© Jörg RothweilerDer BMW iX 50 xDrive als Einsatzfahrzeug,  ausgerüstet mit Blaulicht, Signalanlage, Blitzern an Front,  Seite und in den Aussenspiegeln sowie Folierung im  typischen Design der Kantonspolizei Zürich.Der BMW iX 50 xDrive als Einsatzfahrzeug, ausgerüstet mit Blaulicht, Signalanlage, Blitzern an Front, Seite und in den Aussenspiegeln sowie Folierung im typischen Design der Kantonspolizei Zürich.Im August 2022 nahm die Kantonspolizei Zürich – als erstes Polizeikorps der Schweiz – einen vollelektrischen BMW iX xDrive50 als Patrouillenfahrzeug in Empfang. Hans Steinbach, Key Account Manager Authority and Special Cars bei der BMW (Schweiz) AG, zeigte uns das Fahrzeug.

Keine Frage: Der von den Spezialisten der Haberl Electronic GmbH & Co. KG, die alle Blaulicht-Sonderfahrzeuge von BMW realisiert, zum Patrouillenfahrzeug umgerüstete BMW iX xDrive 50 ist ein echter Hingucker – nicht nur wegen der auffälligen Folierung, sondern auch aufgrund seiner ­Grösse und der extravagant geformten Karosserie.

Bärenstark und 600 Kilometer Reichweite

Ebenfalls beeindruckend sind die Leistungsdaten: 523 PS Spitzenleistung und 765 Nm maximales Drehmoment machen den Elektro-SUV zum Sportwagen, der in 4,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h sprinten und den Zwischensprint von 60 auf 100 km/h in lächerlichen 2,1 Sekunden absolviert. Womit klar ist: Vor diesem Fahrzeug zu flüchten, fällt nicht leicht – auch dann, wenn die Verfolgung länger dauern sollte. Denn dank 111,5-kWh-Akku stromert der iX xDrive50 gut 600 Kilometer weit – und das nicht nur laut Herstellerangabe, sondern auch laut den Testern des deutschen ADAC. Diese ermittelten für die Zivilversion im Ecotestzyklus einen Verbrauch von 20,4 kWh/100 km. Das entspricht 610 Kilometer Reichweite – wobei die Lade­verluste bei 3-phasiger Ladung mit 16 A (125,2 kWh für 100 Prozent Lade­stand) bereits berücksichtigt wurden.

© Jörg RothweilerAuf dem Dach thront der Blaulichtbalken – und hinter der Windschutzscheibe versteckt sich das topmoderne Bredar-Geschwindigkeitsmessgerät.Auf dem Dach thront der Blaulichtbalken – und hinter der Windschutzscheibe versteckt sich das topmoderne Bredar-Geschwindigkeitsmessgerät.Laut Hans Steinbach basieren diese guten Werte auf drei Dingen: «Dem effizienten Energiemanagement, der mit ­einem cw-Wert von 0,25 für einen SUV dieser Grösse sehr windschlüpfrigen Karosserie sowie Leichtbau, der hoch­festen Stahl mit Aluminium und Karbonverbundwerkstoff kombiniert.» Trotzdem ist der iX xDrive50 mit 2,85 Tonnen kein Leicht­gewicht. Bepackt mit allen Einsatzmitteln und bestückt mit der für den Polizeieinsatz nötigen Zusatzausrüstung knackt er die 3-Tonnen-Marke.

Umfassende Zusatzeinbauten

Apropos Zusatzausrüstung: Diese fällt beim iX der Kantonspolizei Zürich grosszügig aus, denn das in Bülach ­stationierte Fahrzeug wird bei der Verkehrspolizei eingesetzt. Daher sind neben Blaulichtbalken, Signalanlage, Front-, Aussenspiegel- und Kreuzungsblitzern sowie Funk und Unfalldatenschreiber auch ein Ortungssystem sowie ein Bredar-SAT-SPEED-G2-System für Nachfolge-Geschwindigkeitsmessungen mittels Satellitenunterstützung an Bord.

All dies zu integrieren, habe manche Herausforderung mit sich gebracht, sagt Hans Steinbach. «Obwohl BMW bei der Entwicklung seiner Modelle stets deren Einsatz als Blaulicht­fahrzeug im Fokus behält, wozu Schnittstellen, verstärkte Fahrwerke und Bremsanlagen sowie Montagepunkte und Zertifizierungen gehören, hielt der iX – wie jeder ganz neue Fahrzeugtyp – einige Spezialität bereit.» Als Beispiel verweist er auf die teils aus Karbonwerkstoffen konstruierte Karosserie: «Ein Loch für die Kabeldurchführung der Polycom-Dachantenne durch ein Blechdach zu bohren, ist einfach. Dasselbe bei einem Karbondach zu tun, ist ungleich komplexer.»

