennoch bleibt die Hintergrundgefährdung überschaubar, weil die Projektile der neuen Munitionssorte in weichen Zielen sofort extrem stark «aufpilzen» und daher zuverlässig im Zielmedium stecken bleiben. Die vor allem für den deutschen Markt entwickelte, bei der Ruag GmbH in Fürth gefertigte Munition soll den Kampfwert von 9-Millimeter-Carbines deutlich steigern helfen. Sie ist exklusiv nur für Behörden erhältlich – natürlich auch in der Schweiz.

 

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