© Settelen AG BaselMit den Rösslitrams, von Pferden gezogenen Tramomnibussen, stellte die Firma Settelen während Jahrzehnten die Mobilität der Basler Bevölkerung sicher.Mit den Rösslitrams, von Pferden gezogenen Tramomnibussen, stellte die Firma Settelen während Jahrzehnten die Mobilität der Basler Bevölkerung sicher.Vollelektrische Polizeiautos, ein brandneuer Grossraumrettungswagen, leistungsstarke Feuerwehrfahrzeuge: Basel besitzt unzählige Blaulichtvehikel. Doch bis vor rund 100 Jahren sorgten fremde Pferde für Mobilität – auch bei Polizei, Feuerwehr und Sanität.

Julius Settelen, Gründer der bis heute an der Türkheimerstrasse 17 in Basel domizilierten Firma Settelen, beförderte ab 1883 und bis zum Start der Basler Strassenbahn anno 1895 mit von Pferden gezogenen Tramomnibussen rund
10 Millionen Menschen durch die Strassen der Rheinmetropole. Doch am 14. Juni 1891, einem wunderbaren Früh­sommersonntag, warteten viele Menschen vergebens auf ihr «Rösslitram». Der Grund war ein fürchterliches Bahnunglück in Münchenstein.

Rösslitrams als Rettungswagen

Dort war die 1874/75 von Gustave Eiffel errichtete Eisen­brücke über die Birs unter der Last des rappelvollen Nachmittagszugs der Jura-Simplon-Bahn kollabiert – und zwei Lokomotiven, Personen-, Post- und Gepäckwagen stürzten in den Fluss, wobei 171 Reisende verletzt und 72 getötet wurden. Julius Settelen erreichte als einer der Ersten den Unfallort – und stellte sogleich seinen Fuhrpark in den ­Rettungsdienst, um Verletzte ins Bürgerspital zu bringen.

Inwieweit dieses beherzte Handeln dazu beitrug, dass ­Settelens Firma in der Gunst der Stadt Basel zum Höhenflug ansetzte, ist nicht überliefert. Gesichert ist indes: Settelen war von 1882 bis in die 1920er-Jahre hinein ein wichtiger Mobilitätspartner – sowohl der Stadt Basel als auch von deren Einsatz- und Rettungsorganisationen.

© Settelen AG BaselMit der Lohnhof-Droschke wurden jährlich rund 3’000 verurteilte Missetäter ins Gefängnis «Lohnhof» transportiert.Mit der Lohnhof-Droschke wurden jährlich rund 3’000 verurteilte Missetäter ins Gefängnis «Lohnhof» transportiert.Ein Leichenwagen für die Stadt Basel

Während sich lange Zeit nur Betuchte die Miete eines von Pferden gezogenen Leichenwagens leisten konnten, wurde dieses Vorgehen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts fast zum Standard. Ab 1868 erwarb die Basler Regierung selbst mehrere Pferdeleichenwagen – und schloss für deren ­Wartung und Unterhalt Verträge mit Fuhrhaltern ab, auch mit Julius Settelen. Der «Vertrag betreffend das Leichenfuhrwesen im Kanton Basel-Stadt zwischen den Herren Gebrüder Settelen und dem Sanitäts-Departement Basel-Stadt» von 1894 hielt fest, dass Settelen «einen oder zwei dem Staat gehörende Leichenwagen aufzubewahren und dazu wie zu ihren eigenen Fuhrwerken Sorge zu tragen und sie gehörig zu reinigen und nach Bedürfnis zu schmieren hat». Für eine Bestattung mit dem Zweispänner gab es ­sieben, für eine mit dem Einspänner fünf Franken – allerdings nur bis Anfang der 1920er-Jahre. Denn mit zunehmender Verbreitung des Automobils wurden die Aufträge ­seltener – bis sie ganz ausblieben. Dennoch stand der «städtische Leichenwagen No. 5» mit Pferdebespannung bis in den Herbst 1933 bei Settelen. Heute steht er prominent im Eingangsbereich des Friedhofsmuseums Hörnli.

Pferde für die Basler Feuerwehr

1892 erwarb Julius Settelen von der Witwe des Fuhrhalters Louis Herdener die Basler Droschken­anstalt – und übernahm damit auch deren Dienste für die 1882 gegründete Berufsfeuerwehr Basel. In einem entsprechenden Vertrag verpflichtete sich Settelen, «die zur Bespannung der in den Feuerwehr­magazinen der 1. Kompanie Schneidergasse und 3. Kompanie Petersplatz untergebrachten Löschgerätschaften nötigen Pferde im Brandfall rechtzeitig zu liefern – und zwar unter persönlicher Leitung oder unter der Leitung von zuverlässigen Knechten».

Pro Ausrücken wurden für je zwei Pferde 20 Franken vergütet. Zudem erhielt Settelen aus dem Feuerdepot einige Mäntel und Mützen für die Führer der Löschgerätschaften –
leihweise. Bis wann der Vertrag mit der Basler Feuerwehr lief, ist nicht dokumentiert. Aber als diese 1926 ihre erste Benzin-Automobilspritze anschaffte, dürften Settelens ­Pferde wohl kaum noch ausgerückt sein.

