© zVgFirefighter Gin wird in schlichten, mit Feuerwehrschlauch umhüllten Glasflaschen ausgeliefert. Wahlweise gibt es ihn auch in einer Nachfüllflasche.Firefighter Gin wird in schlichten, mit Feuerwehrschlauch umhüllten Glasflaschen ausgeliefert. Wahlweise gibt es ihn auch in einer Nachfüllflasche.Seit gut zweieinhalb Jahren gibt es den von Feuerwehr-Fan Peter von Arx aus Walperswil kreierten Firefighter Gin. Der schmeckt erfrischend anders, setzt ökologische Massstäbe und ist neuerdings auch ausserhalb der Schweiz erhältlich.

Nicht selten entstehen gute Ideen in trauter Runde – spät in der Nacht –, um dann langsam zu reifen, ehe sie wahrhaft Gestalt annehmen und zur Erfolgsgeschichte werden. So war es auch beim Firefighter Gin, dem einzigen Gin der Schweiz, der sich im Namen mit der Feuerwehr identifiziert.

Zweites Leben für Feuerwehrschläuche

Hinter der Idee steht Peter von Arx aus Walperswil. Der Seeländer, dem man seine 60 Lenze nicht ansieht, ist zwar selbst kein aktiver Feuerwehrmann, fühlt sich dieser aber gleich doppelt verbunden: Als Gemeinderat für öffentliche Sicherheit der Gemeinde Walperswil amtet er zugleich als Verbandsrat in der Regio Feuerwehr Aarberg – und als Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit der Gemeinde Ostermundigen steht er ebenfalls im regelmässigen Austausch mit der dortigen Feuerwehr. Dabei agiert er nicht nur mit Worten, sondern packt bis­weilen auch selbst mit an – beispielsweise, wenn altes Feuerwehrmaterial aussortiert und zur Entsorgung parat gestellt ­werden muss. «Bei einer dieser Aktionen, anno 2019, holten wir etliche ausgediente Feuerwehrschläuche aus dem ­Magazin – und ich dachte, dass es eigentlich schade ist, diese einfach wegzuwerfen, anstatt sie einer sinnvollen Zweitverwendung zuzuführen», erinnert sich Peter von Arx.

Diese Gedanken waren die Initialzündung für ein Projekt, das er heute nonchalant als «Hobby» bezeichnet, das ihn aber viele Stunden Arbeit und Hirnschmalz gekostet und ihm wohl auch manch schlaflose Nacht beschert hat.

«Ich diskutierte mit Angehörigen der Feuerwehr sowie ­Kollegen aus dem privaten Umfeld, was man mit den alten Feuerwehrschläuchen Schlaues anstellen könnte. Dabei reifte zwischen mir und einem Kollegen, der im Seeland eine Brennerei betreibt und Gin ebenso liebt wie ich, der ­Gedanke, einen speziellen Gin zu lancieren, der Leistung und ­Tradition der Feuerwehr mit der Handwerkskunst des Destillierens vereint», erzählt Peter von Arx.

Heraus kamen das Einzelunternehmen Peter von Arx Spirits und der Firefighter Gin. Ein Getränk, so klar wie das Löschwasser im Tank eines TLF, destilliert in kleinen Chargen, mit einzigartigem Geschmack, abgefüllt in von Hand mit Feuerwehrschlauch überzogene, nummerierte Flaschen.

© zVgDas Duo hinter Firefighter Gin: Peter von Arx, Ideengeber sowie Gin- und Feuerwehr-Fan, und Stefan Marder, Feuerwehrangehöriger und Destiller.Das Duo hinter Firefighter Gin: Peter von Arx, Ideengeber sowie Gin- und Feuerwehr-Fan, und Stefan Marder, Feuerwehrangehöriger und Destiller.74 Millimeter Durchmesser müssen es sein

Wobei es genau diese Flaschen waren, die Peter von Arx zunächst ziemlich viel Kopfzerbrechen verursachten. «Feuer­wehrschläuche sind bekanntlich äusserst robust und nicht besonders dehnfähig. Also mussten die ­Flaschen exakt zu den Schläuchen passen – wofür ein Durchmesser von exakt 74 Millimetern nötig ist», erklärt er.

Die Suche nach solchen 74-mm-Flaschen gestaltete sich dann derart verzwickt und langwierig, dass Peter von Arx beinahe geneigt gewesen wäre, das ganze Projekt zu beerdigen, noch ehe es überhaupt beginnen konnte. Doch seine Hartnäckigkeit machte sich bezahlt. Sechs Monate nach den ersten Recherchen hielt er die perfekte Flasche in der Hand – und erlebte wenig später eine deftige Überraschung. «Als ich zu meinem Brenner-Kollegen eilte, um ihm die Flasche stolz zu präsentieren, lachte der – und holte aus einem Schrank exakt dieselbe Flasche hervor», schmunzelt Peter von Arx. Man mag sich sein Gesicht und seine Gemütsverfassung in jenem Moment gar nicht vorstellen ...

Wacholder, Kräuter und Melisse

Rund ein Jahr dauerte anschliessend der Entwicklungs­prozess für den Inhalt der Flaschen – und Mitte 2021, nach vielen Stunden des Tüftelns, Brennens und Verkostens, war es endlich so weit: Die erste Charge Firefighter Gin, destilliert aus feinsten Wacholderbeeren, gewürzt mit frischen Kräutern und einem Hauch Zitronenmelisse, konnte in die 74-mm-Flaschen abgefüllt werden. Parallel dazu wurden ein Markenlogo und eine Website inklusive Webshop ­erschaffen. «Alles, was noch fehlte, war die Kundschaft», sagt Peter von Arx lachend.

