Drohnen sind klein, günstig, leistungsstark und vielseitig. Drohnen stehen nie im Stau. Drohnen haben immer den Überblick. Das macht sie zu perfekten Helfern für Blaulichtorganisationen.

© Pressebild vom Hersteller (DJI)

Im Rahmen der Enforce Tac 2019 ging in Nürnberg auch der Informationsgipfel für Drohnen und unbemannte Technologien und Sicherheitsinstrumente «U.T.sec» über die Bühne. Dort wurden in Workshops rechtliche, technische und taktische Fragen von Drohneneinsätzen durch Blaulichtorganisationen erörtert.

Drohnen bei der Werksfeuerwehr

Herausgestochen ist der Vortrag von Jörg Urban, Leiter technische Services der Werksfeuerwehr von BASF in Ludwigs­hafen. Er setzt seit 2009 auf Drohnen, welche auf dem zehn mal drei Kilometer messenden Petrochemie-Areal von BASF zahlreiche Dienste erfüllen. «Wir haben zehn der rund 200 Werksfeuerwehrleute zu Drohnenpiloten ausgebildet und bieten Drohnen als Service-Dienste für das Unternehmen an», erklärte Urban. Beispielsweise kontrollieren die Drohnen die mehrere Hundert Kilometer umfassenden Rohrleitungen und inspizieren Gasentspannungsköpfe, Kamine und – ausgerüstet mit einem Spezialkäfig – das Innere riesiger Lagertanks. «Wir sparen dadurch viel Geld, müssen weder Kräne noch Gerüste aufbauen. Zudem sind die Drohnen-Kontrollen viel schneller und effizienter», zählt Urban die Vorteile auf. Im Vorfeld führten er und sein Team umfassende Risikobewertungen durch, die in ein klares Regularium mündeten. Heute sind Drohneneinsätze bei BASF Routine, denn die Vorteile überzeugen alle. Alsbald soll eine automatisierte Bildauswertung die Datenverarbeitung verbessern und beschleunigen. Dann wären laut Urban kürzere Intervalle für Inspektionsflüge möglich und die Prä­ventionsarbeit könnte noch intensiver durchgeführt werden.

Hochleistungsdrohne speziell für Einsatzkräfte

Am Messestand von Red Rock Switzerland AG aus Ganterschwil wurde die vom weltgrössten Drohnenhersteller DJI speziell für Einsatzkräfte entwickelte Mavic 2 Enterprise (Bild oben) gezeigt. Diese ist modular aufgebaut und kann mit zahlreichen Zubehörteilen bestückt werden. Dazu gehören ein Scheinwerfer mit 2400 Lumen Leistung, ein Lautsprecher (bis 100 Dezibel in einem Meter Distanz), ein Kollisionswarnlicht sowie eine 12-Megapixel-Kamera mit zweifach optischem und dreifach digitalem Zoom. Die Kamera ist auf einem 3-Achsen-Gimbal montiert, der interne 24-GB-Speicher verfügt über Passwortschutz. Als «Dual»-Modell ist die Drohne mit einer Kombi aus Sichtbarlicht- und FLIR-Wärmebildkamera ausgerüstet. So kann sie auch bei Nacht, Nebel und Rauch fliegen. Die maximale Flugzeit beträgt laut Hersteller 31 Minuten, die Höchstgeschwindigkeit 72 km/h. Die Drohne soll aus bis zu acht Kilometer Distanz gesteuert werden können. Zum Transport lagert sie, zusammen mit dem Zubehör, gut geschützt in einem Spezialkoffer.

Drohnen für die Wasserrettung

© Jörg RothweilerThomas Wodrik von der DRK Wasserwacht Mecklenburg-Vorpommern mit der selbst entwickelten Rettungsbojen-Drohne.Thomas Wodrik von der DRK Wasserwacht Mecklenburg-Vorpommern mit der selbst entwickelten Rettungsbojen-Drohne.Ebenfalls spannend waren die Ausführungen von Thomas Wodrig von der DRK Wasserwacht Mecklenburg-Vorpommern. Diese hat mit viel Eigeninitiative eine Drohne entwickelt, die in Not geratenen Schwimmern oder Wassersportlern eine Rettungsboje bringt – innerhalb von durchschnittlich 40 Sekunden. Zum Vergleich: Das gleichzeitig mit der Drohne ausrückende Rettungsboot braucht im Schnitt rund vier Minuten, ehe es die Verunglückten erreicht. «Die Idee kommt ursprünglich aus Dubai. Wir haben die Technologie für unsere Zwecke und unser Budget angepasst und offiziell zertifizieren lassen. Heute decken wir mit 18 Drohnen die Ostseeküste sowie zahlreiche Binnengewässer in Mecklenburg-Vorpommern ab», erklärte Wodrig. Zwar gab es seit Beginn des bislang dreijährigen Projekts erst zwei Ernstfälle. Bei diesen aber seien die Drohnen ebenso hilfreich gewesen wie bei den zahllosen Sucheinsätzen nach abgetriebenen oder in den verwinkelten Binnengewässern verirrten Wassersportlern.