© zVg1905 erhielt die Berufsfeuerwehr Basel einen «pferdefreien» Löschzug, bestehend aus der hier abgebildeten Automobildampfspritze und einem elektroautomobilen Mannschafts-  und Gerätewagen. Die Spritze wurde vom Trägerverein «Freunde der Automobildampfspritze der Feuerwehr Basel» restauriert und 2020  ins Schweizerische Feuerwehrmuseum im Lützelhof retourniert (Bild).1905 erhielt die Berufsfeuerwehr Basel einen «pferdefreien» Löschzug, bestehend aus der hier abgebildeten Automobildampfspritze und einem elektroautomobilen Mannschafts- und Gerätewagen. Die Spritze wurde vom Trägerverein «Freunde der Automobildampfspritze der Feuerwehr Basel» restauriert und 2020 ins Schweizerische Feuerwehrmuseum im Lützelhof retourniert (Bild).Die Lohnhof-Droschke für Missetäter

Von 1893 bis 1925 betrieb die Basler Droschkenanstalt ­Settelen im Auftrag des Polizeidepartements die Lohnhof-Droschke. Mit dieser brachte ein Settelen-Fuhrmann, stets begleitet von einem Landjäger, jährlich an die 3’000 Diebe, Einbrecher, Schwindler, Hochstapler und Raub­mörder ins Gefängnis Lohnhof. Dabei gab es in 33 Betriebsjahren keinen nennenswerten Unfall. Einzig als die ­Droschke in der ­Steinenvorstadt einmal ein Hinterrad verlor, mussten der Gefangene und der Landjäger den Rest des Weges zum Lohnhof auf Schusters Rappen absolvieren.

Laut dem ersten Vertrag von 1893 erhielt Settelen für Wagen, Fuhrmann und Pferde 17 Franken pro Tag – bei einer Zu­sicherung von 305 Arbeitstagen im Jahr. Im letzten Dienstjahr erhielt Settelen sogar eine Halbtagesentschädigung von 35 Franken. Doch 1925 schaffte das Polizeidepartement ein «Gefangenenautomobil» an – und die Lohnhof-Droschke verschwand aus dem Basler Stadtbild.

Basels erster Krankenwagen

Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts kamen in Basel dann auch für Krankentransporte Pferdefuhrwerke zum Einsatz. Laut dem Verwaltungsbericht des Sanitätsdepartements gab es 1911 drei «mit allem Komfort ausgestattete und mit Pferden bespannbare Krankenwagen» in der Stadt, wovon einer bei der Fuhrhalterei Settelen an der Türkheimer­strasse stationiert war.

Dort parkierte ab 1916 zusätzlich auch ein komfortabler, dunkelgrüner, 1911 vom Genfer Unternehmen Piccard-­Pictet & Cie aufgebauter Krankenwagen. Zwei Jahre zuvor hatte zudem das Bürgerspital bereits den Betrieb eines elektrischen Krankenautomobils aufgenommen. Dennoch blieben Pferdekrankenwagen weiterhin im Einsatz – bis der Regierungsrat 1922 die Übernahme des Krankentransport­dienstes durch das Sanitätsdepartement beschloss. Daraufhin ­stellte Settelen die Sanitätsfahrten ein und verkaufte auch den Pic-Pic-Krankenwagen.

Taxi- statt Blaulichtfahrten

Getrieben vom um 1900 beginnenden Siegeszugs des Automobils sattelte auch Settelen um – von der Pferde- auf die Motordroschke. Am 1. August 1908 wurde Basels Motordroschke Nr. 1, ein Settelen-Taxi von Renault, dem Verkehr übergeben. Mit ihr begann eine neue Ära in der Firmen­historie. Mehr dazu finden Interessierte auf ­www.settelen.ch
unter Settelen Stories.

© HerstellerLeicht zu finden: Das Ladengeschäft  der HAIX Vertriebs AG in Egerkingen liegt direkt vis-à-vis dem Hotel Egerkingen.Leicht zu finden: Das Ladengeschäft der HAIX Vertriebs AG in Egerkingen liegt direkt vis-à-vis dem Hotel Egerkingen.Seit 1995 steht die Familie Bürgi hinter dem Erfolg von HAIX in der Schweiz. Die HAIX Vertriebs AG bedient exklusiv ein Netz von 250 Händlern landesweit und online. Einsatzkräfte, Handwerker und Naturfreunde vertrauen täglich auf die richtige Ausrüstung, damit sie sich voll auf ihre Aufgaben konzentrieren können.

Die Geschichte von HAIX in der Schweiz beginnt vor knapp 30 Jahren. Heute bieten 250 Händler landesweit in stationären Shops und online die Schuhe für Einsatzkräfte, Handwerker und Outdoorbegeisterte an. HAIX rüstet damit Menschen mit Schuhen und Bekleidung aus, die aktiv daran arbeiten, die Welt ein Stückchen besser zu machen – auch in der Schweiz. Die Schweizer Marktkenntnisse ergänzt ein eigener Aussendienstmitarbeiter in enger Abstimmung zwischen dem bayerischen Hightech-Hersteller und der Alpenrepublik.

Von Egerkingen aus steuern Denise und Mario Bürgi ausserdem zusammen mit Armin Blaser den Markenauftritt in der Schweiz und schulen Händler zur breiten ­Produktpalette. Neben der Fachmesse Suisse Public für alle Bereiche von öffentlichen Betrieben und Verwaltung, die im Juni 2023 in Bern stattfindet, finden sich einige kleinere Hausmessen und Veranstaltungen im Kalender.

Hochwertige Schuhe verdienen Service

© HerstellerGrosszügig und hell: Das Ladengeschäft lädt zum Verweilen ein und bietet ein riesiges Sortiment.Grosszügig und hell: Das Ladengeschäft lädt zum Verweilen ein und bietet ein riesiges Sortiment.Schuhe sind keine Wegwerfprodukte – die umfassenden Service- und Reparaturleistungen von HAIX wirken dem entgegen. «Gerissene Schuhbänder, abgelaufene Sohlen, abgenutzte Geröllschutz- oder Gummiüberkappen, defekte Schlupfriemen, Haken oder Schlaufen sind ebenso wenig ein Grund, gute Schuhe wegzuwerfen, wie eine nötige Nacharbeitung von Sohlenrändern oder eine gebrochene Naht», sagt Denise Bürgi. All dies gehöre zum Standardrepertoire der Serviceabteilung – wobei die Abwicklung denkbar einfach ist: Die Kunden bringen oder schicken ihre Schuhe ein. Die Experten bewerten, ob eine Reparatur möglich und sinnvoll ist, und unterbreiten ein Angebot. Passt dieses, senden die Schweizer die Schuhe ins Hauptwerk von HAIX nach ­Mainburg.