© zVgDie wichtigsten Zutaten des Firefighter Gin sind Wacholder (Foto), Kräuter und ein Hauch Zitronenmelisse.Die wichtigsten Zutaten des Firefighter Gin sind Wacholder (Foto), Kräuter und ein Hauch Zitronenmelisse.Die freilich kam – einmal über die Marktneuheit informiert – in rasch zunehmender Zahl. «Bis heute haben wir bereits rund 2’500 Flaschen Firefighter Gin verkauft – und in Zukunft könnten es wohl deutlich mehr werden», sagt Peter von Arx. Der Grund: Die Spirituose ist seit Kurzem auch in Deutschland erhältlich.

Schützenhilfe leistet dabei Stefan Marder, Feuerwehrmann und – in dritter Generation – Inhaber der 1953 gegründeten, im Südschwarzwald angesiedelten Destillerie «Marder Edelbrände». Er zeichnet neuerdings auch für die Produktion des Firefighter Gin verantwortlich – und hat dessen Rezeptur nochmals verfeinert, ohne dem Getränk freilich dessen ganz eigenen Charakter zu rauben. «Stefan und mich eint die Begeisterung für edle Spirituosen sowie für die Feuerwehr. Wir haben uns gesucht – und 2023 gefunden», sagt Peter von Arx. «Stefan war von der Idee des Firefighter Gin begeistert – und er hat Geschmack und Qualität unseres Gins optimiert, ohne das Grundrezept anzutasten oder das Produkt zu verfälschen. So schmeckt Firefighter Gin immer noch herb und erfrischend, ganz unverwechselbar, aber halt noch feiner.»

Ebenfalls noch recht neu ist die Möglichkeit, den Firefighter Gin in einer «Nachfüllflasche» zu kaufen. Die Idee dazu kam Peter von Arx, als er feststellte, dass viele Kunden den Gin kaum je anrühren – weil sie die Flasche nicht hergeben wollen. Deshalb verzichtet die Nachfüllflasche zugunsten eines silberfarbenen Etiketts auf den von Hand angebrachten Feuerwehrschlauchmantel – was sie bei identischem Inhalt einige Franken günstiger macht. «Man kann so die Originalflasche unangetastet lassen und doch echten Firefighter Gin geniessen – oder diesen einfach jeweils in die Originalflasche umfüllen, sobald diese leer ist. Das spart Ressourcen, schont Umwelt und Portemonnaie», erklärt Peter von Arx.

Die dritte Neuerung ist, dass Peter von Arx künftig einen Teil der Einnahmen aus dem Gin-Verkauf für ­Projekte im Bereich Jugendfeuerwehr-Arbeit einsetzen will. Zudem denkt er über eine Erweiterung der Produktpalette nach. «Fondue mit Gin oder mit Gin gefüllte Schokokugeln stehen auf meiner Wunschliste. Und Stefan Marder hat auch so ­einige Ideen», sagt Peter von Arx. Allerdings will er nicht überhastet agieren, sondern überlegt und zielgerichtet. «Der Firefighter Gin ist mein Hobby. Ich verdanke ihm viele schöne Begegnungen und unvergessliche ­Momente. Es ist diese erlebte Freude, die mich motiviert. Sie ist das Wichtigste, alles andere kommt von allein», sagt er.

Wer nun Lust hat, den Firefighter Gin zu kosten, oder eine Flasche davon verschenken will, findet mehr Infos und die Möglichkeit zum Online-Kauf auf:
www.firefightergin.ch

© SRZDiplomierte Rettungssanitäter sind gesuchte Fachkräfte – und profitieren beim Wiedereinstieg von attraktiven Anstellungsbedingungen, besten Zukunftschancen und einer kostenfreien Ausbildung.Diplomierte Rettungssanitäter sind gesuchte Fachkräfte – und profitieren beim Wiedereinstieg von attraktiven Anstellungsbedingungen, besten Zukunftschancen und einer kostenfreien Ausbildung.Diplomierte Rettungssanitäter HF sind für die hoch­stehende medizinische Versorgung in der Präklinik und unsere Gesellschaft eminent. Doch es gibt zu wenige davon. Nun wollen die Höhere Fachschule für Rettungsberufe (HFRB) und Schutz & Rettung Zürich (SRZ) mit dem Pilotlehrgang «Zurück in die Zukunft» Wiedereinsteiger zur Rückkehr motivieren.

Die Rettungsdienste sind personell am Limit. Gründe für den Personalnotstand sind einerseits der im Kontext der Coronapandemie nochmals deutlich verschärfte Fachkräfte­mangel, andererseits die aufgrund des Bevölkerungswachstums stetig steigende Zahl der Einsätze. Hinzu kommt die Tatsache, dass es an Hausärzten mangelt, weshalb viele Menschen keinen anderen Weg wissen, als den Sanitätsnotruf 144 zu wählen – auch bei Bagatellen.

All dies widerspiegelt sich in den Einsatzstatistiken von Schutz & Rettung Zürich (SRZ). Laut SRZ stieg die Zahl der Einsätze 2022 um rund neun Prozent auf etwas mehr als 37’800 Einsätze (Rettungsdienst ohne Verlegungsdienste). 2015 waren es noch rund 2’000 und im Jahr 2011 sogar rund 6’000 Einsätze weniger.

Der Fachkräftemangel im Rettungsdienst führt dazu, dass an manchen Tagen nicht genügend Personal für alle zur Verfügung stehenden Rettungswagen (RTW) vorhanden ist. Dadurch steigt die Auslastung der besetzten RTW nochmals deutlich an – und damit auch der Stress sowie die physische und psychische Belastung für die in diesen RTW zu den Einsatzorten eilenden Rettungssanitäter.

Ein Teufelskreis, der für Unmut sorgt! Nicht wenige Rettungssanitäter äussern sich unzufrieden über die generelle Situation im Rettungswesen, fühlen sich überlastet, ausgelaugt, am Ende ihrer Kräfte – und sehnen händeringend zusätzliche Kollegen herbei, welche den überschiessenden Teil der Arbeitsbelastung gemeinsam mit ihnen schultern wollen – zum Benefit aller.