Fliegendes Auge für Rettungskräfte

© Hochschule RapperswilDie HSR entwickelte eine intuitive Steuerungssoftware für die Drohnen der alpinen Rettungsstation Schwägalp-Säntis.Die HSR entwickelte eine intuitive Steuerungssoftware für die Drohnen der alpinen Rettungsstation Schwägalp-Säntis.Auch in der Schweiz wird intensiv an Rettungsdrohnen geforscht. An der Hochschule für Technik in Rapperswil (HSR) tüfteln Entwickler des Forschungsinstituts für Laborautomation und Mechatronik (ILT) im Rahmen eines Projekts für armasuisse W+T an einem neuartigen Mensch-Maschine-Interface, mit dem Drohnen besser gesteuert und dank Echtzeitdatenaustausch künftig im «Schwarm» agieren können. So sollen sie im Katastrophenfall zu Land, zu Wasser und aus der Luft gleichzeitig und kooperativ Verletzte aufspüren, 3D-Karten des Geländes erstellen und überirdische Versorgungsleitungen überprüfen.

Ebenfalls an der HSR entwickelt wurde eine intuitive Steuerungssoftware für Drohnen der alpinen Rettungsstation Schwägalp-Säntis. Dank einer Webapplikation muss nur der vorgesehene Flugplan per Touchscreen auf einer Karte definiert werden – und schon fliegt die Drohne selbstständig das Suchgebiet ab. Das ist einfach und günstig – und hilfreich bei Wetterlagen, die Helikopterflüge vereiteln, sowie bei der Suche in Gebieten, die für Menschen und Suchhunde nur mit hohem Risiko oder gar nicht zugänglich sind.

Am Projekt interessiert zeigt sich laut Medienberichten auch die Kantonspolizei Appenzell-Innerrhoden. Dort denkt Drohnenspezialist Thomas Zimmermann daran, Drohnen bei grossflächigen Tatbestandsaufnahmen sowie für die Abschätzung von Schäden bei Naturereignissen oder bei Suchaktionen nach Vermissten einzusetzen.

Drohnen bei Polizei und Grenzwache

Neben zahlreichen Schweizer Polizeikorps setzen, nicht zuletzt aufgrund der Empfehlung einer Arbeitsgruppe der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS), auch Grenzwächter auf fliegende Helfer. Im St. Galler Rheintal nutzt etwa das Kommando der Grenzwachtregion III, unterstützt von der Schweizer Luftwaffe, Drohnen im Kampf gegen organisierten Schmuggel und grenzüberschreitende Kriminalität. Die aus taktischen Gründen in der Nacht fliegenden Drohnen deckten bereits mehrfach Verstösse gegen Zoll- und Mehrwertsteuer-Vorschriften auf und spürten zur Fahndung ausgeschriebene Fahrzeuge auf.

Minidrohnen für Feuerwehr und Militär

© Pressebild vom Hersteller (Prox Dynamics)Die Minidrohne «Black Hornet» wurde fürs Militär entwickelt, wird aber in Norwegen auch von zwei Feuerwehren eingesetzt.Die Minidrohne «Black Hornet» wurde fürs Militär entwickelt, wird aber in Norwegen auch von zwei Feuerwehren eingesetzt.In den USA ebenso wie in Norwegen vertrauen Militärs und zivile Feuerwehren auf federleichte Minidrohnen, um sich am Einsatzort einen Überblick zu verschaffen – dort, wo der Mensch aufgrund feindlicher Gefährdung oder wegen Hitze, Strahlung oder giftiger Dämpfe nicht agieren kann. Entwickelt wurde die «Black Hornet»-Drohne vom norwegischen Anbieter Prox Dynamics. Der wurde Ende 2016 von FLIR aufgekauft. Seither sind die Drohnen auch mit Infrarotkameras erhältlich. Die an der Enforce Tac in Nürnberg vorgestellte dritte Generation der Black Hornet wiegt 32 Gramm, ist zugunsten schneller Wartung und Reparatur modular aufgebaut. Sie bietet viel Speicherplatz für Wegpunkte oder Kartenmaterial und beherrscht die video-basierte Navigation ohne GPS. Ihr Einsatzradius beträgt gut zwei Kilometer, die maximale Flugdauer 25 Minuten. Gesteuert wird sie über eine kleine Einhandfernbedienung, Bilder liefert sie mit 1200 x 1600 Pixeln, im Infrarotbereich mit 120 x 160 Pixeln. Das US-Militär ist überzeugt von der «Black Hornet». FLIR bestätigte im Februar 2019 einen Auftrag der US Army mit einem Volumen von fast 40 Mio. Doller (ca. 32 Mio. Euro) für eine 8.000 Stück umfassende Armada der leistungsstarken Nanokopter.

