© zVgBlick in die neue EZ Rettung Basel-Stadt, die den 35 Mitarbeitern zwölf Polydisponenten-Arbeitsplätze bietet.Blick in die neue EZ Rettung Basel-Stadt, die den 35 Mitarbeitern zwölf Polydisponenten-Arbeitsplätze bietet.Mit diesen Worten kommentierte Regierungsrätin Dr. Stephanie Eymann, Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartements, im Beisein von Dominik Walliser, Kommandant der Rettung Basel-Stadt, am 14. Februar 2023 die Inbetriebnahme der neuen Einsatzleitzentrale (EZ) Rettung Basel-Stadt. Ein Überblick über ein Projekt, das nach zehn Jahren seinen erfolgreichen Abschluss fand.

Am 14. Februar 2023, kurz nach zehn Uhr vormittags, konnte in der neuen Einsatzleitzentrale (EZ) Rettung Basel-Stadt auf dem Areal «Lützelhof» planmässig der erste eintreffende Notruf entgegengenommen und bearbeitet werden. In diesem Moment war klar: Die Umschaltung der beiden zuvor separierten EZ «118 Lützelhof» und «144 Hebel­­strasse» wurde erfolgreich vollzogen – und ein zehn Jahre dauerndes Projekt fand seinen erfolgreichen Abschluss.

Vom Sammelsurium zur Zukunftslösung

Rückblende: Basel im Jahr 2013. Das Justiz- und Sicherheits­departement fällt den Entscheid, die bisher fünf Einsatz­zentralen, die der Kanton Basel-Stadt an unterschiedlichen Standorten betreibt, in zwei neuen, zugunsten maximaler Redundanz identisch ausgerüsteten EZ zusammenzufassen: eine für die Bewältigung der polizeilichen Gefahrenabwehr (EZ Kapo BS, Standort «Spiegelhof») und eine für die Bewältigung der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (EZ Rettung BS, Standort «Lützelhof»).

Von dieser Zwei-Zentralen-Strategie versprechen sich die Verantwortlichen viel. Erstens maximale Betriebssicherheit. Einerseits, weil Polizei und Rettung im Fall eines Ausfalls einer der beiden EZ nahtlos in der jeweils anderen weiterarbeiten können. Andererseits aufgrund der Vereinheit­lichung und Modernisierung des historisch gewachsenen, mit uneinheitlicher, teils veralteter Technik bestückten ­Sammelsuriums. Zweitens soll die Zentralisierung helfen, die Betriebskosten zu senken. Und drittens soll sie die ­Prozesse effizienter und schneller gestalten, damit die ­Bewältigung der stetig wachsenden Zahl eintreffender Notrufe ­langfristig sichergestellt werden kann.

© zVgMit der Aufstockung des Gebäudes «Lützelhof» wurde Platz für die neue EZ sowie die zugehörigen Nebenräume geschaffen.Mit der Aufstockung des Gebäudes «Lützelhof» wurde Platz für die neue EZ sowie die zugehörigen Nebenräume geschaffen.Zehn Jahre Planung und Bau

Auf diesen Entscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements folgten zehn Jahre konzeptioneller und planerischer Tätigkeit. Unzählige Berichte und Pläne wurden angefertigt, dann die finanziellen Mittel beantragt. 2018 dann stimmte der Grosse Rat dem Ratschlag des Regierungsrates zu – und die Bau- und Installationsarbeiten konnten beginnen. Diese erfolgten bei laufendem Betrieb der im selben Gebäude domizilierten Berufsfeuerwehr BS, was von den Feuerwehrkräften manchmal ein gerüttelt Mass Geduld und Verständnis einforderte.

Aufgrund der langen Dauer wurde das Projekt zudem mehrfach adaptiert. Einerseits aufgrund neuer Erkenntnisse und Technologien. Andererseits wegen des erhöhten Sanierungsbedarfs der bestehenden Bausubstanz, der erst ­während der Arbeiten zutage trat. Dennoch konnten die projektierten Kosten von knapp 15 Millionen Franken eingehalten werden – was nicht selbstverständlich ist.