Auf diversen Ebenen gegen den Fachkräftemangel

SRZ begegnet dem Fachkräftemangel auf diversen Ebenen. Die Löhne der bei SRZ ausschliesslich in Festanstellung tätigen Rettungssanitäter wurden im Rahmen der Möglichkeiten nach oben angepasst. Flexiblere Arbeitsmodelle sowie moderne Dienstpläne sollen die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie verbessern. Adaptierte Einsatztaktiken, in denen die Rettungssanitäter nicht mehr bei jedem Einsatz zwingend im Binom arbeiten, sondern zum «präklinischen Fachspezialisten» weitergebildete Rettungssanitäter zunächst allein ausrücken, werden erprobt. Und man versucht, die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass es weder nötig noch sinnvoll ist, wegen jedes Bagatellfalls gleich einen Rettungswagen herbeizurufen.

Die wichtigste Strategie aber soll das Übel direkt an der Wurzel angehen: Es wird alles unternommen, um das ­fehlende Personal zu rekrutieren. Dabei verfolgen SRZ, als Ausbildungsbetrieb für angehende Rettungssanitäter, und die dazugehörige Höhere Fachschule für Rettungsberufe (HFRB) seit Sommer 2023 auch einen ebenso unkonventionellen wie Erfolg versprechenden Ansatz: Mit dem Pilotkurs «Zurück in die Zukunft» sollen ehemalige dplomierte ­Rettungssanitäter HF zum Wiedereinstieg in den Beruf ­animiert werden.

Pilotkurs «Zurück in die Zukunft» der HFRB

Der Pilotkurs startet im März 2024 und richtet sich gezielt an Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung als ­diplomierter Rettungssanitäter HF, die seit längerer Zeit nicht mehr im Beruf tätig waren, aber Interesse und Freude an einem Wiedereinstieg hätten. Diese sollen dank ausgewählter Kursinhalte innerhalb von sechs Monaten dazu befähigt werden, wieder Fuss im Berufsalltag zu fassen, mit der nötigen Fach- und Sachkompetenz sowie Selbstsicherheit in den rettungsdienstlichen Alltag zurückzukehren. Neben dem Nachweis der erfolgreichen Ausbildung als dipl. Rettungssanitäter HF wird lediglich ein einwandfreier ­Leumund eingefordert.

Zehn Ausbildungstage in sechs Monaten

Der Pilotkurs ist zweiteilig konzipiert. In einem fünftägigen Basismodul werden die nötigen Grundlagen vermittelt, die braucht, wer den rettungsdienstlichen Alltag kompetent meistern will. In daran anschliessenden fünf individuellen Weiterbildungstagen werden bedarfsgerecht und abgestimmt auf die einzelnen Teilnehmer weitere Kompetenzen vermittelt.

Zu den zentralen Inhalten des Pilotkurses zählen Rechtsfragen aus dem rettungsdienstlichen Alltag, die wichtigsten Neuerungen im Strassenverkehrsgesetz sowie das Trainieren von Blaulichtfahrten im Fahrsimulator. Im medizinischen Teil fokussiert der Kurs auf Pharmakologie/Toxikologie, EKG/kardiologische Notfälle sowie auf neurologische, ­pä­diatrische und traumatologische Notfälle. Überdies lernen und üben die Kursteilnehmer die korrekte Anwendung der neuesten Gerätschaften sowie aktueller Bergungstechniken.

© HFRBAuf dem Blaulicht-Campus der Höheren Fachschule für Rettungs­berufe HFRB startet im März 2024 der erste Pilotkurs «Zurück in die Zukunft» für zum Wiedereinstieg motivierte dipl. Rettungssanitäter HF.Auf dem Blaulicht-Campus der Höheren Fachschule für Rettungs­berufe HFRB startet im März 2024 der erste Pilotkurs «Zurück in die Zukunft» für zum Wiedereinstieg motivierte dipl. Rettungssanitäter HF.

Daten und Preise sowie Kostenübernahme durch SRZ

Das fünftägige Basismodul findet vom 18. bis 22. März 2024 jeweils ganztags statt, und zwar in den Räumlichkeiten der HFRB im neuen Bildungszentrum Blaulicht im Glattpark.
Die Teilnahme am Pilotkurs «Zurück in die Zukunft» kostet 4’900 Franken pro Person (inkl. Verpflegung, Kursunter­lagen, Teilnahmebestätigung) – wobei SRZ eine hundertprozentige Kostenübernahme für alle Absolventen offeriert, die vor oder mit dem Pilotkurs bei SRZ mit einem Pensum ­zwischen 50 und 100 Prozent als Rettungssanitäter den ­Wiedereinstieg vollziehen.

Informationen und Ansprechpersonen

Interessierte finden weitere Informationen zum Pilotkurs auf der Website der Stadt Zürich (www.stadt-zuerich.ch) unter «Sicherheitsdepartement», «Schutz & Rettung», ­«Höhere Fachschule für Rettungsberufe», «Fortbildungen Rettungsdienst». Mehr Informationen zur Dauerstellenausschreibung für Wiedereinsteiger von SRZ sind unter «Schutz & Rettung», «Offene Stellen», «Wiedereinsteiger*innen als dipl. Rettungssanitäter*in, 50–100 Prozent» zu finden.

Persönliche Auskünfte erteilen

Nicole Woodtli
Teamleiterin HFRB
Tel. 044 411 23 43
nicole.woodtli@zürich.ch

sowie

Nadine Schenk
HR-Beraterin SRZ
Tel. 044 411 24 82
nadine.schenk@­zuerich.ch.

© FW AdelbodenFritz Schranz – hier neben der Waschmaschine im neuen Magazin – ist zufrieden, dass endlich eine bessere Einsatzhygiene möglich ist.Fritz Schranz – hier neben der Waschmaschine im neuen Magazin – ist zufrieden, dass endlich eine bessere Einsatzhygiene möglich ist.Viele Jahre hatte die Feuerwehr Adelboden ein Problem, das nicht wenige kleinere Feuerwehren im Land kennen: Im Magazin gab es keinen Platz für eine eigene Wäscherei. Das hat sich vor gut einem Jahr geändert.