Dort reparieren die professionellen Schuhmacher die ­Schuhe mit Originalteilen. Das dauert zwar seine Zeit. Doch danach sind die Schuhe wieder zu 100 Prozent einsatz­fähig – für lange Zeit. Kaum ein anderer Hersteller «leistet» sich eine ähnlich gestaltete technische Wartungsabteilung für ­Schuhe. Ein Service, der natürlich auch als Verkaufs­argument dient, denn oft lohnen sich für den Kunden ­Reparatur oder Refurbishing, auch wenn dessen Schuhe schon einige Jahre auf der Sohle haben.

Zubehör, Ersatzteile und mehr

Zubehör und Ersatzteile lagern auch in der Schweiz: von Schnürsenkeln über Laschen bis hin zu Protektoren und Griffteilen für das neue RapidFit-System des FIRE-EAGLE-2.0-Feuerwehrstiefels oder für andere Schnellverschluss­systeme. Kleinere Reparaturen können also auch direkt vor Ort durchgeführt werden.

© HerstellerDas familiäre Team der HAIX Vertriebs AG besteht aus sieben Personen und zwei Hunden. Ganz rechts im Bild: Denise und Mario Bürgi.Das familiäre Team der HAIX Vertriebs AG besteht aus sieben Personen und zwei Hunden. Ganz rechts im Bild: Denise und Mario Bürgi.Auch Pflegemittel und Bürsten, Einlegesohlen, Socken sowie Bekleidungsartikel wie Mützen, Handschuhe, Gürtel, Caps und die «HAIXilette», die Kult-Badesandale von HAIX, können in Egerkingen anprobiert und mitgenommen werden. «Wir haben alle Stiefel und Schuhe in allen Grössen vorrätig. So stellen wir sicher, dass die Kunden nicht vergebens zu uns kommen», sagt Denise Bürgi.

Kunden aus der ganzen Schweiz

Apropos Logistik: Wie bei allen Produkten finden auch viele Schuhe von HAIX den Weg zur Kundschaft via Post. Trotzdem geben sich im Ladengeschäft in Egerkingen täglich viele Kunden die Klinke in die Hand – und zwar aus der gesamten Schweiz. Das zehnköpfige Team bedient vor Ort mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Gross- und Direktkunden wer­den direkt von Armin Blaser im HAIX-Aussendienst betreut.

Das HAIX-Ladengeschäft in Egerkingen hat an den Werk­tagen jeweils von 7:30 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 18:00 Uhr sowie an jedem ersten Samstag im Monat von 9:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Und den Online-Shop, weitere Infos ­sowie die Kontaktdaten finden Sie auf www.haix.ch.

© HerstellerVom Bergstiefel bis zum Einsatz- oder Freizeitschuh:  Der HAIX-Store hat das gesamte HAIX-Sortiment auf Lager.Vom Bergstiefel bis zum Einsatz- oder Freizeitschuh: Der HAIX-Store hat das gesamte HAIX-Sortiment auf Lager.

© SRZDas neue Einsatzleitfahrzeug von Schutz & Rettung Zürich wurde bei der EMPL Fahrzeugwerk GMBH in Auftrag gegeben und bietet dank «Slide-Out»-Box drei geschützte Räume für 12 bis 20 Personen.Das neue Einsatzleitfahrzeug von Schutz & Rettung Zürich wurde bei der EMPL Fahrzeugwerk GMBH in Auftrag gegeben und bietet dank «Slide-Out»-Box drei geschützte Räume für 12 bis 20 Personen.Seit diesem Sommer verfügt Schutz & Rettung Zürich über ein neues Einsatzleitfahrzeug (ELF). Dieses ist dank «Slide Out»-Technologie sehr geräumig und mit modernsten Kommunikations­mitteln ausgestattet.

Es war Zeit für etwas Neues: Nach 14 Jahren hat Schutz & Rettung Zürich SRZ das bisherige Einsatzleitfahrzeug (ELF), das 2008 pünktlich zur Fussball-EM in Betrieb genommen worden war, ersetzt. Zwar wurde der Antrag für die Beschaffung des neuen Fahrzeugs, das laut SRZ «über alle notwendigen technischen Hilfsmittel verfügt, die Stand heute zur erfolgreichen Bewältigung eines Gross­ereignisses er­forderlich sind», bereits 2017 gutgeheissen. Doch weil SRZ zugunsten bestmöglicher Effizienz und Zukunftssicherheit die gesammelten Erfahrungen aus fast 200 Einsätzen mit dem bisherigen ELF in die Konzeption des Nachfolgemodells einfliessen lassen wollte, dauerte es rund fünf Jahre, ehe das Fahrzeug komplett geplant, ausgeschrieben und ­produziert war.

Riesengross und ziemlich schnell

Das Resultat der sorgfältigen Konzeptions- und Planungsarbeit ist optisch sehr imposant. Mit einer Länge von 10,25 Metern, einer Höhe von vier Metern und im Fahrbetrieb 2,55 Meter Breite ist das auf einem Iveco Eurocargo basierende ELF sowohl im Strassenverkehr als auch auf dem Schadenplatz schlichtweg nicht zu über­sehen. Damit es Letzteren innert kürzester Zeit erreichen kann, steckt unter der Haube des 1,3 Millionen Franken teuren Hightech-Einsatzmittels ein 6,7-Liter-­Dieselmotor. Dieser leistet 320 PS und kann das 16,5 Tonnen schwere ELF auf bis zu 125 km/h beschleunigen – auch wenn dieses Tempo aus Sicherheitsgründen wohl kaum jemals gefahren wird.

