© Kantonspolizei AargauAlltag in der kantonale Notrufzentrale vor der riesigen Videowand mit den aktuellsten EreignissenAlltag in der kantonale Notrufzentrale vor der riesigen Videowand mit den aktuellsten EreignissenIn Aarau hat vor fast einem Jahr die neue Kantonale Notrufzentrale (KNZ) den Betrieb aufgenommen. Mit dem 38-Millionen-Projekt konnte die geplante Optimierung erreicht werden.

Es war ein medialer Grossanlass, als Ende April 2017 die neue Notrufzen­trale des Kantons Aargau in Betrieb ging. In drei Reihen sitzen seither die Polizisten und Mitarbeitenden der Sanitätsnotrufzentrale im lichtdurchfluteten Raum vor ihren Bildschirmen. Besonders ins Auge sticht die riesige Videowand mit Informationen zu aktuellsten Einsätzen. Allein hier kann an 14 Arbeitsplätzen im Schichtbetrieb rund um die Uhr gearbeitet werden.

«Insgesamt sind es über 50 Mitarbeitende von Polizei, Sanität und Feuerwehr, die im Erweiterungsbau von Aaraus Polizeikommando an der Tellistrasse die kantonalen Blaulichtorganisationen koordinieren», erklärt Peter Kaltenrieder.

© Kantonspolizei Aargau100'000 Anrufe in acht Monaten

Der einstige Leiter der Region West bei der Kantonspolizei (Kapo) Aargau amtet seit nunmehr fast einem Jahr als Chef der Notrufzentrale. Er resümiert, dass die «enge Zusammenarbeit zwischen den Blaulichtorganisationen zu einer schnelleren und besseren Versorgung der Bürger bei Notfällen» geführt habe. Und schiebt nach: Man habe die ersten Monate seit der Inbetriebnahme erfolgreich gemeistert. Allein in den ersten acht Monaten seien mehr als 100'000 Anrufe auf den Notrufnummern 112, 117, 118 und 144 eingegangen.

Damit spricht Kaltenrieder jene Kennzahlen an, die ursprünglich das fast 38 Millionen Franken teure Projekt überhaupt erst ausgelöst hatten. Denn es waren nicht allein die Engpässe bei den grossen Hochwassern in den Jahren 2005 und 2007, die dem Kanton Aargau vor Augen geführt hatten, dass er räumlich und bei der technischen Führungsinfrastruktur im Polizeikommando der Kapo und im kantonalen Führungsstab (KFS) für die Bewältigung von grösseren und länger dauernden Ereignissen nicht mehr ausreichend gerüstet war. Neben dem Ziel, hier Abhilfe zu schaffen, sollten gleichzeitig Verbesserungen in der damals noch dezentral auf drei Standorte verteilten Notrufinfrastruktur erreicht werden.

Gestartet war man in das Projekt mit der Analyse der Situation in einer Machbarkeitsstudie. Auf dieser Basis beschloss der Regierungsrat 2009, die KNZ und die Erneuerung der Führungsinfrastruktur (EFI) für die Kapo und den KFS am Standort Aarau auf dem bestehenden sogenannten «Telli-Areal» umzusetzen.
Nachdem der Grosse Rat vor vier Jahren den Verpflichtungskredit nahezu einstimmig bewilligt hatte, war der Weg für den Erweiterungsbau geebnet, und fristgerecht ging im letzten April die neue Notrufzentrale in Betrieb. Die offizielle Einweihung fand drei Monate später, im Sommer 2017, im Beisein von viel politischer Prominenz statt.

© Kantonspolizei AargauDer Erweiterungsbau auf dem Telli-Areal in AarauDer Erweiterungsbau auf dem Telli-Areal in AarauErfolgreiche Realisie­rung eines Gross­projekts

Hinter der trockenen Aufzählung der Jahresdaten im Rahmen eines langwierigen politischen Prozesses steht die erfolgreiche Realisierung eines Gross­­projekts. Unter der Leitung von Bernhard Frommelt und Marc Raess hat die Kapo Aargau planmässig mit elf Unternehmen in etwa zwei Jahren nicht nur das bisherige Gebäude des Polizeikommandos in Aarau auf dem Telli-Areal für knapp 22 Millionen Franken um einen insgesamt neun Stockwerke umfassenden Anbau erweitert. Vielmehr ist für etwas mehr als 13 Millionen Franken auch die gesamte Technik auf eine neue Basis gestellt worden. Die restlichen Gelder flossen in die Projektierung.
Laut Frommelt sind bei der neuen technischen Basis vier Firmen zentral gewesen. So habe man die Notruftelefonie mit Swisscom realisiert, die Kommunikationssysteme von Atos bezogen und das zentrale Einsatzleitsystem bei der SSE Software eingekauft. Zudem habe Wey Technology die Gesamtausstattung der Arbeitsplätze in der Notrufzentrale inklusive der grossen Videowand geliefert. Nicht ohne Stolz hält der Projektleiter fest, dass die Umsetzung immer im Rahmen des Zeitplans blieb und auch das Budget eingehalten respektive leicht unterschritten worden sei.

Jedenfalls ist im dritten Stock auf etwa 3'000 Quadratmetern mit der zentralen Einsatzleitstelle für gut 50 Mitarbeitende eine neue Arbeitsumgebung geschaffen worden. Daneben belegt im neuen Gebäudeteil auch die Kapo Bürofläche: Weitere 1'200 Quadratmeter wurden im 3. OG des Polizeikommandos zum Führungsraum und zur Nutzung durch den KFS oder zu Büros umgebaut.

© Kantonspolizei AargauJeder Arbeitsplatz verfügt heute über modernste TechnikausstattungJeder Arbeitsplatz verfügt heute über modernste TechnikausstattungDer Nutzen aus Bürgersicht

Das Ergebnis aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger: Wer heute die Nummern 112, 117, 118 und 144 wählt, landet nicht mehr wie früher entweder im Polizeikommando in Aarau, bei der Verkehrsleitzentrale mit Feuerwehralarmstelle in Schafisheim oder bei der Einsatzleitstelle Rettungssanität im Kantonsspital Aarau. Denn mit der Zentralisierung auf dem Telli-Areal ging die Optimierung der Arbeitsabläufe zwischen Polizei, Sanität und Feuerwehr einher.

Und ein wichtiges Anliegen des Kantons ist nun Realität: Die jetzt mögliche Koordination zwischen den Blaulichtorganisationen hat, wie der Regierungsrat zur Einweihung verlauten liess, die Versorgung der Bürger in Notfällen verbessert.

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