Ob als Notärztin, Rettungssanitäterin, Krankenschwester, Polizeibeamtin oder Feuerwehrfrau – die bald 60 Jahre alte Amerikanerin Barbara Millicent Roberts alias Barbie macht bei jeder Blaulichtorganisation eine gute Figur.

© Mattel, Inc.Die erste Barbie von 1959, mit Badeanzug und SonnenbrilleDie erste Barbie von 1959, mit Badeanzug und Sonnenbrille

Mit eingeschaltetem Blaulicht fährt der Krankenwagen zur Unfallstelle. Am Einsatzort übernimmt die Notärztin die Erstversorgung des Patienten. Eine Rettungssanitäterin hilft ihr beim Verladen des Schwerverletzten ins Fahrzeug, in dem eine Krankenschwester die medizinischen Geräte überwacht. Eine Feuerwehrfrau sichert derweil den Unfallort, eine Polizistin dokumentiert die Unfallspuren.

Die Vertreterinnen der verschiedenen Blaulichtorganisationen haben etwas gemeinsam: Alle sind blond, hübsch, schlank – und heissen Barbie.

Seit 1959 zeitlos jung

Willkommen in der kunterbunten Spielzeugwelt der bekanntesten Puppe der Welt. Barbie heisst mit vollem Namen Barbara Millicent Roberts, kommt aus Willows, Wisconsin, und feierte am 9. März 2019 ihren 60. Geburtstag. Seit ihrer «Geburt» anno 1959 begeistert die jugendliche Seniorin Mädchen und auch einige Buben, lässt diese bei «Barbie Careers» spannende Berufe entdecken. Bis heute hat die Plastik-Lady in gut 200 Berufen Karriere gemacht, war dabei bisweilen ihrer Zeit überraschend weit voraus. So flog «Astronautin-Barbie» bereits 1965 ins All –
vier Jahre bevor Neil Armstrong 1969 als erster Mensch tatsächlich den Mond betrat. Aber auch als Paratrooperin, Robotik-Ingenieurin, Geschäftsfrau, Militärpilotin oder Angehörige des US Marine Corps war Barbie schon aktiv.

Amerikanerin mit Schweizer Wurzeln

Zwar ist Barbie eine amerikanische Erfolgsstory: Die Spielzeugmarke gehört dem US-Konzern Mattel. Doch laut Wikipedia ist Barbie eigentlich Schweizerin! Sie stand, namenlos, etwa 30 Zentimeter gross und mit blonder Pferdeschwanzfrisur, in den 1950er-Jahren in einem Schaufenster in Luzern. Dort wurde sie von Ruth Handler, damals auf Europareise, entdeckt. Die Mattel-Gründerin kaufte die Schweizer Puppe –
der Rest ist Geschichte.

Am 9. März 1959 präsentierte Mattel an der Spielwarenmesse in New York die erste Barbie-Puppe. Die trug einen schwarz-weiss gestreiften Badeanzug, hatte eine Sonnenbrille und hiess Barbie – wie die Tochter von Ruth und Elliot Handler.

© Mattel, Inc.Es war der Beginn eines globalen Siegeszuges. Heute kennen 99 Prozent der Menschen weltweit die Marke Barbie. Die Puppe wird in 150 Ländern verkauft – und zwar schneller als im Sekundentakt. Rund 100 Puppen gehen pro Minute über die Theke, das entspricht gut 58 Millionen Puppen jährlich.

Ständig kommen neue Barbie-Versionen auf den Markt – seit 1968 auch mit dunkler Hautfarbe. Hinter jeder Kreation stehen 100 Fachleute, darunter Modedesigner, Visagisten, Schneider und Stylisten. Der Preis von einst drei Dollar hat sich vervielfacht. Ein Sammler berappte auf einer Auktion für eine Erstausgabe-Puppe 27'450 Dollar. Die teuerste je versteigerte Barbie wurde 2010 für 302'500 Dollar versteigert. Sie trug ein vom australischen Designer Stefano Canturi gefertigtes Collier aus rosa und weissen Diamanten. Der Erlös kam der Stiftung für Brustkrebsforschung (BCRF) in New York zugute.

Zum 60. Geburtstag gibt es eine Anniversary-Edition der Feuerwehr-Barbie.

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