Fritz Schranz, Mitglied im Dreierteam des Kommandos der Feuerwehr Adelboden, ist zufrieden. Seit November 2022 residiert «seine» Feuerwehr in einem neu errichteten ­Magazin (siehe Box), in dem auch der Werkhof untergebracht ist – und hat endlich genug Platz, um eine ordentliche Schwarz-Weiss-Trennung durchführen und die Einsatzausrüstung selbstständig reinigen und pflegen zu können.

Zwar, so Fritz Schranz, sei es ein enormer Aufwand – sowohl administrativer als auch politischer Art – gewesen, das Gross­projekt zu realisieren. Doch dieser habe sich ebenso gelohnt wie die rund 1’500 Mannstunden, welche die ­Feuerwehr selbst in den Innenausbau des Neubaus investiert hat. «Teilweise war es mühsam, alles selbst in die Hand nehmen und den Leuten erklären zu müssen, wofür der ganze Aufwand nötig ist», sagt er. «Doch am Ende haben sich das jahrelange Sparen und die Eigeninitiative ausge­-zahlt – gerade auch im Hinblick auf die Einsatzhygiene.»

Wurden die Einsatzkleider und die Einsatzausrüstung früher meist auswärts, teils aber auch von den Angehörigen der Feuerwehr zu Hause in der privaten Waschmaschine ge­reinigt, verfügt die Feuerwehr Adelboden nun über zwei moderne Miele-Professional-Geräte für die Reinigung und das Trocknen der Einsatzbekleidung sowie über eine von der GROWAG gelieferte ALRO-Maschine für die Reinigung, ­Desinfektion und Trocknung der Atemschutzausrüstungen. «Früher waren wir sicher nicht auf der Höhe der Zeit, was die Hygiene anbelangt», sagt Fritz Schranz. «Heute aber können wir die Schwarz-Weiss-Trennung – räumlich und ausrüstungstechnisch – markant besser umsetzen. So ­können die AdF darauf vertrauen, dass ihre PSA nach den Einsätzen sowie nach Übungen maschinell gereinigt, nötigen­falls re-imprägniert und im Trockenschrank auf­bereitet wird.»

Die neue Waschmaschine Miele PWM 912 ist elektrobeheizt, frei programmierbar und verfügt über eine Spezialtrommel für die Ausspülung grober Verschmutzungen. Diese hat ein Volumen von 110 Litern und fasst bis zu 12 Kilogramm. ­Zudem erlaubt sie im Programm «Schutzkleidung imprä­gnieren» ein sehr gleichmässiges und konzentriertes Auf­tragen von Imprägniermitteln.

Der neue Trockenschrank Miele DC 120 WW erlaubt es,­ ­Einsatzkleider bewegungsfrei zu trocknen und bei hohen Temperaturen nachhaltig zu re-imprägnieren. Dazu müssen die Kleider nicht auf links gezogen werden, sondern werden einfach auf die vier Belüftungsbügel gehängt. So trocknen sie innen wie aussen gleichermassen schnell und sicher. Für Handschuhe, Mützen, Masken und andere kleinere ­Stücke stehen Halter an der Tür sowie Haken zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, den Trockenschrank kontinuierlich zu beschicken. So können Trocknungsgüter zu beliebigen Zeitpunkten hinzugefügt oder entnommen ­werden, was eine kontinuierliche Trocknung unterschiedlichster Waren ermöglicht.

© pixabayMit Momentum können nicht nur First Responder, sondern auch spezialisierte Retter wie die Alpinrettung alarmiert werden.Mit Momentum können nicht nur First Responder, sondern auch spezialisierte Retter wie die Alpinrettung alarmiert werden.Die sureVIVE SA aus Mendrisio im Tessin hat mit Momentum ein Alarmierungs- und Lagebildsystem entwickelt, das wie ein Energydrink wirkt: Es verleiht Einsatzkräften Flügel – weil durch verkürzte Hilfsfristen mehr Leben gerettet werden können.

Manche Leute fluchen über die Digitalisierung. Doch im Rettungswesen sind digitale ­Instrumente ein Segen. Bestes Beispiel ist das zwischenzeitlich bereits von 19 Kantonen sowie der Alpinen Rettung Schweiz eingesetzte Alarmierungs­system Momentum. Dieses wurde ursprünglich von der in Mendrisio beheimateten DOS-Gruppe entwickelt (siehe Box), mit dem Ziel, eine Plattform zu schaffen, über welche die Disponenten in den Leitstellen von Polizei, Sanität, Feuerwehr und Luftrettung landesweit möglichst schnell und zielgerichtet sowohl freiwillige Ersthelfer (z. B. Community First Responder, CFR) als auch ­spezialisierte Kräfte wie Berg- und Fliesswasser­retter aufbieten und an einen Notfallort schicken können. Zudem ermöglicht das System den aufgebotenen Rettern, sich schnell und einfach ein umfassendes Lagebild zu verschaffen.

Zu diesem Zweck setzt sureVIVE auf zwei Kompo­nenten: die Webplattform «Momentum», ­die als Alarmierungs- und Lagebildsystem gleicher­massen fungiert, kombiniert mit mobilen Apps für die Laien- und Spezialkräfte, die über diese aufgeboten werden, mit der Leitstelle kommunizieren und alle relevanten Daten eines Notfalls mit einem lokalen Lagebild abrufen können.

Geschwindigkeit ist alles

Zwar gibt es in der Schweiz unzählige professionelle Rettungsorganisationen – mit hervorragend ausgebildetem Personal und sehr guter technischer Ausrüstung. Doch auch deren Mitarbeiter müssen zuerst einmal an den Ort eines gemeldeten Notfalls gelangen – was Zeit braucht. Genau diese aber ist in vielen Notfallsituationen, insbesondere bei einem plötzlichen Herzstillstand (SCA), mehr als knapp. Oft ist sie zu knapp – weshalb in der Schweiz lediglich 5 Prozent der rund 8’000 Menschen, die jährlich einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, überleben.

