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Am 3. und 4. April 2019 findet in Bern zum zwölften Mal der Schweizer Polizei-Informatik-Kongress (SPIK) statt. Die Organisatoren erwarten erneut einen grossen Zulauf. Wir haben mit Daniel Hänni, Initiant und Leiter des Kongresses, über die Gründe für das ungebrochen hohe Interesse gesprochen.

© Jörg RothweilerDaniel Hänni ist Chef Informatik-Dienst der Stadtpolizei Zürich, geistiger Vater und Leiter des SPIK sowie Mitglied des Vorstandes von Swiss Police ICT.Daniel Hänni ist Chef Informatik-Dienst der Stadtpolizei Zürich, geistiger Vater und Leiter des SPIK sowie Mitglied des Vorstandes von Swiss Police ICT.

Herr Hänni, Sie sind der geistige Vater des Schweizer Polizei-Informatik-Kongresses (SPIK), haben diesen anno 2007 aus der Taufe gehoben. Der Kongress stösst, anders als manch vergleichbarer Anlass, weiterhin auf grosses, ja sogar wachsendes Interesse. Was sind die Gründe für den ungebrochenen Zuspruch?

Daniel Hänni: Es war damals – und es ist bis heute – innerhalb der «Branche» ein klares Bedürfnis für einen Schweizer Polizei-Informatik-Kongress vorhanden. Dieses Bedürfnis fusst auf den föderalistischen Strukturen der Schweiz. Wir haben 26 kantonale Polizeikorps und jedes hat eine individuelle, historisch gewachsene ICT-Umgebung.

Trotz aller Unterschiede stehen die IT-Leiter der kantonalen Korps aber vor identischen Problemen: Sie sehen sich mit zahlreichen Lösungen und Produkten der Industrie konfrontiert und müssen zugleich vieles von dem, was im Sinne einer nachhaltigen und richtigen Entscheidungsfindung nötig ist, selbst erarbeiten.

Der Kongress bietet als nationale Plattform für Schweizer Polizeiinformatiker die Möglichkeit, auf bereits vorhandene Erfahrungen und das Wissen anderer, die vor ähnlichen Herausforderungen standen, zuzugreifen. Das dabei erworbene Wissen und die Vernetzung mit Kolleginnen und Kollegen sowie der Industrie bringt den Kongressgästen klare Vorteile. Sie können Entscheide im eigenen Korps wesentlich einfacher und effizienter fällen.

Gelang die Organisation des ersten SPIK eher einfach? Wie hoch waren die Hürden?

Manche Kollegen waren skeptisch, andere begeistert. So engagierten sich beim ersten Kongress anno 2007 verschiedene Polizeivertreter im Organisationskomitee. Zudem konnten wir gleich zum Start namhafte Unternehmen an Bord holen. Heute haben wir rund 30 Industriepartner im Boot und der Kongress erfährt eine breite Unterstützung vonseiten der Polizeikorps und wird auch vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz mitgetragen. Das schafft eine stabile Basis für die Zukunft.

Mit Mark Saxer, bis heute Geschäftsführer des SPIK, nahm vom Start weg auch ein Industrievertreter im OK Einsitz. Wie entscheidend war das?

Es war ein Glücksgriff, wie wir nicht erst seit heute wissen (schmunzelt). Im Ernst: Ohne Einbindung der Partner aus der Industrie wäre der SPIK nicht sinnstiftend. Es ist ja genau dieses Miteinander, das gegenseitige Voneinander-Lernen, das den SPIK ausmacht. Am SPIK werden IT-Projekte, die Polizeikorps aus dem In- und Ausland gemeinsam mit Industriepartnern planen, aktuell umsetzen oder bereits abgeschlossen haben, detailliert beleuchtet und erklärt – neutral, offen und abseits reiner Marketingstrategien.

Die Offenlegung nicht nur von Herausforderungen, sondern vor allem der Vorgehensweisen, der verwendeten Lösungen und der damit erzielten Möglichkeiten führt zu einem fakten- und erfahrungsbasierten Austausch. So erfahren und lernen die Kongressgäste, bei eigenen ICT-Projekten die richtigen Fragen zu stellen, die zentralen Eckpunkte zu definieren und wichtige Weichen richtig zu stellen.