© SRZBlick in den Rapportraum, in dem bis zu acht Einsatzkräfte sitzend arbeiten können.Blick in den Rapportraum, in dem bis zu acht Einsatzkräfte sitzend arbeiten können.Drei geschützte Räume im ausfahrbaren Aufbau

Hinter der fast schon zierlich anmutenden Führerkabine, in der maximal drei Personen Platz finden, erstreckt sich ein von der österreichischen Spezialistin EMPL Fahrzeugwerk GmbH realisierter Aufbau. Dieser steckt voller Hightech – und bietet drei witterungsgeschützte Räume: einen Führungsunterstützungsraum mit zwei Arbeitsplätzen, einen Rapportraum, in dem bis zu acht Personen an Sitzplätzen oder gar bis zu 20 Personen im Stehen arbeiten können, sowie einen mittels Flügeltüren abtrennbaren Raum für Teilstäbe oder Fachgruppen.

Möglich macht dies die rechtsseitig platzierte, 6,50 Meter lange «Slide Out»-Box. Diese kann, wie man es von luxuriösen Wohnmobilen – zu Neudeutsch «Landjachten» – kennt, seitlich um 1,45 Meter ausgefahren werden. Dadurch wächst die Breite des Aufbaus von 2,55 auf 4,00 Meter an – und es entsteht beeindruckend viel Platz für die Kräfte der Einsatzleitung. Diese rekrutieren sich übrigens, abhängig von der Art des zu bewältigenden Ereignisses, aus Führungspersonen unterschiedlicher Disziplinen von SRZ sowie diverser (Partner-)Organisationen. Sie alle finden im neuen ELF einen nicht nur gegen Witterungseinflüsse gut geschützten, vollklimatisierten Raum für die Lage- und Abspracherapportierung.

In diesem steht ihnen alles zur Verfügung, was nötig ist, um sich schnellstmöglich einen Gesamtüberblick zu ­verschaffen und dann die notwendigen Massnahmen zielgerichtet und effektiv koordinieren zu können. Auf dem Grossbildschirm im Rapportraum können zeitgleich und in Echtzeit Daten unterschiedlicher Informations- und Bildquellen angezeigt werden. Zudem gibt es auch aussen am Fahrzeug – gegenüber der «Slide Out»-Box – ein grosses Display und Flipcharts. So können Rapportierungen auch dort erfolgen, wobei ein drei Meter überragender Witterungsschutz die Einsatzkräfte gegen Regen, Schnee und direkte Sonneneinstrahlung schützt.

© SRZBlick in den Führungsunterstützungsraum, in dem zwei Personen des FU-Zugs den Betrieb des ELF sicherstellen.Blick in den Führungsunterstützungsraum, in dem zwei Personen des FU-Zugs den Betrieb des ELF sicherstellen.Lieferantin der Audio-/Videotechnik des neuen ELF ist übrigens die in Hünenburg ansässige Spezialistin AVS Systeme AG, die bereits bei der Ausstattung der ELZ von SRZ zum Zuge kam.

Ein halber Kilometer Glasfaserkabel

Abgestützt auf die Bedürfnisanalyse und basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte stellt das ELF neben diversen Telefonie- und Videokonferenzsystemen auch redundante Funksysteme für Breitband-Satelliten- oder Richtstrahlverbindungen zur Verfügung. Die Kommuni­kationssysteme werden über drei Konsolen bedient und umfassen vier Polycom- sowie zwei analoge Sende- und Empfangsanlagen. Überdies ist das Fahrzeug bereits für die Einführung des künftigen mobilen Sicherheitskommunikationssystems (MSK) vorbereitet.

Die gesamte Kommunikation erfolgt End-to-End-verschlüsselt und die jeweils am höchsten priorisierten Anwendungen laufen stets über die jeweils beste Verbindung. Die Anbindung an die ELZ und das Tactical Operation Center (TOC) von SRZ am Flughafen Zürich erfolgt über 144 Netzwerk­anschlüsse.

Die Versorgung der Einsatzleitung mit aktuellem Bildmaterial geschieht einerseits über die im ELF integrierten ­Kameras, darunter eine Weitwinkelkamera auf dem auf bis zu acht Meter Gesamthöhe ausfahrbaren Mast. Ein zweiter Mast sorgt mit LED-Scheinwerfern für eine ordentliche ­Umfeldbeleuchtung. Andererseits können aber auch Livebilder von Verkehrskameras, mobilen Kameras sowie den SRZ-Drohnen (eine kabelgebundene Fesseldrohne ist fix auf dem Dach des ELF montiert) und natürlich On- und Offline-Karten, Einsatzpläne und Einsatzjournal sowie zahlreiche weitere Informationen auf den Displays im Rapportraum sowie dem aussen befindlichen Display aufgespielt
werden – in Echtzeit.

© SRZAuch auf der linken Fahrzeugseite kann rapportiert werden – unter einem drei Meter ausragenden Wetterschutz. Ebenfalls auf diesem Bild zu sehen ist  der acht Meter hohe Mast mit Kamera  und Flutlicht.Auch auf der linken Fahrzeugseite kann rapportiert werden – unter einem drei Meter ausragenden Wetterschutz. Ebenfalls auf diesem Bild zu sehen ist der acht Meter hohe Mast mit Kamera und Flutlicht.Damit all dies auch bei sehr lange währenden Ereignissen funktioniert, verfügt das Fahrzeug über einen eigenen Server­raum im linken Frontbereich des Aufbaus sowie eine autarke Stromversorgung (Batterien und Stromgenerator), die mindestens 24 Stunden Betriebssicherheit sicherstellt.

