© SRZDas neue Einsatzleitfahrzeug von Schutz & Rettung Zürich wurde bei der EMPL Fahrzeugwerk GMBH in Auftrag gegeben und bietet dank «Slide-Out»-Box drei geschützte Räume für 12 bis 20 Personen.Das neue Einsatzleitfahrzeug von Schutz & Rettung Zürich wurde bei der EMPL Fahrzeugwerk GMBH in Auftrag gegeben und bietet dank «Slide-Out»-Box drei geschützte Räume für 12 bis 20 Personen.Seit diesem Sommer verfügt Schutz & Rettung Zürich über ein neues Einsatzleitfahrzeug (ELF). Dieses ist dank «Slide Out»-Technologie sehr geräumig und mit modernsten Kommunikations­mitteln ausgestattet.

Es war Zeit für etwas Neues: Nach 14 Jahren hat Schutz & Rettung Zürich SRZ das bisherige Einsatzleitfahrzeug (ELF), das 2008 pünktlich zur Fussball-EM in Betrieb genommen worden war, ersetzt. Zwar wurde der Antrag für die Beschaffung des neuen Fahrzeugs, das laut SRZ «über alle notwendigen technischen Hilfsmittel verfügt, die Stand heute zur erfolgreichen Bewältigung eines Gross­ereignisses er­forderlich sind», bereits 2017 gutgeheissen. Doch weil SRZ zugunsten bestmöglicher Effizienz und Zukunftssicherheit die gesammelten Erfahrungen aus fast 200 Einsätzen mit dem bisherigen ELF in die Konzeption des Nachfolgemodells einfliessen lassen wollte, dauerte es rund fünf Jahre, ehe das Fahrzeug komplett geplant, ausgeschrieben und ­produziert war.

Riesengross und ziemlich schnell

Das Resultat der sorgfältigen Konzeptions- und Planungsarbeit ist optisch sehr imposant. Mit einer Länge von 10,25 Metern, einer Höhe von vier Metern und im Fahrbetrieb 2,55 Meter Breite ist das auf einem Iveco Eurocargo basierende ELF sowohl im Strassenverkehr als auch auf dem Schadenplatz schlichtweg nicht zu über­sehen. Damit es Letzteren innert kürzester Zeit erreichen kann, steckt unter der Haube des 1,3 Millionen Franken teuren Hightech-Einsatzmittels ein 6,7-Liter-­Dieselmotor. Dieser leistet 320 PS und kann das 16,5 Tonnen schwere ELF auf bis zu 125 km/h beschleunigen – auch wenn dieses Tempo aus Sicherheitsgründen wohl kaum jemals gefahren wird.

© SRZBlick in den Rapportraum, in dem bis zu acht Einsatzkräfte sitzend arbeiten können.Blick in den Rapportraum, in dem bis zu acht Einsatzkräfte sitzend arbeiten können.Drei geschützte Räume im ausfahrbaren Aufbau

Hinter der fast schon zierlich anmutenden Führerkabine, in der maximal drei Personen Platz finden, erstreckt sich ein von der österreichischen Spezialistin EMPL Fahrzeugwerk GmbH realisierter Aufbau. Dieser steckt voller Hightech – und bietet drei witterungsgeschützte Räume: einen Führungsunterstützungsraum mit zwei Arbeitsplätzen, einen Rapportraum, in dem bis zu acht Personen an Sitzplätzen oder gar bis zu 20 Personen im Stehen arbeiten können, sowie einen mittels Flügeltüren abtrennbaren Raum für Teilstäbe oder Fachgruppen.

Möglich macht dies die rechtsseitig platzierte, 6,50 Meter lange «Slide Out»-Box. Diese kann, wie man es von luxuriösen Wohnmobilen – zu Neudeutsch «Landjachten» – kennt, seitlich um 1,45 Meter ausgefahren werden. Dadurch wächst die Breite des Aufbaus von 2,55 auf 4,00 Meter an – und es entsteht beeindruckend viel Platz für die Kräfte der Einsatzleitung. Diese rekrutieren sich übrigens, abhängig von der Art des zu bewältigenden Ereignisses, aus Führungspersonen unterschiedlicher Disziplinen von SRZ sowie diverser (Partner-)Organisationen. Sie alle finden im neuen ELF einen nicht nur gegen Witterungseinflüsse gut geschützten, vollklimatisierten Raum für die Lage- und Abspracherapportierung.