Kommt Hilfe indes schneller an – beispielsweise in Gestalt eines mit einem Defibrillator ausstaffierten CFR –, steigen die Überlebenschancen der Betroffenen markant. Denn mit jeder Minute, die verstreicht, bis eine Person mit Herzstillstand Erste Hilfe erhält, sinken ihre Überlebenschancen um 10 Prozent. Daher ist es enorm wichtig, dass Retter möglichst schnell, einfach und zielgerichtet in Marsch gesetzt werden können – mithilfe von Momentum. Dazu weiss ­Stefano Doninelli, der Momentum einst erdacht und ent­wickelt hat: «In gewissen Schweizer Kantonen, in denen die Softwarelösung Momentum eingesetzt wird, ist die Über­lebensrate der Betroffenen um fast 50 Prozent gestiegen.»

© pixabayIm Notfall – etwa bei einem Herzstillstand – ist schnelles Handeln überlebenswichtig. Momentum hilft, dass Retter möglichst schnell eintreffen.Im Notfall – etwa bei einem Herzstillstand – ist schnelles Handeln überlebenswichtig. Momentum hilft, dass Retter möglichst schnell eintreffen.So funktioniert Momentum

Herzstück der integralen Lösung ist ein von diversen Blaulichtorganisationen, der Alpinen Rettung Schweiz und verschiedenen anderen Rettungsorganisationen genutztes Alarmierungs- und Lagebildsystem für terrestrische und luftgestützte Rettungseinsätze. Geht ein Notruf ein, wird über Schnittstellen zu Einsatzleitsystemen oder die Webplattform «Momentum» die Alarmierung von First Respondern und anderen Einsatzkräften ausgelöst – über verschiedene Kanäle wie SMS, Push-Nachricht, Sprachanruf, E-Mail oder Pager. Dabei wählt ein patentierter, vielfach konfigurierbarer Alarmierungsalgorithmus automatisch oder anhand definierter Parameter die für den aktuell gemeldeten Notfall geeignetsten Ersthelfer oder Rettungskräfte aus – und alarmiert diese über die auf deren Smartphone installierte Momentum-App.

Auswahlkriterien für die Alarmierung sind zum Beispiel die georeferenzierte Alarmierung (aktueller Standort; möglichst nahe am Einsatzort), die Alarmierung basierend auf Wohngemeinden (oft aus Datenschutzgründen gewünscht), die Alarmierung nach Zeitplänen (beispielsweise Arbeit/Freizeit) oder die institutionelle Zugehörigkeit der Retter (CFR, Rapid Responder, Höhlenrettung oder andere).

Damit das ideal funktioniert, ist für die registrierten Laien- und Spezialretter ein individuelles Profil mit Angaben zur Einsatzfähigkeit hinterlegt. Beispielsweise kann sich ein First Responder an seinem aktuellen Aufenthaltsort (georeferenziert) oder fest an seinem Wohn- und Arbeitsort alarmieren lassen, was bald auch mit einer zeitlichen Verfügbarkeit verbunden werden kann. Damit wird gewährleistet, dass der Algorithmus mit hoher Treffergenauigkeit genau jene Rettungskräfte alarmiert, die einsatzbereit sind und den Ereignisort in kürzester Frist erreichen können.

Die Retter wiederum sehen in der Momentum-App sofort und sehr exakt den Einsatzort. Zudem werden sie detailliert über die Lage informiert, etwa, wo sich der nächstgelegene Defibrillator (AED) befindet oder wo in der Umgebung des Einsatzortes andere Einsatzkräfte aktiv sind. Optional ­können die am Einsatzort tätigen Retter mithilfe von «Momentum Eye» Bilder ihrer Umgebung per Videostream an die Leitstelle übertragen.

© zVgGeorg Hauzenberger ist seit November 2022 CEO der sureVIVE AG, die Momentum weiterentwickeln wird.Georg Hauzenberger ist seit November 2022 CEO der sureVIVE AG, die Momentum weiterentwickeln wird.«Durch die Vielzahl der zur Verfügung gestellten Informationen und deren übersichtliche Anordnung hilft Momentum, die Hilfsfrist zur Rettung von Menschenleben zu verkürzen. Zugleich ermöglicht es den Beizug verschiedener Gruppen von Laien- oder Spezialrettungskräften. Je nach Bedarf kann dies auch im selben Einsatz erfolgen – wobei alle ein ­gemeinsames Lagebild verwenden», erklärt Georg Hauzen­berger, seit November 2022 CEO der sureVIVE SA.

Er bemüht sich darum, derzeit noch weisse Flecken auf der Anwendungskarte (siehe Box) zu tilgen und bisher nicht im Momentum-Boot sitzende Kantone davon zu überzeugen, dass Momentum eine mehr als gute und daher auch bereits vielfach bewährte Sache ist. Andererseits strebt er nach technischer Optimierung und funktionaler Diversifizierung. Denn Georg Hauzenberger weiss: Momentum kann grundsätzlich weitaus mehr als nur First Responding.

Für mehr als nur First Responding

Zwar wurde das System einst gezielt für die Beschleunigung des Einsatzes von CFR entworfen. Zwischenzeitlich wird es aber auch vermehrt für die Alarmierung von professionellen Einsatzkräften eingesetzt und weiterentwickelt. Beispielsweise nutzen Rettungsdienste und Polizeikorps das System bereits, um genau jene Einsatzkräfte (beispielsweise Einsatz­leiter Sanität oder Polizeipatrouillen) aufbieten zu können, die den Einsatzort am schnellsten erreichen können –
und diesen ein Lagebild vor Ort zu geben. Betriebssanitäten können bei Unglücksfällen in ihrem Verantwortungsbereich via Momentum sehr schnell ihre Kräfte entsenden. Und mittlerweile gelingt es mit Momentum in Verbindung mit Telemedizin, Notalarme zielgerichteter an die jeweiligen dienst­habenden Ärzte zu richten, die mit «Momentum Eye» eine Video-, Audio- oder Chat-Verbindung aufbauen und so eine qualitativ gute Ferndiagnose erstellen und die nötigen Massnahmen einleiten können.