© HerstellerDas kompakte und leichte TraffiStar 390 wurde konsequent  für den Wechselbetrieb entwickelt und bietet höchste Flexibilität bei der Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung.Das kompakte und leichte TraffiStar 390 wurde konsequent für den Wechselbetrieb entwickelt und bietet höchste Flexibilität bei der Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung.Die 1952 in Uster gegründete Multanova AG war das erste Schweizer Unternehmen, das Radargeräte entwickelte und herstellte. Seither gehört das 2016 in die JENOPTIK Traffic Solutions Switzerland AG umfirmierte Unternehmen zu den Top-Lieferanten von Polizeikorps und Kommunen in aller Welt.

Wer zu schnell fährt oder andere Verkehrsregeln miss­achtet, bekommt es mit der Polizei zu tun – dank Hightech aus ­Uster. Dort startete vor 70 Jahren die Multanova AG mit der Entwicklung und der Produktion von Geschwindigkeitsmessgeräten, die rasch das Interesse von Behörden und Kommunen in aller Herren Länder weckten. Einerseits, weil die Geräte genau und zuverlässig sind. Andererseits, weil hierzulande das Eidgenössisches Institut für Metrologie (METAS) für die Über­prüfung aller neuen Messmittel – auch Blechpolizisten – zuständig ist. Erteilt dieses seinen amtlichen Segen, kommt das einer international gültigen Empfehlung gleich. Denn bis heute gilt:

Was in der Schweiz amtlich abgesegnet ist, funktioniert!

Entsprechend rasch wurde Multanova zur Weltmarke sowie zum Haus- und Hof-Lieferanten der Schweizer Verkehrsüberwachung. Das hat sich bis heute nicht geändert – auch wenn die Firma seit 2016 als JENOPTIK Traffic Solutions Switzerland AG firmiert und Teil der in Monheim (DE) domizilierten «Smart Mobility Solutions»-Division von Jenoptik ist.

© Jörg RothweilerRalf Schuhmacher,  Managing Director der JENOPTIK  Traffic Solutions Switzerland AG,  neben einem einstigen Besteller,  dem MultaRadar 6F von 1984.Ralf Schuhmacher, Managing Director der JENOPTIK Traffic Solutions Switzerland AG, neben einem einstigen Besteller, dem MultaRadar 6F von 1984.Mehr als nur Geräte

Mit dem Aufstieg zum Global Player wuchs auch das An­gebot der JENOPTIK Traffic Solutions Switzerland AG. Diese entwickelt und produziert ihre Geräte nach wie vor in Uster – und bietet rund um diese vielfältiges Outsourcing-Service für die Verkehrsüberwachung an – insbesondere für Gemeinden, wie Ralf Schuhmacher, Geschäftsführer der JENOPTIK ­Traffic Solutions Switzerland AG, erklärt: «Unter dem Label können unsere Kunden alles ­Benötigte ordern – von der Gefahren- und Risikoanalyse über die Entwicklung passgenauer Konzepte bis zu massgeschneiderten Systemlösungen.»

Dabei übernimmt JENOPTIK nicht nur Installation, ­Wartung und Instandhaltung der Geräte, sondern bietet auch Hand bei der gerichtssicheren und datenschutzkonformen Aufbereitung und Auswertung der damit erfassten Daten. «So wird ein kontinuierlicher Messbetrieb realisiert – ohne hohe ­Investitionskosten», sagt Ralf Schuhmacher.

Institutionen, welche die Verkehrsüberwachung selbst erledigen und dazu Geräte von JENOPTIK mieten oder kaufen, können ihre Anwender direkt bei JENOPTIK schulen lassen. Zudem erhalten sie den für die jederzeitige Einsatzbereitschaft der Systeme nötigen Service- und Technik-Support.

Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung

Das wichtigste Marktsegment von JENOPTIK sind ­stationäre, semistationäre sowie mobile Lösungen für die Geschwindig­keits- und Rotlichtüberwachung. Diese arbeiten wahlweise mit Laser-, Radar- und Schleifensensoren. Zudem bietet das Unternehmen auch «Section Control»-Lösungen zur Erfassung von Durchschnittstempi an.

«Für stationäre Einsätze perfekt geeignet ist das TraffiStar SR590 mit 3D-Tracking-Radar-Antenne», erläutert Ralf Schuhmacher. «Dieses Gerät erlaubt die zeitgleiche Geschwindigkeits- und Rotlichtkontrolle über bis zu vier Fahrspuren und drei unterschiedliche Rotlichtphasen hinweg. Es verfügt über Front- und Heckfotografie (5 und 11 MP) und kann bis zu 22 Fahrzeuge gleichzeitig messen.»

Sind Induktionsstreifen in der Fahrbahn verbaut, kommt das TraffiStar SR520 zum Zug. Dieses nimmt wie das TraffiStar SR590 bis zu zwei Fotos pro Sekunde und 42 Sequenzbilder auf und ist für Tempi bis 250 km/h zugelassen.

Für semistationäre Einsätze gibt es das 3D-Radar-Gerät TraffiStar SR590 als Anhängerlösung. «Das System verfügt über einen elektrohydraulischen Absenk- und Hebemechanismus, kann von einem normalen PW gezogen werden, misst in zwei Fahrtrichtungen und kann von einer Einzelperson innert Minuten positioniert und in Betrieb ­genommen werden», betont Ralf Schuhmacher.

