© pexelsIm Einsatz sowie bei Übungen sind Feuerwehrleute Rauch, Schmutz und giftigen Stoffen ausgesetzt. Umfassende Einsatz­hygiene und Schwarz-Weiss-Trennung sind daher unerlässlich.Im Einsatz sowie bei Übungen sind Feuerwehrleute Rauch, Schmutz und giftigen Stoffen ausgesetzt. Umfassende Einsatz­hygiene und Schwarz-Weiss-Trennung sind daher unerlässlich.Wer sich bei der Feuerwehr engagiert, ist einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt. Dies ist ebenso gesichert wie die Tatsache, dass gute Einsatzhygiene die beste Prävention darstellt. Wir stellen technische Neuheiten für Pflege und Reinigung vor und haben nachgefragt, wie die Feuerwehr Adelboden ihre Ausrüstung reinigt.

Es gibt kein Entkommen! Bei jedem Brandeinsatz, und sei es der kleinste Küchenbrand, geraten die involvierten ­Feuerwehrleute mit Schadstoffen in Kontakt. Und das ­Kontaminationsrisiko steigt, weil neue Bauweisen, dichtere ­Gebäudehüllen und der vermehrte Einsatz von Kunststoffen in Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen zu heftigeren Brandverläufen mit dichterem Rauch und höheren Russanteilen führen. Laut diversen Studien aus mehreren Ländern sind Feuerwehrleute immer öfter stark erhöhten Schadstoffbelastungen, insbesondere durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), ausgesetzt – und ein Zusammenhang von Gesundheitsschäden und Krankheiten wie «Feuerkrebs» bei Feuerwehrleuten ist durch Studien nachweislich belegt.

Für ihre eigene Gesundheit – aber auch der Gesund­heit ihrer Familienangehörigen und Feuerwehrkollegen zuliebe – müssen Feuerwehrkräfte nach Einsätzen und Übungen ­darauf achten, keine Schadstoffe über Einsatzkleider und -materialien zu verschleppen, womöglich bis in den privaten Bereich hinein. Dabei kommt dem richtigen Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) grösste Bedeutung zu.

Einsatzkleidung und -ausrüstung korrekt ablegen

Ist ein Einsatz beendet, sollte die verschmutzte und noch lange ausdünstende PSA zuerst abgeblasen, dann abge­waschen und anschliessend korrekt abgelegt werden. Nach einer Grobreinigung müssen die verschmutzte PSA und alle Geräte luft- und wasserdicht verpackt transportiert werden. Zurück im Feuerwehrmagazin geht die verschmutzte Ausrüstung unter Umgehung aller «Weissräume» – ­kontaminierte PSA, insbesondere Brandschutzkleidung und nicht gereinigte Stiefel, gehören niemals in den Mannschaftsraum – in die Hände des Materialwarts, der sie gemäss den gültigen Arbeitsschutzrichtlinien gründlich reinigt und für den ­nächsten Einsatz wieder parat stellt.

Niemals sollte kontaminierte Feuerwehrschutzbekleidung mit nach Hause genommen und in der privaten Wasch­maschine gewaschen werden – auch wenn dies bei vielen kleinen Feuerwehren bis heute oft praktiziert wird. Stattdessen müssen Spezialgeräte wie frei- programmierbare Nassreinigungs- oder Industriewaschmaschinen, Trockenschränke und Reinigungsgeräte für Atemschutzausrüs­tungen eingesetzt werden. Stehen derartige Geräte nicht zur Verfügung, muss die PSA einem spezialisierten Anbieter (Fachwäscherei) anvertraut werden. Dieser verfügt über adäquate Maschinen sowie geeignete Wasch- und Pflegemittel, beispielsweise für die Re-Imprägnierung, die dafür sorgen, dass die PSA auch im nächsten Einsatz ihre Schutzwirkung voll entfalten kann.

© MEIKOPerfekter Aufbau einer mit MEIKO-Geräten ausstaffierten Atemschutzwerkstatt mit räumlicher Schwarz-Weiss-Trennung.Perfekter Aufbau einer mit MEIKO-Geräten ausstaffierten Atemschutzwerkstatt mit räumlicher Schwarz-Weiss-Trennung.Neuheiten für die Atemschutzwerkstatt

Meiko Protect zeigte im September 2023 auf der Messe «Retter» in Wels (A) zwei Lösungen für eine optimale Schwarz-Weiss-Trennung. Das neue «TopClean D» ermöglicht die ­komplette Vorreinigung von Atemschutztechnik in einem maschinellen Prozess, wobei Russverschmutzungen und andere äussere Anhaftungen unter Hochdruck entfernt werden. Dazu werden die Atemschutzmasken auf patentierte Maskenköpfe aufgespannt, was eine Kontamination des Maskeninneren verhindert. Zudem werden dank ­Druckluftanschluss in der Wasch­kammer auch Lungenautomaten ­sicher, materialschonend und effizient von Schmutzpartikeln befreit. Des ­Weiteren können Tragegurte, ­Flaschen, Lungenautomaten, Werkzeug, Lampen sowie viele andere Ausrüstungs­gegenstände effizient und sicher vorgereinigt werden.