«Grundsätzlich kann der von Momentum generierte Algorithmus für beliebige Alarmierungsszenarien verwendet werden, da er individuell an die Art des Bedürfnisses sowie der zu dessen Bewältigung benötigten Personen adaptiert werden kann», sagt Georg Hauzenberger. «Durch Kombination der richtigen Parameter passt sich das System bestmöglich an definierte Gegebenheiten und Notwendigkeiten an. So können zum Beispiel Verfügbarkeitsstatus je Gruppe konfigurativ hinterlegt werden, welche dann in allen Benutzeroberflächen und Workflows im System angewendet ­werden. Entsprechend ist es für Blaulichtkräfte ebenso sinnstiftend nutzbar wie für die Ersthelfer-Alarmierung.»

Zudem hilft die App, Aufwände und Kosten zu reduzieren. Das diensthabende Personal muss ­weder händisch kon­trolliert noch telefonisch koordiniert werden. Momentum wählt einfach die geeignetsten der verfügbaren Personen aus – blitzschnell, zielsicher und automatisch. Und da es sich um einen Cloud-Dienst handelt, entfallen aufwendige Updates oder Instandhaltungsmassnahmen.

Last, but not least kann Momentum direkt vor Ort über eine mobile Anwendung genutzt werden, die auch für das Tablet verwendet werden kann, das dann als Kommandozentrale vor Ort fungiert. Damit können Einsatzgruppen ortsunabhängig koordiniert werden und der Standort einzelner Personen ist als Liveposition jederzeit überprüfbar. Heisst konkret: Einzelne Kräfte in einem Einsatzgebiet können ebenso überwacht und informiert werden wie ganze Mannschaften, beispielsweise eine Hundestaffel bei der Suche nach vermissten Personen oder ein Ambulanzteam während eines Einsatzes.

© zVgD 04 T&T Momentum dt 03D 04 T&T Momentum dt 03Ergänzende Lösung «DriveOnStreet»

Ergänzend zu Momentum bietet sureVIVE mit DriveOnStreet ein innovatives System für die Geolokalisierung von Einsatzfahrzeugen, deren Einsatzkoordination und die direkte Kommunikation zwischen einer Einsatzzentrale und einzelnen mobilen Einheiten an – inklusive Wegbeschreibung zum exakten Ort eines Einsatzes. Das System basiert auf handels­üblicher, flexibel einsetzbarer Hardware und liefert vielfältige Daten an die Zentrale, die sehr sinnstiftend sein können. «Mit DriveOnStreet erhalten Rettungsdienste ein deutliches Bild von den zur Verfügung stehenden Einsatzkräften, Einsatzfahrzeugen sowie zentrale Einsatzinformationen. Die Rettungswagendienste und Krankenhäuser verfügen damit über ein Ad-hoc-Instrument, das ihnen die Anzahl ankommender Rettungswagen sowie den Gesundheitszustand der damit transportierten Patienten vorab mitteilt. Das ermöglicht diesen beispielsweise die bestmögliche Organisation von Räumen und Mitarbeitern, um die ankommenden ­Patienten optimal versorgen zu können», erläutert Georg Hauzenberger.

Fazit

In Summe ermöglichen es Momentum und DriveOnStreet, unabhängig von den jeweiligen Aufgaben (Polizei, Feuerwehr, Sanität, Grenzwache etc.) Ressourcen und Einsatzkräfte individuell, schnell und optimal koordiniert einzusetzen – basierend auf dem durch das System geschaffenen einheitlichen Lagebild. Damit ist es eine wirkungsvolle Vervollständigung für alle Alarmkanäle, die Zeit, Ressourcen und ­Kosten spart und optimales Tempo im Einsatzfall generiert.

© pexelsIm Einsatz sowie bei Übungen sind Feuerwehrleute Rauch, Schmutz und giftigen Stoffen ausgesetzt. Umfassende Einsatz­hygiene und Schwarz-Weiss-Trennung sind daher unerlässlich.Im Einsatz sowie bei Übungen sind Feuerwehrleute Rauch, Schmutz und giftigen Stoffen ausgesetzt. Umfassende Einsatz­hygiene und Schwarz-Weiss-Trennung sind daher unerlässlich.Wer sich bei der Feuerwehr engagiert, ist einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt. Dies ist ebenso gesichert wie die Tatsache, dass gute Einsatzhygiene die beste Prävention darstellt. Wir stellen technische Neuheiten für Pflege und Reinigung vor und haben nachgefragt, wie die Feuerwehr Adelboden ihre Ausrüstung reinigt.

Es gibt kein Entkommen! Bei jedem Brandeinsatz, und sei es der kleinste Küchenbrand, geraten die involvierten ­Feuerwehrleute mit Schadstoffen in Kontakt. Und das ­Kontaminationsrisiko steigt, weil neue Bauweisen, dichtere ­Gebäudehüllen und der vermehrte Einsatz von Kunststoffen in Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen zu heftigeren Brandverläufen mit dichterem Rauch und höheren Russanteilen führen. Laut diversen Studien aus mehreren Ländern sind Feuerwehrleute immer öfter stark erhöhten Schadstoffbelastungen, insbesondere durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), ausgesetzt – und ein Zusammenhang von Gesundheitsschäden und Krankheiten wie «Feuerkrebs» bei Feuerwehrleuten ist durch Studien nachweislich belegt.