© Jörg RothweilerAus der Schweiz für die Schweiz: Produktion und Wartung werden hierzulande erledigt – in Uster im Zürcher Oberland.Aus der Schweiz für die Schweiz: Produktion und Wartung werden hierzulande erledigt – in Uster im Zürcher Oberland.TraffiStar SR390 – speziell für den Wechselbetrieb konzipiert

Dann zeigt er uns die jüngste Entwicklung, das seit 2020 erhältliche TraffiStar SR390: «Dieses radarbasierte System ist unsere flexible Lösung für die nicht-invasive, bidirektionale Rotlicht- und Geschwindigkeitsüberwachung, denn es wurde gezielt für den Wechselbetrieb entwickelt», erklärt er. «Alle Kernkomponenten des sieben Kilogramm leichten Geräts sind in einem MiniRack eingebaut. So wird eine ­einfache und schnelle Rotation zwischen Gehäusen, Anwendungen und Standorten möglich – im stationären wie auch im mobilen Einsatz mit Stativ oder als Fahrzeugeinbau.» In allen drei Anwendungsszenarien erlaubt das TraffiStar SR390 die simultane Überwachung mehrerer Fahrspuren in beiden Richtungen. Es schiesst Heck- und/oder Frontaufnahmen sowie bei Bedarf automatisch ein zweites Foto. Optional zeichnet eine digitale Videokamera Ereignisse vor und nach einem Vorfall auf, was eine kontinuierliche Überwachung ermöglicht – 24/7.

Für den hochmobilen Einsatz hat JENOPTIK das Handlasergerät TruCam 2 im Portfolio: Dieses erfasst Fahrzeuge auf bis zu 350 Meter Distanz, bietet verschiedene Messmodi und schiesst dank Nachtfilter – einem Mix aus Lader und IR-Strahler – auch bei Dunkelheit sehr hochwertige Fotos.

Automatische Kennzeichenüberwachung

Bei Technologien zur automatischen Kennzeichenerfassung hat JENOPTIK dank der 2014 erfolgten Akquise der in diesem Segment führenden Firma Visionics (England) ebenfalls die Nase vorn: mit Systemen, die eine Hochleistungskamera des Typs «Vector2» mit einer KI-Lösung kombinieren. «Die kompakten Kameras sind mit GPS-Uhr, Kompass, Beschleunigungsmesser und drei Lichtsensoren ausgerüstet und können Fahrzeugkennzeichen über mehrere Fahrspuren hinweg erfassen – am Tag ebenso wie bei Nacht. Die Erfassung funktioniert absolut zuverlässig. Auch dann, wenn Fahrzeuge sie mit hoher Geschwindigkeit passieren, und unabhängig davon, ob die Kennzeichen lateinische, arabische oder kyrillische Buchstaben haben», sagt Ralf Schuhmacher.

Kombiniert sind die Kameras mit einer Deep-Learning-Soft­ware. «Diese steigert sowohl Leserate als auch Erfassungsqualität und sorgt dafür, dass die Kameras die Syntaxinformation sowie die Länderkennung identifizieren. Zudem klassifiziert sie erfasste Fahrzeuge in PWs, Transporter, LKws, Busse und Zweiräder», erklärt Ralf Schuhmacher.

Derart ausgerüstet sind die Systeme für die Detektion von Geschwindigkeitsverstössen (mehrere Spuren parallel) ebenso geeignet wie für die Bereiche Grenz-, Maut-, Zugangs- und Abschnittskontrolle, Parkplatzbewirtschaftung und in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität.

Alkoholmessgeräte

Abgerundet wird das Portfolio der JENOPTIK Traffic ­Solutions Switzerland AG durch das von der Firma Intoximeter entwickelt Alkoholmessgerät AlcoSensor FST. Dieses liefere, erklärt Ralf Schuhmacher, «auch bei wiederholter Messung sehr genaue, beweissichere Ergebnisse, erkennt den Alkoholgehalt in der Raumluft und bietet dank Einhandbedienung klare Vorteile hinsichtlich der Sicherheit der Anwender».

© Jörg RothweilerDas neue GRTW der Sanität Basel basiert auf einem Mercedes-Benz Citaro, ist 12 Meter lang und bietet Platz für bis zu 16 Personen plus Fahrer.Das neue GRTW der Sanität Basel basiert auf einem Mercedes-Benz Citaro, ist 12 Meter lang und bietet Platz für bis zu 16 Personen plus Fahrer.Seit Anfang Juli verfügt die Sanität der Rettung Basel-Stadt über einen brandneuen Grossraumrettungswagen (GRTW). Jan-Hendrik Stiebeling, Leiter Projekte, und Daniel Kobler, Leiter Operativer Bereich und stv. Leiter Sanität, haben uns das neue Fahrzeug im Detail gezeigt.

Kaum zu glauben, aber Realität: Durchschnittlich alle sechs bis acht Wochen kommt es in Basel zu einem potenziellen Massenanfall von Verletzten (MANV; mehr als sechs verletzte Personen) – meist infolge eines ­Brandes in einem Mehrfamilienhaus. Jeder dieser Fälle bedeutet für die ­Sanität Basel enormen Aufwand, wie ­Daniel Kobler erläutert: «Bisher mussten in solchen Fällen stets mehrere Rettungswagen der Sanität Basel zum Ereignisort ausrücken. Etwa, wenn eine grössere Anzahl Personen Rauchgasen ausgesetzt war. Künftig genügt für solche Einsätze ein einziges Fahrzeug: der neue Grossraumrettungswagen, kurz GRTW. Dieser ersetzt bis zu fünf RTW – und das zur Hälfte des Preises und natürlich deutlich weniger ­personalintensiv.»

Beschafft unter dem Eindruck des Terrors

Laut Jan-Hendrik Stiebeling, der viel Zeit, Erfahrungswerte und Hirnschmalz in die Konzeption des Fahrzeuges investierte, ist der 12 Meter lange (mit Heckkoffer: 13,5 m), rund zweieinhalb Meter breite, 3,20 Meter hohe und bis maximal 19 Tonnen schwere GRTW «ein Einsatzmittel speziell für Grossereignisse, ausserordentliche Lagen sowie Katas­trophen». Wobei neben MANV-Szenarien insbesondere ­personenreiche Evakuierungen (z. B. Mehrfamilienhäuser, Veranstaltungsorte, Heime, Sportstätten) im Zentrum der Betrachtung standen. Ebenfalls denkbar sind laut Stiebeling «intensivmedizinische Verlegungen oder der Transport aussergewöhnlich schwergewichtiger Menschen». Doch dies sei eher ein willkommenes Zusatzspektrum und war daher für die Planung weniger zentral.