Ebenfalls ist das Modell «TopClean H» neu, ein Reinigungs- und Desinfektions­gerät mit Haubenautomatik für Atemschutzmasken, Druckluftflaschen, Tragegestelle und Lungenautomaten. Letztere werden im Korb über eine Schnellkupplung mit dem Gerät «verbunden». Dann wird der Korb samt Spülgut ins Gerät geschoben, die ­Haube senkt sich nach Programmwahl via Bedienfeld automatisch ab – und in Minutenschnelle wird alles gereinigt und desinfiziert. Das Gerät ermöglicht ein schonendes, hebefreies Bestücken und bietet planerische Vorteile, da die Schwarz-Weiss-Trennung durch das Gerät selbst erfolgt. Zudem kann, falls die Utensilien bereits im «TopClean D» vorgereinigt wurden, im «TopClean H» mit dem kürzesten Programm, das nur rund sechs Minuten läuft, gearbeitet ­werden, was Zeit und Energie spart.

Als eine der ersten Anwenderinnen hat die Freiwillige Feuerwehr Offenburg den zweistufigen Prozess etabliert. Diese hat zudem die beiden ­Geräte in einem Reinraum platziert, der über einen Durchschub mit dem unreinen Arbeitsraum verbunden ist. So ist eine strikte Schwarz-Weiss-Trennung in der Atemschutzwerkstatt gewährleistet – für optimale Arbeitssicherheit und ­Hygiene.

Mehr Infos gibt’s auf:
www.meiko-suisse.ch

© optimal UmwelthygieneGute Einsatzhygiene ist für die Gesundheit von Feuerwehrleuten unerlässlich. Das ­deutsche Unternehmen optimal Umwelttechnik präsentierte auf der FLORIAN 2023 ein Komplett­system im Rollcontainer.Gute Einsatzhygiene ist für die Gesundheit von Feuerwehrleuten unerlässlich. Das ­deutsche Unternehmen optimal Umwelttechnik präsentierte auf der FLORIAN 2023 ein Komplett­system im Rollcontainer.Komplettkonzept von optimal Umwelttechnik

Die deutsche optimal Umwelttechnik GmbH stellte auf der Messe FLORIAN in Dresden DGUV-konforme, für Feuerwehren jeglicher Grösse einfach anzuwendende Konzepte für die Einsatzhygiene vor. Dabei können alle Produkte entweder in modularen Euroboxen auf Löschfahrzeugen oder MTF verlastet oder – in der umfassenden Lösung – in einem «Black Box»-Rollcontainer vorgehalten werden. So können Feuerwehren einen DGUV-konformen Platz zur Erstdekontamination und Umkleidung aufbauen – unkompliziert und an jeder ­beliebigen Einsatzstelle. Die Anwendung durch die Einsatzkräfte erfolgt nach einer Einweisung problemlos und intuitiv, da das Konzept weitgehend selbsterklärend aufgebaut ist. Zudem stellt das Unternehmen umfangreiches Schulungsmaterial bereit.

Das Komplettprogramm umfasst eine mobile Stiefelwaschanlage mit Hand­bürste, PE-Beutel für kontaminierte Atemschutzgeräte und Bekleidung, ein Zelt für den Aufbau eines Dekonplatzes, Hautreinigungstücher und ein Hygieneboard mit Waschlotion, Desinfektionsmittel, Handtüchern und Bürsten.

Mehr Infos gibt’s auf: www.optimal-umwelttechnik.de

Gerätewagen Hygiene für den Einsatzort

Spielt Geld keine Rolle, können Feuerwehren auch zum Hygiene-Geräte­wagen greifen. Ein Beispiel ist das 2022 in Dienst gestellte Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Ochtelbur/Ihlow, das es den Feuerwehrkräften ermöglicht, sich an der Einsatzstelle auszukleiden, zu duschen und in saubere Kleidung zu hüllen. Das von Eilers Fahrzeugbau und Schoon Fahrzeugsysteme auf Basis eines Iveco Daily aufgebaute Fahrzeug bietet zwei Einbahnstrassensysteme, jeweils mit Entkleidebereich mit Waschbecken, ­Dusche, Ankleide und Ausgabebereich. Ein Grauwassertank unter dem Fahrzeug erlaubt die autarke, umweltgerechte Aufnahme der kontaminierten Abwässer.

© Feuerwehr MannheimDer Gerätewagen Logistik (GW-LOG) der Feuerwehr Mannheim erlaubt eine gute Schwarz-Weiss-Trennung und das sichere Umkleiden sowie das Duschen direkt am Einsatzort. Der Gerätewagen Logistik (GW-LOG) der Feuerwehr Mannheim erlaubt eine gute Schwarz-Weiss-Trennung und das sichere Umkleiden sowie das Duschen direkt am Einsatzort. Ein ähnliches Konzept haben in Deutschland zwischenzeitlich zahl­reiche Feuerwehren realisiert – beispielsweise in Berlin, Mannheim, ­Heidelberg und Göttingen. Deren Geräte­wagen führen Atemschutz­geräte und Schlauchmaterial sowie saubere Einsatzkleidung in unterschiedlichen Grössen mit. Der Innenraum ist zudem in Schwarz- und Weiss-Bereiche aufgeteilt. Durch die eine Tür treten die kontaminierten ­Feuerwehrleute ein, legen ihre kontaminierte PSA in Behältern ab, gehen durch die Dusche und legen vor dem Wiederausstieg frische, saubere ­Kleidung an.

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