Das erste Standbein der Zwei-Zentralen-Strategie ist Realität

Mit der Betriebsübernahme der neuen EZ Rettung Basel-Stadt ist seit Februar 2023 das erste Standbein der Zwei-Zentralen-Strategie Realität. Das zweite Standbein, die ­Realisierung der EZ für die Kantonspolizei Basel-Stadt auf dem «Spiegelhof»-Areal, befindet sich in der Umsetzung und soll bis Ende 2024 abgeschlossen werden.

© zVgTeile der Aufstockung wurden im Stahlbauverfahren errichtet.Teile der Aufstockung wurden im Stahlbauverfahren errichtet.Einblicke in die neue Einsatzzentrale

Die neue EZ Rettung Basel-Stadt im aufgestockten «Lützel­hof»-Gebäude an der Kornhausgasse 16 bietet sechs Räume auf einer einzigen Etage: Der grösste ist – natürlich – die eigentliche EZ. In dieser stehen den 35 Mitarbeitern zwölf Disponenten-Arbeitsplätze zur Verfügung. Seitlich angrenzend befindet sich ein optional in zwei kleinere Räume trennbarer Führungsraum. Dieser dient primär für die Bewältigung von Grossereignissen, kann aber von den Polydisponen­ten auch für Ausbildungen sowie als Rückzugsmöglichkeit für Bürotätigkeiten in unmittelbarer Nähe zur EZ genutzt werden.

In Längsrichtung angrenzend an den EZ-Raum befindet sich das Sitzungszimmer der Einsatzunterstützung. Dieses kann bei Grossereignissen, die einen Einsatz der Kantonalen Krisenorganisation (KKO BS) nötig machen, zum Rapport­raum des Kantonalen Krisenstabes (KKS BS) zugunsten des Gesamteinsatzleiters umgenutzt werden. So steht der KKO für den Fall eines Ausfalls des Hauptstandorts bei der EZ der Kantonspolizei Basel-Stadt eine Räumlichkeit mit reduzierter Infrastruktur zur Verfügung.

Abgerundet wird das Raumangebot durch einen Aufenthaltsraum, das Büro für den Leiter EZ Rettung Basel-Stadt Michel Eigenmann, einen Technikraum sowie sanitäre Anlagen. Überdies wurde das Gebäude gegen Erdbeben ertüchtigt, im bestehenden Untergeschoss wurde ein neuer Rechnerraum eingebaut und die Notstromversorgung wurde auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.

Durchdacht – und künftig stark gefordert

Ein Blick auf einige ausgewählte Kennzahlen offenbart die Grösse des Projekts: Während der Bauphase wurden ­73 Bausitzungen, 42 «Besprechungen Systeme» (ICT, ­Security etc.) sowie 178 Sitzungen im Zusammenhang mit Schnittstellen, Abläufen und Konzepten abgehalten. Massnahmen zur Erdbebensicherheit sowie die Systemredundanz sorgen für grösstmögliche Betriebssicherheit – und dank einer mehrschichtigen Spezialverglasung mit bis zu
400 Kilogramm schweren Scheiben herrscht in der EZ, in der mehr als 51 Kilometer Kabel verlegt wurden, auch bei Vollbetrieb eine angenehme Raumakustik.

Apropos Betriebsamkeit: Langweilig wird es den Dispositionskräften in der neuen EZ Rettung Basel-Stadt sicher nicht. Im Rekordjahr 2022 wurden 166’726 Telefonate bearbeitet und 50’439 Einsätze des Rettungsdienstes, der Feuerwehr sowie Spezialeinsätze bewältigt. Und damit die Mitarbeiter der EZ, die sich aus diplomierten Rettungssanitätern HF und erfahrenen, langjährigen Berufsfeuerwehrkräften rekrutieren, für ihre nun deutlich erweiterten Aufgaben bestens gerüstet sind, wurden diese im Vorfeld der Inbetriebnahme der neuen EZ Rettung Basel-Stadt zu «Polydisponenten», die sich bezüglich Sanität ebenso gut auskennen wie hinsichtlich Feuerwehraufgaben, weitergebildet.