© Jörg RothweilerProjektleiter Jan-Hendrik Stiebeling auf dem Platz des «Operators», der im Einsatz die Technik des GRTW betreut und die Verbindung zur Einsatzleitzentrale aufrechterhält.Projektleiter Jan-Hendrik Stiebeling auf dem Platz des «Operators», der im Einsatz die Technik des GRTW betreut und die Verbindung zur Einsatzleitzentrale aufrechterhält.Der Grund: Die Beschaffung eines GRTW, wie es ihn in ­Europa bereits in grösserer Zahl, hierzulande bisher nur in Zürich (siehe Box) und nun auch in Basel gibt, wurde vor rund fünf Jahren beschlossen – als Europa unter wiederholten ­Terroranschlägen ächzte. Die Tatsache, dass das neue Fahrzeug erst jetzt ausgeliefert werden konnte, ist aber nicht etwa besonders langwieriger Planung, sondern vielmehr der Coronapandemie geschuldet. «Wäre diese ausgeblieben, hätten unsere Rettungskräfte wohl schon Ende 2020 im neuen GRTW ausrücken können», sagt Daniel Kobler.

Aussen giftiges Grün, innen Hightech in Dunkelgrau

Auf den ersten Blick sieht das Basler GRTW aus wie ein sehr auffällig lackierter Linienbus. Erst auf den zweiten Blick stechen die Blaulichtbalken vorne und hinten ins Auge. Doch Understatement hat noch selten geschadet – und die wahren Werte des GRTW sind, wie so oft, im Inneren verborgen. Dieser wurde laut Jan-Hendrik Stiebeling von der deutschen Gebrüder Heymann GmbH aus Nastätten realisiert und wartet mit allem auf, was eine rollende Intensivstation braucht.

So sind – zugunsten flexibler Adaptierbarkeit an verschiedene Einsatzszenarien – nur die beiden Liegeplätze im Heckbereich sowie sechs Sitze fix installiert. Drei weitere Liegeplätze und zahlreiche zusätzliche Sitze sind möglich. ­«Maximal haben wir Platz für bis zu fünf liegende Personen, von denen gleichzeitig drei intensivmedizinisch versorgt werden können», erklärt Jan-Hendrik Stiebeling. «Andererseits sind aber auch bis zu elf Sitzplätze und drei Liegeplätze möglich.» Maximal dürfen im GRTW bis zu 16 Personen mitreisen. Hinzu kommt der Fahrer – einer von 22, die im Vorfeld von den professionellen Fahrlehrern der Basler
Verkehrsbetriebe BVB speziell geschult wurden.

© Jörg RothweilerDaniel Kobler vor den beiden im Heckbereich fix installierten Liegeplätzen. Leicht aus der Flucht montierte Schienen erleichtern das Ausfahren der Liegen. Hinten befinden sich die Plätze für die Notärzte – und Ausziehfächer bieten viel Platz für das Einsatzmaterial.Daniel Kobler vor den beiden im Heckbereich fix installierten Liegeplätzen. Leicht aus der Flucht montierte Schienen erleichtern das Ausfahren der Liegen. Hinten befinden sich die Plätze für die Notärzte – und Ausziehfächer bieten viel Platz für das Einsatzmaterial.In der Standardkonfiguration ist das GRTW mit drei Intensiv­liegeplätzen bestückt. Jeder von diesen ist mit Monitor, ­Beatmungs- und Reanimationsgerät, Absaug- und Spritzenpumpen sowie weiteren, heute im RTW zum Standard ­zählenden Gerätschaften ausstaffiert. Zudem ist im GRTW auch ein Ultraschallgerät vorhanden – und in zahlreiche Schubladen und Ausziehschränken kann viel medizinisches ­Material sicher und sauber verstaut werden. «So dient der GRTW auch als kleines Materiallager für den Fall, dass am Schadenort mehr Menschen versorgt werden müssen, als im Fahrzeug Platz finden», erklärt Daniel Kobler.

Medizinische Einsatzmittel modular verpackt

Im Heckbereich, hinter den fix installierten Liegeplätzen und den beiden Sitzen für die Notärzte, sind zudem Druck­flaschen eingebaut, in welchen 13’000 Liter medizinischer Sauerstoff enthalten sind. «Genug, um gleichzeitig bis zu 16 von einer Rauchgasvergiftung betroffene Personen zu versorgen, wobei alle Plätze über einen Sauerstoffanschluss verfügen», erläutert Jan-Hendrik Stiebeling – und betont: «Uns war enorm wichtig, dass alle im GRTW verwendeten Einsatzmittel zu 100 Prozent identisch sind mit jenen in den anderen RTW der Organisation. Dabei verwenden wir seit Jahren ausschliesslich bewährte Produkte derselben Hersteller und verpacken diese in modularen Paketen – Rot für Herz-Kreislauf und Blau für Beatmung. Diese Packs sind immer identisch bestückt und angeschrieben – im Rucksack, im RTW und nun auch im GRTW. So müssen sich die Rettungskräfte nicht umgewöhnen oder umdenken, egal, womit sie zum Einsatz eilen. Sie können jederzeit aus dem bereits Bekannten schöpfen – und sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren.»