Entsprechend dauerte es seine Zeit, bis alle Sondereinbauten integriert, vernetzt und ausgiebig getestet waren. ­«Dabei», betont Hans Steinbach, «fand ein reger Austausch zwischen den Spezialisten der Kantonspolizei Zürich, Haberl und BMW als Hersteller statt – bis alle Elemente exakt dort angeordnet waren, wo sie sich zugunsten maximaler ­Effizienz im Einsatz befinden müssen.»

© Jörg RothweilerIntelligenter Leichtbau mit Karbonverbundwerkstoffen im Schweller-, Dachsäulen und Dachbereich drückt das Gewicht trotz des riesigen Akkus auf 2,85 Tonnen.Intelligenter Leichtbau mit Karbonverbundwerkstoffen im Schweller-, Dachsäulen und Dachbereich drückt das Gewicht trotz des riesigen Akkus auf 2,85 Tonnen.Für den von voluminösen Seitenwänden begrenzten Laderaum, der mit 500 Liter Volumen für einen 4,95 Meter langen, 1,97 Meter breiten und 1,70 Meter hohen SUV nicht rekordverdächtig gross ist, konstruierte die Carrosserie Rusterholz AG aus Richterswil ZH basierend auf 3D-Vermessungen einen massgeschneiderten Heckausbau. «So finden die Einsatzmittel, die für den Patrouilleneinsatz gebraucht werden, ihren Platz», erklärt Hans Steinbach.

Riesig – und verblüffend wendig

Was bei einer Probefahrt mit einem zivilen BMW iX überzeugte, ist das Fahrverhalten des Elektro-Giganten. Dank Luftfederung rollt dieser samtweich über den Asphalt – und die Vierradlenkung sorgt für überraschende Wendigkeit (Wendekreis: 12,2 Meter). Ebenfalls gelungen ist die Geräusch­­dämmung: Dank Akustikverglasung dringen Aussengeräusche nur gedämpft ins Innere vor – auch wenn beim Patrouillenfahrzeug der Blaulichtbalken für ein hörbares Mehr an Windgeräuschen sorgen dürfte.

Was ebenfalls gefällt, ist das dezent und funktionell ­gestaltete Interieur. Alles ist da, wo man es erwartet – und vieles, beispielsweise die Türgriffe, ist so gut integriert, dass man es kaum wahrnimmt. Obwohl der zentrale Dreh-Drück-Regler ans bekannte iDrive erinnert, ist das Bedienkonzept im iX komplett neu – und daher anfangs etwas ungewohnt. Doch wer sich ein bisschen Zeit nimmt, um zu experimentieren, findet sich in den vielfältigen, aber vernünftig gruppierten Menüs rasch zurecht. Zumal haptische Direktwahltasten bei Bedarf direkt ins gewünschte Zielmenü führen und im Zweifel die sehr gute Sprachsteuerung aus der ­Bredouille hilft.

© Jörg RothweilerVor der Mittelkonsole, unter dem geschwungenen Hauptdisplay des Infotainmentsystems, wurden Funk und das Display des Einsatzleitsystems platziert.Vor der Mittelkonsole, unter dem geschwungenen Hauptdisplay des Infotainmentsystems, wurden Funk und das Display des Einsatzleitsystems platziert.Im Einsatzfahrzeug der Kantonspolizei Zürich freilich ist das Erforschen der Möglichkeiten des Infotainment-Systems zweitrangig. Hier stehen die Bedienbarkeit zentraler Funktionen, insbesondere Funk und Einsatzmittel, im Vordergrund. Daher wurde alles, was hiermit zusammenhängt, zentral vor der Mittelkonsole platziert.

Fazit

Der BMW iX xDrive50 verfügt über alles, was ein Patrouillen­fahrzeugen grundsätzlich braucht. Er ist schnell und wendig, komfortabel und sicher, übersichtlich sowie ausreichend geräumig. Zudem bietet er nach WLTP-Norm die aktuell grösste Reichweite seiner Klasse. Wir sind gespannt auf die entsprechenden Erfahrungen der Kantonspolizei Zürich – und publizieren die Zahlen zu gegebener Zeit.

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