 

 

© Berufsfeuerwehrverband KufsteinIn Österreich demonstrierte das Drohnenteam des Berufsfeuer­wehr­verbands Kufstein, dass Drohnen im Gegensatz zu Hub­schraubern auch im Schneesturm fliegen und helfen können.In Österreich demonstrierte das Drohnenteam des Berufsfeuer­wehr­verbands Kufstein, dass Drohnen im Gegensatz zu Hub­schraubern auch im Schneesturm fliegen und helfen können.In Österreich demonstrierte ein Team des Berufsfeuerwehr­verbands Kufstein, wie nützlich Drohnen sein können. Im Januar 2019, als Stürme und Schneefälle Österreich heimsuchten, meldete die TIWAG der Feuerwehr eine Störung an einer 110-kV-Überlandleitung. Die Problemstelle war nicht genau bekannt, der topografisch schwierige Waldbereich für den Störungstrupp wegen umstürzender Bäume und rund 1,5 Meter Schnee nicht gefahrlos begehbar. Der Hubschrauber konnte wegen starken Schneefalls nicht starten. Dem Drohnenteam der Feuerwehr gelang es, die Störungsstelle rasch und gefahrlos aufzuspüren und dem Störungstrupp einen vergleichsweise sicheren Weg dorthin zu weisen.

 

Verkehrspolizisten der niederländischen Reichs­polizei (Rijkspolitie) waren einst flott unterwegs: Zwischen 1962 und 1996 fuhren sie Porsche – und zwar auf Dienst­anweisung meist mit offenem Dach. Im schicken, offenen Zuffenhauser Sportwagen auf Gangster­jagd gehen. Davon träumt jeder mit etwas Benzin im Blut gesegnete Polizist. In den Niederlanden war dies lange Zeit kein Traum, sondern...
Digitale Tools, welche die Gebäudeplanung optimieren und Immobilien «intelligent» machen, sollen die Arbeit der Feuerwehren effizienter gestalten. Aktuelle Schlagwörter dabei sind «Building Information Modeling» und «IoT-Gebäudesensorik». Digitale Prozesse erleichtern und beschleunigen viele bisher mühsame Arbeiten – auch bei der Feuerwehr. Intelligente Software erleichtert die Einsatzplanung,...
Jüngst wurden diverse Polizisten wegen zu schnellen Fahrens während eines dringlichen Einsatzes verurteilt. Juristen, Polizeiverbände und Fachleute kritisieren dieses Vorgehen scharf – und der Baselbieter Kantonsgerichtspräsident Dieter Eglin fällte diesbezüglich ein wegweisend begründetes Urteil. Was ist los im Kanton Genf? Ende Februar 2019 kassierte ein Genfer Polizist eine bedingte...
Die realitätsnahe Schiessausbildung, taktisches Training und das Durchspielen verschiedener Szenarien mit hohem Praxisbezug sind für behördliche und institutionelle Sicherheitskräfte essenziell. An der Enforce Tac wurden diesbezüglich einige Neuheiten präsentiert. Unsere Gesellschaft steckt im Wandel. Veränderte Bevölke­rungsstrukturen, Terrorismus und steigende Gewaltbereitschaft stellen...
Die Lehmar AG ist behördlichen und militärischen Nutzern im In- und Ausland bestens bekannt: als ein mit allen Wassern gewaschener Anbieter für Mehrzweck- und Spezialboote. 1990 schlug Marcel Lehmann, Sohn von Hans Rudolf Lehmann, der 1955 die Bootswerft H. Lehmann gegründet hatte, ein bis heute sehr erfolgreiches Kapitel in der Geschichte des Schweizer Bootsbaus auf. Er erwarb damals von seinem...
Anfang März wurden in Nürnberg bei der 8. Enforce Tac und der 46. IWA OutdoorClassics neue Führungs- und Einsatzmittel für Behörden und Organisationen mit Rettungs- und Sicherheits­aufgaben präsentiert. Mit dabei waren auch zahlreiche Schweizer Anbieter. Vom 6. bis 11. März 2019 stand Nürnberg wieder im Zeichen der Enforce Tac und der IWA OutdoorClassics. Beide Messen waren heuer noch grösser....
Drohnen sind klein, günstig, leistungsstark und vielseitig. Drohnen stehen nie im Stau. Drohnen haben immer den Überblick. Das macht sie zu perfekten Helfern für Blaulichtorganisationen. Im Rahmen der Enforce Tac 2019 ging in Nürnberg auch der Informationsgipfel für Drohnen und unbemannte Technologien und Sicherheitsinstrumente «U.T.sec» über die Bühne. Dort wurden in Workshops rechtliche,...
Ende 2018 haben die EU-Botschafter einen Rechtsakt zur Cybersicherheit gebilligt. Dieser sieht vor, eine ständige EU-Agentur für Cybersicherheit zu schaffen und eine EU-weite Zertifizierung für Cybersecurity zu lancieren. Die von der EU für das Jahr 2017 erhobenen Statistiken zur Häufigkeit und den Auswirkungen von Cybercrime haben Brüssel aufgeschreckt. Laut Erhebungen hat sich die Zahl der...
Zum Jahresstart 2019 hat die Rega 50 Prozent der Anteile am Schweizer Institut für Rettungsmedizin SIRMED, einer Tochtergesellschaft der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, übernommen. Durch die gleich beteiligte Kooperation der beiden grössten Gönnerorganisationen der Schweiz sollen im Bereich der Aus-, Fort- und Weiter­bildung in der Notfall- und Rettungsmedizin Synergien genutzt und neue...
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