Für ihre eigene Gesundheit – aber auch der Gesund­heit ihrer Familienangehörigen und Feuerwehrkollegen zuliebe – müssen Feuerwehrkräfte nach Einsätzen und Übungen ­darauf achten, keine Schadstoffe über Einsatzkleider und -materialien zu verschleppen, womöglich bis in den privaten Bereich hinein. Dabei kommt dem richtigen Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) grösste Bedeutung zu.

Einsatzkleidung und -ausrüstung korrekt ablegen

Ist ein Einsatz beendet, sollte die verschmutzte und noch lange ausdünstende PSA zuerst abgeblasen, dann abge­waschen und anschliessend korrekt abgelegt werden. Nach einer Grobreinigung müssen die verschmutzte PSA und alle Geräte luft- und wasserdicht verpackt transportiert werden. Zurück im Feuerwehrmagazin geht die verschmutzte Ausrüstung unter Umgehung aller «Weissräume» – ­kontaminierte PSA, insbesondere Brandschutzkleidung und nicht gereinigte Stiefel, gehören niemals in den Mannschaftsraum – in die Hände des Materialwarts, der sie gemäss den gültigen Arbeitsschutzrichtlinien gründlich reinigt und für den ­nächsten Einsatz wieder parat stellt.

Niemals sollte kontaminierte Feuerwehrschutzbekleidung mit nach Hause genommen und in der privaten Wasch­maschine gewaschen werden – auch wenn dies bei vielen kleinen Feuerwehren bis heute oft praktiziert wird. Stattdessen müssen Spezialgeräte wie frei- programmierbare Nassreinigungs- oder Industriewaschmaschinen, Trockenschränke und Reinigungsgeräte für Atemschutzausrüs­tungen eingesetzt werden. Stehen derartige Geräte nicht zur Verfügung, muss die PSA einem spezialisierten Anbieter (Fachwäscherei) anvertraut werden. Dieser verfügt über adäquate Maschinen sowie geeignete Wasch- und Pflegemittel, beispielsweise für die Re-Imprägnierung, die dafür sorgen, dass die PSA auch im nächsten Einsatz ihre Schutzwirkung voll entfalten kann.

© MEIKOPerfekter Aufbau einer mit MEIKO-Geräten ausstaffierten Atemschutzwerkstatt mit räumlicher Schwarz-Weiss-Trennung.Perfekter Aufbau einer mit MEIKO-Geräten ausstaffierten Atemschutzwerkstatt mit räumlicher Schwarz-Weiss-Trennung.Neuheiten für die Atemschutzwerkstatt

Meiko Protect zeigte im September 2023 auf der Messe «Retter» in Wels (A) zwei Lösungen für eine optimale Schwarz-Weiss-Trennung. Das neue «TopClean D» ermöglicht die ­komplette Vorreinigung von Atemschutztechnik in einem maschinellen Prozess, wobei Russverschmutzungen und andere äussere Anhaftungen unter Hochdruck entfernt werden. Dazu werden die Atemschutzmasken auf patentierte Maskenköpfe aufgespannt, was eine Kontamination des Maskeninneren verhindert. Zudem werden dank ­Druckluftanschluss in der Wasch­kammer auch Lungenautomaten ­sicher, materialschonend und effizient von Schmutzpartikeln befreit. Des ­Weiteren können Tragegurte, ­Flaschen, Lungenautomaten, Werkzeug, Lampen sowie viele andere Ausrüstungs­gegenstände effizient und sicher vorgereinigt werden.

Ebenfalls ist das Modell «TopClean H» neu, ein Reinigungs- und Desinfektions­gerät mit Haubenautomatik für Atemschutzmasken, Druckluftflaschen, Tragegestelle und Lungenautomaten. Letztere werden im Korb über eine Schnellkupplung mit dem Gerät «verbunden». Dann wird der Korb samt Spülgut ins Gerät geschoben, die ­Haube senkt sich nach Programmwahl via Bedienfeld automatisch ab – und in Minutenschnelle wird alles gereinigt und desinfiziert. Das Gerät ermöglicht ein schonendes, hebefreies Bestücken und bietet planerische Vorteile, da die Schwarz-Weiss-Trennung durch das Gerät selbst erfolgt. Zudem kann, falls die Utensilien bereits im «TopClean D» vorgereinigt wurden, im «TopClean H» mit dem kürzesten Programm, das nur rund sechs Minuten läuft, gearbeitet ­werden, was Zeit und Energie spart.

Als eine der ersten Anwenderinnen hat die Freiwillige Feuerwehr Offenburg den zweistufigen Prozess etabliert. Diese hat zudem die beiden ­Geräte in einem Reinraum platziert, der über einen Durchschub mit dem unreinen Arbeitsraum verbunden ist. So ist eine strikte Schwarz-Weiss-Trennung in der Atemschutzwerkstatt gewährleistet – für optimale Arbeitssicherheit und ­Hygiene.

Mehr Infos gibt’s auf:
www.meiko-suisse.ch

© optimal UmwelthygieneGute Einsatzhygiene ist für die Gesundheit von Feuerwehrleuten unerlässlich. Das ­deutsche Unternehmen optimal Umwelttechnik präsentierte auf der FLORIAN 2023 ein Komplett­system im Rollcontainer.Gute Einsatzhygiene ist für die Gesundheit von Feuerwehrleuten unerlässlich. Das ­deutsche Unternehmen optimal Umwelttechnik präsentierte auf der FLORIAN 2023 ein Komplett­system im Rollcontainer.Komplettkonzept von optimal Umwelttechnik

Die deutsche optimal Umwelttechnik GmbH stellte auf der Messe FLORIAN in Dresden DGUV-konforme, für Feuerwehren jeglicher Grösse einfach anzuwendende Konzepte für die Einsatzhygiene vor. Dabei können alle Produkte entweder in modularen Euroboxen auf Löschfahrzeugen oder MTF verlastet oder – in der umfassenden Lösung – in einem «Black Box»-Rollcontainer vorgehalten werden. So können Feuerwehren einen DGUV-konformen Platz zur Erstdekontamination und Umkleidung aufbauen – unkompliziert und an jeder ­beliebigen Einsatzstelle. Die Anwendung durch die Einsatzkräfte erfolgt nach einer Einweisung problemlos und intuitiv, da das Konzept weitgehend selbsterklärend aufgebaut ist. Zudem stellt das Unternehmen umfangreiches Schulungsmaterial bereit.