In diesem steht ihnen alles zur Verfügung, was nötig ist, um sich schnellstmöglich einen Gesamtüberblick zu ­verschaffen und dann die notwendigen Massnahmen zielgerichtet und effektiv koordinieren zu können. Auf dem Grossbildschirm im Rapportraum können zeitgleich und in Echtzeit Daten unterschiedlicher Informations- und Bildquellen angezeigt werden. Zudem gibt es auch aussen am Fahrzeug – gegenüber der «Slide Out»-Box – ein grosses Display und Flipcharts. So können Rapportierungen auch dort erfolgen, wobei ein drei Meter überragender Witterungsschutz die Einsatzkräfte gegen Regen, Schnee und direkte Sonneneinstrahlung schützt.

© SRZBlick in den Führungsunterstützungsraum, in dem zwei Personen des FU-Zugs den Betrieb des ELF sicherstellen.Blick in den Führungsunterstützungsraum, in dem zwei Personen des FU-Zugs den Betrieb des ELF sicherstellen.Lieferantin der Audio-/Videotechnik des neuen ELF ist übrigens die in Hünenburg ansässige Spezialistin AVS Systeme AG, die bereits bei der Ausstattung der ELZ von SRZ zum Zuge kam.

Ein halber Kilometer Glasfaserkabel

Abgestützt auf die Bedürfnisanalyse und basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte stellt das ELF neben diversen Telefonie- und Videokonferenzsystemen auch redundante Funksysteme für Breitband-Satelliten- oder Richtstrahlverbindungen zur Verfügung. Die Kommuni­kationssysteme werden über drei Konsolen bedient und umfassen vier Polycom- sowie zwei analoge Sende- und Empfangsanlagen. Überdies ist das Fahrzeug bereits für die Einführung des künftigen mobilen Sicherheitskommunikationssystems (MSK) vorbereitet.

Die gesamte Kommunikation erfolgt End-to-End-verschlüsselt und die jeweils am höchsten priorisierten Anwendungen laufen stets über die jeweils beste Verbindung. Die Anbindung an die ELZ und das Tactical Operation Center (TOC) von SRZ am Flughafen Zürich erfolgt über 144 Netzwerk­anschlüsse.

Die Versorgung der Einsatzleitung mit aktuellem Bildmaterial geschieht einerseits über die im ELF integrierten ­Kameras, darunter eine Weitwinkelkamera auf dem auf bis zu acht Meter Gesamthöhe ausfahrbaren Mast. Ein zweiter Mast sorgt mit LED-Scheinwerfern für eine ordentliche ­Umfeldbeleuchtung. Andererseits können aber auch Livebilder von Verkehrskameras, mobilen Kameras sowie den SRZ-Drohnen (eine kabelgebundene Fesseldrohne ist fix auf dem Dach des ELF montiert) und natürlich On- und Offline-Karten, Einsatzpläne und Einsatzjournal sowie zahlreiche weitere Informationen auf den Displays im Rapportraum sowie dem aussen befindlichen Display aufgespielt
werden – in Echtzeit.

© SRZAuch auf der linken Fahrzeugseite kann rapportiert werden – unter einem drei Meter ausragenden Wetterschutz. Ebenfalls auf diesem Bild zu sehen ist  der acht Meter hohe Mast mit Kamera  und Flutlicht.Auch auf der linken Fahrzeugseite kann rapportiert werden – unter einem drei Meter ausragenden Wetterschutz. Ebenfalls auf diesem Bild zu sehen ist der acht Meter hohe Mast mit Kamera und Flutlicht.Damit all dies auch bei sehr lange währenden Ereignissen funktioniert, verfügt das Fahrzeug über einen eigenen Server­raum im linken Frontbereich des Aufbaus sowie eine autarke Stromversorgung (Batterien und Stromgenerator), die mindestens 24 Stunden Betriebssicherheit sicherstellt.

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