Sie und Mark Saxer bestimmen zusammen mit dem OK seit Jahren, unterstützt vom Vorstand von Swiss Police ICT, an vorderster Front die Geschicke des SPIK. Wie wichtig ist Kontinuität für den Erfolg?

Kontinuität – bezüglich der Kooperation zwischen mir und Mark Saxer, aber insbesondere auch im Vorstand von Swiss Police ICT – ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Kontinuität bedeutet Stabilität – im aktuellen Handeln sowie bei der Weiterentwicklung des Anlasses. Ebenso eminent für das Gelingen sind aber auch das Fachwissen und die polizeiberufliche Kompetenz der Akteure sowie deren vertieftes Verständnis für den Markt, der am SPIK eine Bühne erhält.

Ein dritter Erfolgsfaktor ist die bis heute gelebte Konzen­tration auf das Wesentliche. Der SPIK blieb und bleibt seiner ursprünglichen Kernintention treu. Er ist eine offene Plattform für den Austausch über wesentliche Herausforderungen und Entwicklungen der Polizeiinformatik. Nicht mehr und nicht weniger. Das beschert uns zwei Vorteile: Erstens konzentrieren wir uns auf nur einen Markt, und zwar einen, den wir bestens kennen. Zweitens ist der Markt, den wir adressieren, überschaubar. Entsprechend eindeutig ist die Ausrichtung des SPIK. Er ist kein Gemischtwarenladen, der sich zugunsten reinen Wachstums immer mehr öffnet, bis er vor lauter Diversifizierung seine Identität verliert.

Last, but not least integrieren wir alle massgeblichen Akteure: Polizei-IT, Industrie, Politik und Gesetzgebung. Am SPIK bringen technische Experten, Anbieter und Entscheider ihr Know-how auf den neuesten Stand – und ihre Kommunikation damit auf Augenhöhe. Das beschleunigt wesentliche Entwicklungen ebenso wie Entscheidungen – auf technischer wie politischer Ebene – und ermöglicht es den Budgetverantwortlichen, fundierte Entscheide zu treffen und Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Starke Fokussierung und Kontinuität stecken die Grenzen, innerhalb derer sich der SPIK jedes Jahr «neu erfinden» muss, vergleichsweise eng. Ist das kein Problem?

Bisher jedenfalls ist es uns immer gelungen, ein spannendes Programm zu schnüren (lacht). Aber Sie haben recht. Es ist durchaus nicht einfach. Umso mehr, als die Polizeiinformatik nicht jedes Jahr neu erfunden wird. Trotzdem gibt es immer wieder spannende Neuerungen. In den letzten Jahren gar so viele, dass viele Besucher – wie ich auch – eigentlich meistens zwei Vorträge gleichzeitig hören möchten und sich jeweils nur mit Mühe für einen davon entscheiden können.

© Sascha Hähni, Swiss Police ICTApropos Vielfalt des Gebotenen. Pünktlich zum 10-Jahr-Jubiläum wurde der SPIK auf zwei Kongresstage ausgeweitet: Wie hat sich dies bewährt?

Swiss Police ICT hatte nicht geplant, just zum Jubiläum einen zusätzlichen Kongresstag anzuhängen respektive vorzuschalten. Es ergab sich einfach, weil das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) darauf verzichten wollte, eigene Polycom-Days zu organisieren, und mit dem Wunsch an uns herantrat, die entsprechenden Themenkreise in den SPIK zu integrieren.

Wir haben diesen Wunsch natürlich gerne gehört und nach detaillierten Vorarbeiten die entsprechenden Möglichkeiten geschaffen. Da zudem die Themenkreise Cybercrime und digitale Kriminalität immer bedeutender wurden, ja fast zum Hype mutierten, beschlossen wir, einen Zusatztag einzubauen, der sich den Themen Führungs- und Einsatzkommunikation sowie Cybercrime widmet.

Durch die Aufteilung der Disziplinen auf verschiedene Tage konnten wir auch dafür Sorge tragen, dass die Fachpersonen der Polizei nicht zwingend an beiden Tagen vor Ort sein müssen. Wir stellen aber fest, dass das Interesse vieler, an beiden Tagen präsent zu sein, gross ist. Das bestätigt, dass die Themenkreise beider Tage aktuell und wichtig sind.

