Der Mensch ist der grösste Risikofaktor

Im Basler Zoo fürchtet sich Tierarzt Christian Wenker weniger vor dem Ausbruch eines gefährlichen Tieres als vor einem Eindringen eines Besuchers in ein Raubtiergehege.

@ Thomas Wälti Ambulanzfahrzeug ohne Blaulicht: Christian Wenker ist Tierarzt im Basler Zoo. An der Medizinkiste ist ein Blasrohr festgemacht, hinten beobachtet ein Gepard die Szene.Ambulanzfahrzeug ohne Blaulicht: Christian Wenker ist Tierarzt im Basler Zoo. An der Medizinkiste ist ein Blasrohr festgemacht, hinten beobachtet ein Gepard die Szene.

Lautlos wie ein Gepard bewegt sich Dr. med. vet. Christian Wenker auf dem E-Bike durch den Basler Zoo. «Tierarzt» steht auf seinem Gefährt geschrieben, das aussieht wie eine E-Bike-Ambulanz ohne Blaulicht.

Antibiotika, Atemstimulans, Blutdruckmessgerät, Blutröhrchen, Infusionen, Kanülen, Katheter und Stethoskop – in der Medizinkiste liegt alles griffbereit für den Notfall. Sogar ein Blasrohr hat der Veterinär mit dabei. «In aller Regel brauchen wir dieses Instrument für geplante Einsätze. So können wir ein Tier vor der Untersuchung in Narkose legen», so Christian Wenker. Auch das Narkosegewehr wird im  zweitgrössten Schweizer Zoo eingesetzt – um ein ausgebüxtes Tier wieder in sein Gehege zu bringen.

Christian Wenker kümmert sich seit 17 Jahren um das Wohl der rund 7'000 Basler Zoo-Bewohner. Er weiss so manche Anekdote zu erzählen: «Einmal durchschwamm eine Gruppe von Grünen Meerkatzen den Wassergraben und suchte über die Bäume das Weite. Mithilfe einer Drehleiter der Feuerwehr konnte ich von einer schwankenden Kabine aus wenigstens eines der flinken Tiere mit einem Betäubungsgewehr einfangen. Die Meerkatze fiel ins Sprungtuch der Feuerwehr.»

Was die Einsatzkräfte damals nicht gewusst hatten: Die Meerkatzen rissen später immer wieder aus – sie kehrten aber stets aus freien Stücken in ihre angestammte Anlage zurück. Die soziale Einheit war ihnen wichtiger als der Alleingang.

Natürliche Grenzen

@ Zoo BaselVerschnaufpause: Zwei Löwen liegen gemütlich am Boden.Verschnaufpause: Zwei Löwen liegen gemütlich am Boden.Die meisten Gehege im Zoo Basel sind keine Hochsicherheitstrakte. Leben Elefanten, Nashörner, Nilpferde, Löwen und Schimpansen in doppelt gesicherten Anlagen, greifen die Verantwortlichen in einigen Gehegen zu tiergartenbiologischen Tricks: Etwa im Bereich der Savannentiere bilden Gebüsche natürliche Grenzen. «Savannentiere wollen sehen, wohin sie springen. Gebüsche machen sie unsicher. Sie denken, es könnten Schlangen darin sein», sagt Christian Wenker.

Auch die über 120 zum Teil flugfähigen Flamingos werden durch bauliche Massnahmen in Schach gehalten. «Flamingos brauchen zum Abheben von der Wasseroberfläche eine lange Startbahn. Bei uns stehen ihnen Bäume im Weg.» Die in grossen Schwärmen lebenden Flamingos würden ihr Territorium respektieren, meint der Veterinär. Um anzufügen: «Dort sind sie vor ihren Feinden sicher und finden Futter, Fortpflanzungspartner und Brutinseln.»

Üben mit Attrappen

Zweimal im Jahr üben Kader und Tierpfleger für den Notfall. Dabei stehen Attrappen für gefährliche Tiere – sie werden aufgespürt und eingefangen.

Regelmässig wird auch der Notfallordner gecheckt. «Unsere Merkblätter geben eine Gefahrenübersicht. Angefangen vom giftigen Tier bis hin zur Überschwemmung werden viele Eventualitäten abgedeckt», sagt Christian Wenker. Der Basler Zoo verfügt über eigene, gut trainierte Notfallschützen. Sie dürfen ihre Schusswaffen allerdings nur innerhalb des Parks einsetzen. Ausserhalb des Zoos übernimmt die Polizei diese Verantwortung.

@ Zoo BaselGrossmäuler: Flusspferd Willi und Najuma nehmen ein BadGrossmäuler: Flusspferd Willi und Najuma nehmen ein BadGrosse Sorgen macht sich Christian Wenker um etwas, das ihm wahrscheinlicher scheint als ein Tier-Ausbruch: «Ich habe Angst, dass ein alkoholisierter oder geistig verwirrter Zoo-Besucher in ein Gehege eines gefährlichen Tieres eindringt. Das könnten wir kaum verhindern.» Wie auch, bei der Menschenmenge: 2017 besuchte über eine Million Menschen den Basler Zoo.

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