© Jörg RothweilerDas dritte Set medizinischer Geräte ist zugunsten  maximaler Flexibilität nebeneinander angeordnet. Darunter finden zwei Notfallliegen oder – für Verlegungen – ein reguläres Intensivpflegebett Platz.Das dritte Set medizinischer Geräte ist zugunsten maximaler Flexibilität nebeneinander angeordnet. Darunter finden zwei Notfallliegen oder – für Verlegungen – ein reguläres Intensivpflegebett Platz.Bärenstark und durchdacht bis ins Detail

Da es im Notfall schnell gehen muss, verfügt der auf der Plattform eines Mercedes-Benz Citano aufgebaute, rund eine Million Franken teure GRTW über ordentlich Power. Unter der Fahrerkabine arbeitet ein Sechszylinder-Dieselmotor mit 354 PS Leistung. Weitere Details sind – neben Blaulicht und Martinshorn – eine Motorraumlöschanlage sowie eine 360-Grad-Kamera. Diese sorgt nicht nur für ­Sicherheit beim Rangieren und Platzieren des Fahrzeugs, sondern ermöglicht auch die Überwachung des Fahrzeug­umfelds, das bei Nacht von beidseitig im Dachbereich angebrachten LED-Leuchten erhellt wird.

Auf der rechten Fahrzeugseite kann – nahezu über die ­gesamte Länge – eine schützende Markise ausgefahren werden. Hinten am Fahrzeug ist ein abnehmbarer Heck­koffer montiert. «Dieser bietet viel Platz für sperriges Einsatzgerät – unter anderem die Rettungsbahren und ein 4,2 kW starkes Inverter-­Stromaggregat vom Typ Denqbar DQ-4200, dank welchem der GRTW auch bei längeren Einsätzen elektro-autark bleibt», sagt Daniel Kobler.

Die schiere Grösse als Hemmschuh

«Bigger is better» stimmt oft – kann aber auch zur Herausforderung werden. Beim GRTW der Sanität Basel besteht diese darin, dass das Fahrzeug nicht direkt in die Notfallstation des Unispitals Basel einfahren kann. Doch weil genau vor dieser eine Bushaltestelle der Linie 34 platziert ist, ist das kein wirkliches Problem – auch wenn sich wohl der eine oder andere ÖV-Benutzer oder Tourist verdutzt die Augen reiben wird, wenn statt des dunkelgrünen BVB-Busses das giftgrüne GRTW an der Haltestelle vorfährt.

Am 13. August 2022 fand in Seengen der Atemschutz-Wettkampf 2022 statt. An diesem kämpften 41 Vierer-Teams um möglichst viele Punkte. Es war ein sehenswertes Spektakel mit einem bunten Rahmenprogramm. Was ein neunköpfiges OK des Vereins SG Schluchi mit Unter­stützung der Feuerwehr Seengen, des Feuerwehrvereins Seengen und der Jugendfeuerwehr Seetal am 13. August 2022 auf die Beine stellte, war...
Seit 2020 bietet der Berufsfachverband Schweiz für Desinfektoren und Tatortreiniger «HygiA» aus Beinwil am See die Bildungsgänge «Staatlich geprüfte*r Desinfektor*in» und «Tatortreiniger*in» an. Paul Tedde, Vorstandspräsident von HygiA, erklärt, an wen sich die Kurse richten und was in diesen gelehrt wird. Herr Tedde, seit 2021 bietet der von Ihnen gegründete Berufsfachverband Schweiz für...
Im September fand in der Zentralschweiz die 20. Auflage des behördlichen Waffenträgern vorbehaltenen dynamischen Schiesswett­kampfs «Kristallschiessen» statt – mit leicht angepasstem Reglement und einem unerwarteten Sieg. Anno 2003 lancierte Matthias Jurt, damals Ausbildner bei der Polizei, das «Kristallschiessen». Seine Vision lautete: Wir machen das dynamische Verteidigungsschiessen – zu jener...
Wenn Einsatzkräfte ausrücken, herrscht meist Eile. Entsprechend schnell sind sie unterwegs – und das Unfallrisiko steigt. Nun setzen die Schweizer Armee und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Hightech-Simulatoren in der Fahrausbildung ein. Blaulichtkräfte haben im Verkehr ein besonders hohes Unfall­risiko. Das ist seit langer Zeit bekannt. Weniger ­bekannt ist, wie effizient mit gezielten Trainings...
Der Traditionshersteller Canon ist weltberühmt für seine zivilen Produkte. Kaum jemand indes kennt die auf behördliche Anwendungen spezialisierten Produkte von «Canon Government». Wir baten Vertriebs­spezialist Marcel Heß um Aufklärung. Blaulicht: Herr Heß, wer oder was ist «Canon Government»? Marcel Heß: Canon Government entwickelt und produziert Produkte für behördliche Anwendungen. Dabei...
Während sich die Stiftung TierRettungsDienst auf Heimtiere und Wildtiere fokussiert, kümmert sich der Grosstier-Rettungsdienst Schweiz/Liechtenstein (GTRD CH/FL®) mit rund 35 Freiwilligen um die professionelle Rettung von in Not geratenen Grosstieren wie Kühen, Pferden oder Schafen, aber auch von Zootieren. Gegründet wurde die Milizorganisation vom Schweizer Grosstierrettungspionier Ruedi Keller...
Wer an die Blaulichtkräfte denkt, hat in aller Regel Bilder menschlicher Opfer vor dem geistigen Auge. Doch häufig genug sind Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst mit in Not geratenen, verletzten oder verunfallten Tieren konfrontiert. Wir haben nachgefragt, was die vor bald 30 Jahren gegründete Stiftung TierRettungsDienst leistet – und weshalb diese nun die landesweit erste voll digitalisierte...
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Seit 1995 steht die Familie Bürgi hinter dem Erfolg von HAIX in der Schweiz. Die HAIX Vertriebs AG bedient exklusiv ein Netz von 250 Händlern landesweit und online. Einsatzkräfte, Handwerker und Naturfreunde vertrauen täglich auf die richtige Ausrüstung, damit sie sich voll auf ihre Aufgaben konzentrieren können. Die Geschichte von HAIX in der Schweiz beginnt vor knapp 30 Jahren. Heute bieten...
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