Wie wirkte sich die Ausweitung auf den Aufwand aus?

Für das OK bleibt der Zusatzaufwand bis heute überschaubar. Aber die Geschäftsstelle ist natürlich schon mehr gefordert. Nicht zuletzt wegen der selbst auferlegten Qualitätsansprüche des SPIK. So hat unser Trägerverein Swiss Police ICT unter anderem auch Compliance-Richtlinien erarbeitet, die uns in der Kooperation mit der Wirtschaft leiten.

Wir sind uns bewusst, dass es auch Stimmen gibt, welche die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft kritisch beurteilen. Gleichzeitig sind wir aber überzeugt, dass wir als offene und transparente Plattform gerade diesbezüglich nach bestem Wissen und Gewissen gut unterwegs sind. Dabei sind die Ansprüche hoch – auch an uns selbst. Zwei Personen sind allein einen ganzen Tag damit befasst, alle Folien und Power-Point-Dateien zu prüfen, damit am Kongresstag alles reibungslos klappt. Zudem bleibt es bei durchgängiger Mehrsprachigkeit: Auch 2019 wird am SPIK alles übersetzt.

Da kann ja auch 2019 nichts schiefgehen. Noch eine persönliche Frage: An welche Inhalte der bisherigen Kongresse erinnern Sie sich besonders gerne?

(Denkt einige Zeit nach) Angesicht der enormen Vielzahl kann ich diese Frage beim besten Willen nicht so ad hoc beantworten. Es waren viele Referate, Begegnungen und Erkenntnisse, die mich beeindruckt haben – sehr viele.

Vielleicht Folgendes: Die Auftritte von Evelyne Binsack (2010) und Thomas Ulrich (2018) im Rahmenprogramm bleiben in Erinnerung. Inhaltlich operierten beide zwar fernab der Kongress-Thematik. Doch ihre Erzählungen brachten Tiefe mit. Beide haben die Gäste nicht nur blendend unterhalten, sondern zum Nachdenken angeregt. Wenn selbst die Vorträge im Rahmenprogramm eine so hohe Qualität aufweisen, haben wir wirklich alles richtig gemacht.

 

Der Schweizer Polizei-Informatik-Kongress: Das müssen Sie wissen

Termin des 12. SPIK 2019
3. und 4. April 2019; Stade de Suisse, Bern
Anmeldungen und Infos:
www.spik.ch

Historie
Der erste SPIK fand am 31. Oktober 2007 im Air Force Center Dübendorf statt. 2008 übersiedelte der Kongress nach Zürich, 2010 nach Bern. Seither findet der SPIK jährlich im Frühling statt. 2017 wurden die Themenkreise der Polycom-Days des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) in den SPIK integriert und der Rahmen für Cybercrime-Themen erweitert. Seither umfasst die Veranstaltung zwei Kongresstage.

Ziele
SPIK versteht sich als nationale Plattform für den Erfahrungsaustausch zu den Themen Polizeiinformatik, Führungs- und Einsatzkommunikation sowie Bekämpfung von Cybercrime. Der Kongress stellt diesbezüglich neue Ideen, Entwicklungen und Produkte vor.

Publikum
Informatiker und Führungskräfte aller Polizeikorps sowie Vertreter der Informations- und Kommunikations-Industrie (IKT/ICT), der Wirtschaft und der Politik.

Organisation und Trägerschaft
Im OK vertreten sind Vertreter des Bundesamts für Bevölkerungsschutz sowie aus Polizeikorps und der Privatwirtschaft. Hinter dem Anlass steht der Verein Swiss Police ICT, dem Vertreter verschiedener Polizeikorps und diverse Informatikfirmen angehören. Ein politischer Beirat dient als politisches Konsultativ-Organ und Bindeglied zur Politik. Er umfasst Vertreter der fünf Bundesratsparteien, einen Regierungsrat und einen Polizeikommandanten. Sind politische Themen aus der Schnittmenge von öffentlicher Sicherheit und Informatik/Kommunikation aktuell, beteiligt sich Swiss Police ICT auf Anfrage auch an Mitwirkungsverfahren.

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