Ursprünglich für den Militäreinsatz entwickelt, erfreut sich gefriergetrocknete Fertignahrung zunehmend grosser Beliebtheit bei Outdoor-Workern sowie für die Notreserve. Aber auch für Blaulichtkräfte ist die hochwertige Einsatz­verpflegung von Tactical Foodpack eine Empfehlung. Bei Tactical Foodpack ist der Name Programm. Die in ­Estland ansässige Firma entwickelt leicht zu transportierende,...
In Lausanne wurde im Dezember 2023 die 24/7-Notrufzentrale des neuen Alarm Receiving Center (ARC) eingeweiht. Die Technik für den hochmodernen Kommando- und Kontrollraum stammt von der Schweizer Spezialistin WEYTEC. Was in einigen Deutschschweizer Städten und Kantonen bereits mit Erfolg vorexerziert wurde, ist nun auch in ­Lausanne Realität: Mehrere zuvor räumlich getrennt untergebrachte...
Höher, schneller, weiter? Im urbanen Umfeld ist das nicht zielführend. Daher lohnt ein Blick auf den neuen voll­elektrischen Volvo EX30. Dieser bietet dank kompakter Aussenmasse eminente Vorteile – auch über die Grenzen der Stadt hinaus. Blaulichtkräfte schleppen viel Ausrüstung mit – und sind daher meist mit Fahrzeugen unterwegs, die in der Fahrgastzelle ebenso viel Platz bieten wie im...
Aus Deutschland kommen zwei neue Produkte, welche die Arbeit von Feuerwehren erleichtern. Einerseits bei der Entrauchung grossvolumiger Objekte und andererseits im Fall von Vegetationsbränden. Müssen bei einem Brandfall grossvolumige Objekte wie ­Lager- und Produktionshallen entraucht werden, wird es oft schwierig. Denn meist werden in Feuerwehrfahrzeugen nur mobile Lüfter mitgeführt – und es...
Elektrische Energie an jedem Ort: Wofür bisher Stromgeneratoren benötigt wurden, genügt künftig eine leistungsstarke mobile Batterie. Beispielsweise die mobilen 230-Volt-Akkus von instagrid. Stecker rein und los geht’s: Mit der tragbaren 230-Volt-Batterie «instagrid ONE» können Einsatzkräfte zahlreiche elektrische Geräte mit normalem Netzstecker ortsunabhängig nutzen – ohne dass zuvor ein...
Spektrometer, Scanner und Strahlenmessgeräte waren einst schwer und klobig. Heute ermöglichen tragbare Geräte sekundenschnelle Vor-Ort-Analysen für Gase, Chemikalien, Gefahrstoffe und mehr. Das ist für Blaulichtkräfte wertvoll. Polizisten, Soldaten, Grenzwächter und Zöllner sowie Feuer­wehrleute und Sicherheitsdienste stehen alle vor derselben Herausforderung: Sie suchen nach versteckten und...
Anfang März 2024 dreht sich auf der Messe Nürnberg alles um neue Führungs- und Einsatzmittel für Behörden und Organisationen mit Rettungs- und Sicherheitsaufgaben (BORS) sowie das Militär. Während die IWA OutdoorClassics 2024 auf ihr 50-Jahr-Jubiläum fokussiert, öffnet die Enforce Tac ihre Türen einen Tag länger und auf viel mehr Fläche als bisher – und das aus guten Gründen. Am 29. Februar 2024...
Seit gut zweieinhalb Jahren gibt es den von Feuerwehr-Fan Peter von Arx aus Walperswil kreierten Firefighter Gin. Der schmeckt erfrischend anders, setzt ökologische Massstäbe und ist neuerdings auch ausserhalb der Schweiz erhältlich. Nicht selten entstehen gute Ideen in trauter Runde – spät in der Nacht –, um dann langsam zu reifen, ehe sie wahrhaft Gestalt annehmen und zur Erfolgsgeschichte...
Diplomierte Rettungssanitäter HF sind für die hoch­stehende medizinische Versorgung in der Präklinik und unsere Gesellschaft eminent. Doch es gibt zu wenige davon. Nun wollen die Höhere Fachschule für Rettungsberufe (HFRB) und Schutz & Rettung Zürich (SRZ) mit dem Pilotlehrgang «Zurück in die Zukunft» Wiedereinsteiger zur Rückkehr motivieren. Die Rettungsdienste sind personell am Limit. Gründe...
Diese Webseite nutzt Cookies & Analytics. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen zu.