Das Komplettprogramm umfasst eine mobile Stiefelwaschanlage mit Hand­bürste, PE-Beutel für kontaminierte Atemschutzgeräte und Bekleidung, ein Zelt für den Aufbau eines Dekonplatzes, Hautreinigungstücher und ein Hygieneboard mit Waschlotion, Desinfektionsmittel, Handtüchern und Bürsten.

Mehr Infos gibt’s auf: www.optimal-umwelttechnik.de

Gerätewagen Hygiene für den Einsatzort

Spielt Geld keine Rolle, können Feuerwehren auch zum Hygiene-Geräte­wagen greifen. Ein Beispiel ist das 2022 in Dienst gestellte Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Ochtelbur/Ihlow, das es den Feuerwehrkräften ermöglicht, sich an der Einsatzstelle auszukleiden, zu duschen und in saubere Kleidung zu hüllen. Das von Eilers Fahrzeugbau und Schoon Fahrzeugsysteme auf Basis eines Iveco Daily aufgebaute Fahrzeug bietet zwei Einbahnstrassensysteme, jeweils mit Entkleidebereich mit Waschbecken, ­Dusche, Ankleide und Ausgabebereich. Ein Grauwassertank unter dem Fahrzeug erlaubt die autarke, umweltgerechte Aufnahme der kontaminierten Abwässer.

© Feuerwehr MannheimDer Gerätewagen Logistik (GW-LOG) der Feuerwehr Mannheim erlaubt eine gute Schwarz-Weiss-Trennung und das sichere Umkleiden sowie das Duschen direkt am Einsatzort. Der Gerätewagen Logistik (GW-LOG) der Feuerwehr Mannheim erlaubt eine gute Schwarz-Weiss-Trennung und das sichere Umkleiden sowie das Duschen direkt am Einsatzort. Ein ähnliches Konzept haben in Deutschland zwischenzeitlich zahl­reiche Feuerwehren realisiert – beispielsweise in Berlin, Mannheim, ­Heidelberg und Göttingen. Deren Geräte­wagen führen Atemschutz­geräte und Schlauchmaterial sowie saubere Einsatzkleidung in unterschiedlichen Grössen mit. Der Innenraum ist zudem in Schwarz- und Weiss-Bereiche aufgeteilt. Durch die eine Tür treten die kontaminierten ­Feuerwehrleute ein, legen ihre kontaminierte PSA in Behältern ab, gehen durch die Dusche und legen vor dem Wiederausstieg frische, saubere ­Kleidung an.

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In Lausanne wurde im Dezember 2023 die 24/7-Notrufzentrale des neuen Alarm Receiving Center (ARC) eingeweiht. Die Technik für den hochmodernen Kommando- und Kontrollraum stammt von der Schweizer Spezialistin WEYTEC. Was in einigen Deutschschweizer Städten und Kantonen bereits mit Erfolg vorexerziert wurde, ist nun auch in ­Lausanne Realität: Mehrere zuvor räumlich getrennt untergebrachte...
Höher, schneller, weiter? Im urbanen Umfeld ist das nicht zielführend. Daher lohnt ein Blick auf den neuen voll­elektrischen Volvo EX30. Dieser bietet dank kompakter Aussenmasse eminente Vorteile – auch über die Grenzen der Stadt hinaus. Blaulichtkräfte schleppen viel Ausrüstung mit – und sind daher meist mit Fahrzeugen unterwegs, die in der Fahrgastzelle ebenso viel Platz bieten wie im...
Aus Deutschland kommen zwei neue Produkte, welche die Arbeit von Feuerwehren erleichtern. Einerseits bei der Entrauchung grossvolumiger Objekte und andererseits im Fall von Vegetationsbränden. Müssen bei einem Brandfall grossvolumige Objekte wie ­Lager- und Produktionshallen entraucht werden, wird es oft schwierig. Denn meist werden in Feuerwehrfahrzeugen nur mobile Lüfter mitgeführt – und es...
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Spektrometer, Scanner und Strahlenmessgeräte waren einst schwer und klobig. Heute ermöglichen tragbare Geräte sekundenschnelle Vor-Ort-Analysen für Gase, Chemikalien, Gefahrstoffe und mehr. Das ist für Blaulichtkräfte wertvoll. Polizisten, Soldaten, Grenzwächter und Zöllner sowie Feuer­wehrleute und Sicherheitsdienste stehen alle vor derselben Herausforderung: Sie suchen nach versteckten und...
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Seit gut zweieinhalb Jahren gibt es den von Feuerwehr-Fan Peter von Arx aus Walperswil kreierten Firefighter Gin. Der schmeckt erfrischend anders, setzt ökologische Massstäbe und ist neuerdings auch ausserhalb der Schweiz erhältlich. Nicht selten entstehen gute Ideen in trauter Runde – spät in der Nacht –, um dann langsam zu reifen, ehe sie wahrhaft Gestalt annehmen und zur Erfolgsgeschichte...
Diplomierte Rettungssanitäter HF sind für die hoch­stehende medizinische Versorgung in der Präklinik und unsere Gesellschaft eminent. Doch es gibt zu wenige davon. Nun wollen die Höhere Fachschule für Rettungsberufe (HFRB) und Schutz & Rettung Zürich (SRZ) mit dem Pilotlehrgang «Zurück in die Zukunft» Wiedereinsteiger zur Rückkehr motivieren. Die Rettungsdienste sind personell am Limit. Gründe...
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