© ArbeitsSicherheit Schweiz / Friederike TröndleVom 19. bis 21. Juni 2018 geht an der BERNEXPO die siebte Fachmesse «ArbeitsSicherheit Schweiz» über die Bühne. 150 Aussteller aus ganz Europa zeigen, was in Sachen Arbeitssicherheit, Ge­sund­­heitsschutz und Gesund­heitsförderung am Arbeits­­­platz heute zentral ist.

Der diesjährige Branchentreff für Sicherheits- und Gesundheitsbeauftragte findet just im Jahr des 100-jährigen Bestehens des ersten grossen Sozialwerks der Schweiz statt: Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund schufen am 1. April 1918 gemeinsam die Unfallversicherung Suva (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt), in deren Zentrum bis heute Verbesserungen in der Arbeitssicherheit stehen.

Die Fachmesse «ArbeitsSicherheit Schweiz» geht aber weit über die nationale Perspektive hinaus. Die rund 150 Aussteller, die vom 19. bis 21. Juni in Bern sein werden, kommen nicht nur aus der Schweiz, sondern unter anderem auch aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Dänemark, Irland, Italien, Schweden, Belgien und den Niederlanden, wie die Messeleitung bestätigt.

Wie immer werden auch an dieser Messe Markttrends diskutiert, Experten werden vortragen sowie zum Gespräch mit den Besuchern zur Verfügung stehen und es wird zahlreiche Gelegenheiten geben, sich mit Kollegen auszutauschen. Das Portfolio der Aussteller deckt dabei ein breites Spektrum ab, das von persönlicher Schutzausrüstung und Unfallverhütung über Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitshygiene bis hin zum Umgang mit psychosozialen Risiken und Alleinarbeit reicht. Auf drei Bühnen werden in Referaten die drängendsten Fragen der Branche thematisiert.

Aufmerksamkeit verdient sicher der Messesektor Swiss Corporate Fashion, der sich dem Thema Berufsbekleidung widmet, oder, wie es beim Veranstalter heisst, «der textilen Unternehmensbotschaft». Hier werden Antworten auf Fragen wie die nach der Wirkung von Berufskleidung auf die Corporate Identity gegeben.

Aber auch Veredelungstechniken für Arbeitskleider und der Nutzen von Textilleasing stehen auf der Agenda. Und es wird referiert, wie das Tragen bestimmter Kleidung das Denken, Handeln und die Gefühle beeinflusst. Kurz gesagt soll vermittelt werden, wie sich das Auftreten der Mitarbeiter stärken lässt und sie zu Markenbotschaftern werden. (Anmerkung am Rande: Wenn am Love Ride eskortierende Polizisten die Feuerwehr, die Streckenposten stellt, aus der Kneipe holen muss – dann hatte das sicher nichts mit Berufsbekleidung und «Botschafter» zu tun.)

Risiken lassen sich bannen

Doch ohnehin geht es, wenn Spezialisten der Branche sich ein Stelldichein geben, um ein breites Themenfeld. Die Gefährdungsbeurteilung steht genauso auf dem Programm wie Lärmschwerhörigkeit, betriebliche erste Hilfe und das sichere Arbeiten in der Höhe und Tiefe.

Letzteres wird übrigens im Sonderbereich «Rope Access» präsentiert, wo über die richtigen Techniken, geeignete Ausrüstungen und Schutzkleidungen sowie passende Trainings und Weiterbildungen informiert wird. Der Praxisalltag wird dabei von einem Baumpfleger in einer Keynote vorgestellt – er wird von Baumpflegearbeiten an den berühmten Wohntürmen «Bosco Vertikale» (vertikaler Wald) in Mailand berichten.

Neben solchen praxisnahen Vorträgen stehen auf der «ArbeitsSicherheit Schweiz» aber auch wissenschaftliche Aspekte auf dem Programm. So wird beispielsweise unter dem Titel «Aging-Workforce: Das Potenzial erkennen und mobilisieren» referiert, wie psychosoziale Risiken am Arbeitsplatz, sogenannte psychische Fehlbelastungen, reduziert werden können und welche Aufgabe dabei den Unternehmen für ihre Mitarbeiter zukommt.

Interaktiv präsentiert sich die Fachmesse an einem Sicherheitsparcours. Laut Veranstalter werden die Messebesucher an sieben Posten zum Mitmachen eingeladen. Dort wird man dann etwa mit den Gefahren durch Staub auf Baustellen konfrontiert oder mit dem Umgang mit der Erste-Hilfe-Ausrüstung.

Aber auch die Realitäten von Wartungen und Reparaturen werden praktisch erfahrbar gemacht, zumal Störungsbehebungen zu den risikoreichsten Tätigkeiten gehören, da sie einen normalen Ablauf unterbrechen und nicht «gelernt» sind.

Zudem sei auf den Parcoursposten des Vereins Arbeitssicherheit Schweiz hingewiesen, der den Fokus auf vier Personengruppen legt, die besonders geschützt werden müssen: schwangere und stillende Frauen, allein arbeitende Personen, Jugendliche respektive Auszubildende sowie Personen, die nachts arbeiten.

Einen Hinweis verdient noch der unter dem Motto «Drive Safe» stehende Posten der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Hier heisst es: zurück in die Fahrschule. Denn bei immer dichterem Verkehrsaufkommen, immer komplexer gestaltenden Verkehrssituationen und neuen Verkehrsmodellen wie Tempo 30 oder Begegnungszonen sei es häufig schwierig, den Überblick zu behalten. Das lässt sich anhand verschiedener Verkehrssituationen aber lernen, verspricht die bfu.

Und noch ein Hinweis auf das vielfältige Programm der «ArbeitsSicherheit Schweiz» sei gestattet. Am dritten und letzten Messetag verspricht ein Kommunikationsexperte zu zeigen, dass durch wirkungsvolle Kommunikation das Ziel «null Unfälle» erreicht werden kann. Er sieht nachlassende Achtsamkeit und Reizüberflutung als Hauptgründe für Unfälle. Die These hier lautet, dass, wer die Möglichkeiten der Kommunikation kennt und nutzt, einen positiven Effekt bei der Unfallvermeidung erzielen kann.

Fokus Gefahrengut

Der Branchentreff für die Spezialisten Arbeitssicherheit wird übrigens gleichzeitig von einer zweiten Veranstaltung in direkter Nachbarschaft begleitet, die in diversen Punkten Überschneidungen mit dem Thema Arbeitssicherheit aufweist. Erstmals wird nämlich auch die GLL Expo durchgeführt, an der die Logistik und Ladungssicherung von Gefahrgütern und Gefahrstoffen im Zentrum stehen. Adressiert werden hier Gefahrgutbeauftragte, Versender von gefährlichen Gütern, Lager- und Logistikleiter sowie Arbeitsschutz- und Sicherheitsbeauftragte.

Auch die GLL Expo wird von einem umfangreichen Vortragsprogramm begleitet, das sich mit den Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien für die sichere Handhabung der Gefahrstoffe beschäftigt. Die Veranstalter versprechen die Möglichkeit, neben den Besuchen bei den Ausstellern auch die sogenannte GLL Content Stage als Informationsquelle zu nutzen, um Wissen aufzufrischen und neue Kenntnisse zu erwerben. Zudem sollen an Live-Shows mit der Chemiewehrschule Zofingen in verschiedenen Szenarien taktische Fähigkeiten für den Fall eines Chemieunfalls vermittelt werden.

www.arbeits-sicherheit-schweiz.ch

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